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Mein Bester & Ich
Mein Bester & Ich
© Constantin Film

Deutsche Filmstarts: Bryan Cranston und Kevin Hart sind ziemlich beste Freunde

Fatih Akin kehrt im "Goldenen Handschuh" ein

Die neue Kinowoche bringt den deutschen Zuschauern viele interessante und auch polarisiende Filme - zur letzten Kategorie gehören mit Sicherheit das "Ziemlich beste Freunde"-Remake "Mein Bester & ich" und Fatih Akin's Romanverfilmung "Der goldene Handschuh". Wer vor der Oscar-Verleihung am Sonntag noch mal nominierte Filme in Augenschein nehmen möchte, sollte sich "Vice" und "Can You Ever Forgive Me?" anschauen. Was lohnt den Kinobesuch? Und wann lässt man sein Portemonnaie besser stecken?

"Mein Bester & ich"
Komödie
USA
126 Minuten
FSK 6

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

Ein ungewöhnlicher Krankenpfleger (Kevin Hart) gibt einem Querschnittsgelämten (Bryan Cranston) neuen Lebensmut.

Diese US-Komödie existiert, weil die Amerikaner keine synchronisierten oder untertitelten Filme sehen wollen - oder vielleicht einfach auch keine ausländischen. Ihr Pech - so entging ihnen das französische Meisterwerk "Intouchables" ("Ziemlich beste Freunde"), das 2011 auch in Deutschland ein Massenpublikum vor die Leinwände lockte. Statt dessen müssen sie sich mit dieser salbadernden, manipulativen und frustrierend klischeehaften Constantin-Neuverfilmung durch Neil Burger ("Divergent") begnügen, die wenigstens das gute Zusammenspiel zwischen Bryan Cranston und Kevin Hart aufweist. Die Kritiken sind schwach, die Zuschauermeinungen gemischt, aber an den US-Kinokassen schlägt sich "The Upside" - so der Originaltitel - beachtlich.

Ein Remake, das die Welt nicht braucht? Lesen wir von unserem Kritiker Falk Straub: "Ein Remake, das die Welt nicht braucht. Regisseur Neil Burger und sein Drehbuchautor Jon Hartmere vermögen es weder, an den Charme des Originals anzuknüpfen, noch die Geschichte adäquat an die US-amerikanische Gegenwart anzupassen. Dass die Komödie dennoch nicht vollständig in Sentimentalität und Kitsch ertrinkt, ist den gut aufgelegten Hauptdarstellern Kevin Hart und Bryan Cranston zu verdanken."

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"Vice - Der zweite Mann"
Drama
USA
134 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Der ungewöhliche Aufstieg von Richard "Dick" Cheney (Christian Bale) zur mächtigsten Figur in der US-Politik in den nuller Jahren.

Regisseur und Drehbuchautor Adam McKay und Christian Bale nehmen sich nach ihrer Auseinandersetzung mit der US-Immobilienblase in "The Big Short" diesmal einer der umstrittendsten Figuren der US-Politik an: Dick Cheney, dem Vizepräsidenten unter George W. Bush, der die eigentlichen Fäden in der US-Regierung zog und der Welt unter anderem den völkerrechtswidrigen Irak-Krieg 2003 bescherte. In dem US-Drama nimmt McKay ziemlich viele Themen aufs Korn - und trifft dabei ab und zu voll und unterhaltsam ins Schwarze. Und Bale's Verwandlung in Cheney ist etwas, was man gesehen haben muss, um es glauben zu können. Die Kritiken zu der Universum-Produktion sind gut, die Zuschauerreaktionen gemischt, und am Sonntag hat der Streifen die Chance, acht Academy Awards zu gewinnen, darunter als "Bester Film".

Unser Rezensent Andreas Köhnemann rät zum Kauf einer Kinokarte: "Ein satirisches Biopic über einen undurchsichtigen Machtmenschen, das mit originellen Ideen, kluger Selbstreferenzialität und einer perfekten Besetzung zu überzeugen vermag."

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"Der goldene Handschuh"
Drama
Deutschland
109 Minuten
FSK 18

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

Ein Alkoholiker (Jonas Dassler) wird Mitte der Siebziger in Hamburg zum Serienmörder.

Heinz Strunk hat in seinem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 2016 die reale Figur des Fritz Honka, der von 1970 bis 1975 vier Frauen umbrachte und 1976 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, zum Gegenstand gemacht und zugleich in zwei weiteren Handlungsseitensträngen aus der "besseren Gesellschaft" gespiegelt. Der Hamburger Regisseur und Drehbuchautor Fatih Akin ("Aus dem Nichts") hat zwei der drei Handlungsstränge in diesem deutschen Drama auf die Leinwand gebracht. Er scheut nicht vor harten Gewaltdarstellungen zurück, die diesen Monat das Berlinale-Publikum polarisiert, die Kritiker angewidert und der Warner Bros. Entertainment-Produktion ein seltenes "FSK 18" beschert haben. Akin hat sich in seiner Akribie, alles genau so nacherzählen zu wollen, wie es wohl passiert ist, zu sehr in einer beinahe expressionistischen Gewaltorgie verloren. Die ironische Distanz des Romans geht in diesem Schmierenstück verloren.

Die Kritik hat - für Fatih Akin eine neue Erfahrung - seine Adaption einmütig verrissen. Auch unser Kollege Andreas Köhnemann stimmt mit ein: "Der bemerkenswerte Ansatz von Fatih Akin, Gewalt nicht ästhetisieren zu wollen, wird von einer karikaturesken Darstellung des Mörders und einigen plumpen Drehbuch- und Regie-Einfällen unterlaufen."

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"Der verlorene Sohn"
Drama
USA
115 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Die tief religiösen Eltern (Nicole Kidman und Russell Crowe) eines homosexuellen Sohnes (Lucas Hedges) stecken diesen in ein Therapieprogramm, das ihn von seiner "Verirrung" "heilen" soll.

Nach seinem gelungenen Regiedebut mit dem Thriller "The Gift" von 2015 hat der australische Regisseur und Drehbuchautor Joel Edgerton sich nun mit "Boy Erased" - so der Originaltitel der Universal Pictures-Produktion - der gleichnamigen Memoiren von Garrad Conley aus dem Jahr 2016 angenommen. Dem Schauspieler ist der zweite Volltreffer gelungen. Getragen von Empathie und guten Absichten überzeugt das US-Drama als komplexes und grandios gespieltes Werk. Die Kritiker sind begeistert, und die Zuschauer zufrieden.

Auch unser Kritiker Björn Schneider hebt den Daumen: "Von einer eindringlich aufspielenden Besetzung getragene Parabel über restriktive Therapien und Maßnahmen im Namen Gottes sowie zutiefst steinzeitliche religiöse Weltanschauungen."

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"Nobody's Fool"
Komödie
USA
110 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

Eine aus dem Gefängnis entlassene Frau (Tiffany Haddish) mutmaßt, dass die Online-Bekanntschaft ihrer Schwester (Tika Sumpter) nicht der ist, der er zu sein vorgibt.

Es ist selten, dass ein Werk des Regisseurs und Drehbuchautoren Tyler Perry den Weg auf die deutschen Leinwände findet, und es überrascht, dass Paramount Pictures glauben, dass ausgerechnet diese missratene US-Komödie dem Filmemacher hierzulande neue Fans gewinnen könnte. Die Hauptdarstellerinnen überzeugen, und einige Szenen zeigen insbesondere Tiffany Haddish's komödiantisches Talent auf, aber insgesamt ist das eine frustrierend schwunglose Angelegenheit. Kritiker wie Zuschauer haben den Film verrissen, der an den US-Kinokassen gefloppt ist.

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"Can You Ever Forgive Me?"
Drama
USA
106 Minuten
FSK 0

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Eine erfolglose Schriftstellerin (Melissa McCarthy) verlegt sich darauf, Briefe verstorbener Prominenter zu fälschen und einträglich zu verkaufen.

Basierend auf den gleichnamigen Memoiren der realen Lee Israel haben Regisseurin Marielle Heller ("Diary of a Teenage Girl") und die Oscar-nominierten Drehbuchautoren Nicole Holofcener ("Genug gesagt") und Jeff Whitty ein geschickt inszeniertes und mit düsterem Witz gewürztes US-Drama erschaffen. Die beiden ebenfalls Oscar-nominierten fesselnden Hauptdarsteller Melissa McCarthy und Richard E. Grant berühren mit ihren Paradeleistungen zutiefst. Die Kritiker sind durch die Bank hingerissen, auch die Zuschauer heben die Daumen.

Unsere Rezensentin Bianka Piringer ist begeistert - sie vergibt die Höchstwertung: Fünf von fünf Sternen! Sie schreibt: "Melissa McCarthy brilliert in dieser ernsten Rolle einer alternden New Yorkerin, die aus finanzieller Not zur Betrügerin wird. Auf klischeefreie Weise zeigt der Film Charaktere, die im Kino selten zu sehen sind und im Trubel der Stadt leicht übersehen werden – obwohl sie viel über das Leben zu sagen haben."

Hier geht es zu den kompletten Filmstarts


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