VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks
Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks
© Universum Film

Kritik: Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nach dem Erfolg des ersten 3D-animierten Asterix-Films, "Asterix im Land der Götter" (2014), wurde "Das Geheimnis des Zaubertranks" erneut vom Regie-Duo Alexandre Astier und Louis Clichy inszeniert. Und wie bereits beim ersten Film, wird Asterix im Original vom französischen Schauspieler Christian Clavier gesprochen. Astier arbeitete vor seiner Regie-Tätigkeit für die Asterix-Reihe an der erfolgreichen Comedyserie "Kaamelot".

Durch die Luft fliegende Römer, die obligatorische Wildschweinjagd, das untergehende Piratenschiff und der stets in einer handfesten Schlägerei ausartende Dauerzwist zwischen Schmied Automatix und dem Fischhändler Verleihnix – bewährte Elemente eines jeden Asterix-Comics und -Films, die auch in "Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks" enthalten sind. Das wird gerade Fans der ersten Stunde (allen voran der von René Goscinny getexteten Comics) und alteingesessene Gallier-Puristen freuen. Denn durch den Erhalt dieser, in die Popkultur eingegangenen Running-Gags und Sprüche ("Die spinnen, die Römer") gelingt es Astier und Clichy zeitweise tatsächlich, die Magie früherer Geschichten und Filme wieder aufleben zu lassen.

Abgesehen davon aber gehen die Macher mit der Zeit und passen sich den veränderten Sehgewohnheiten eines (vornehmlich jungen) Publikums an, das heute vor allem für Comic-Verfilmungen und kostspielige Action-Blockbuster in die Kinos strömt. Für den neuen Asterix-Film heißt das: Astier und Clichy ziehen die Action-Schraube gehörig an, sie inszenieren mit hohem Tempo und bauen in ihren Film dutzende Anspielungen auf jüngere oder aktuelle Film- und Videospielhits sowie Hollywood-Superstars ein. So gibt es unter anderem Verweise auf die Gigantomanie und den Effekte-Bombast der "Transformers"-Filme, den Videospiel-Hit "Fortnite" oder auch Tom Cruise.

Eines jedoch geht dem neuen Film leider ab: der Biss und die Gesellschafts- bzw. Sozialkritik der Zeichentrickfilme. Oder besser gesagt der Comics, auf denen diese beruhten. Asterix-Klassiker wie "Die Trabantenstadt", "Asterix und Cleopatra" oder "Asterix bei den Briten" sind vollgepackt mit Kritik u.a. an der Ausbeutung von Arbeitskraft, der voranschreitenden Technisierung, an Vorurteilen gegenüber Unbekanntem und der Industrialisierung. Diese politische Dimension lässt "Asterix und das Geheimnis des Zaubertrank" komplett vermissen, was ihn letztlich zu einem zwar unterhaltsamen und spaßigen, aber eben auch harmlosen und gefälligen Unterfangen macht.

Fazit: In einigen Szenen blitzt der Zauber vergangener Zeiten auf, was vor allem an den bewährten Witzen und den Reminiszenzen an die Comic-Klassiker liegt. Das viel zu hohe, ungestüme Tempo, eine enttäuschende Synchro und die fehlende kritische Note lassen unter den Nostalgikern jedoch Wehmut aufkommen und an die gute alte (Zeichentrick-) Zeit zurückdenken.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.