VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
After Passion
After Passion
© Constantin Film

Kritik: After Passion (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Bevor Anna Todds Liebesroman in Buchform erschien, feierte er bereits in seiner Entstehungsphase als Fan-Fiction auf einer Geschichten-Plattform im Internet Riesenerfolge. Nun ist der Bestseller über eine brave junge College-Studentin, die sich unwiderstehlich zu einem wilden, schwierigen Mitstudenten hingezogen fühlt, von der amerikanischen Regisseurin Jenny Gage verfilmt worden. Das erotische Knistern zwischen den beiden ungleichen Hauptcharakteren Tessa und Hardin steht im Mittelpunkt dieser Geschichte und verleiht ihr zumindest eine Weile Spannung.

Tessa kommt als in der Liebe unerfahrene junge Frau aufs College, die zuhause zwar einen Freund hat, aber erst noch entdecken muss, was Leidenschaft bedeutet. Mit dem gegensätzlichen Hardin liegt sie praktisch im Dauerstreit, wegen seiner Manieren beispielsweise, aber auch weil sie ihrer eigenen Lust auf Sex mit ihm misstraut. Mal ist Tessa die Unschuld vom Lande, die von Hardin ritterlich beschützt und umsorgt wird, mal ist sie die Starke, die ihm, dem trotzigen, störrischen Jungen, eine Schulter zum Anlehnen bietet. Beide müssen sich noch vom Elternhaus emanzipieren und emotional freischwimmen.

Die Verfilmung, die nahe an der Buchvorlage bleibt, setzt Tessa und Hardin anfangs sehr spannend in Szene. Wenn Tessa die Stirn in Falten legt, merkt man, wie sehr ihr kindliches Gewissen und ihre Leidenschaft miteinander ringen. Hardin wirkt als sexuell erfahrener Typ, der romantische Klassiker liest, ebenfalls sehr interessant. In Hero Fiennes Tiffins Gesichtsausdruck kann man alles Mögliche hineininterpretieren – er wirkt zunächst undurchsichtig, später aber eher indifferent.

Das ist überhaupt das Problem des Films, der so sehr auf schöne Posen, schöne Aufnahmen von Mündern, die zueinanderstreben, fixiert ist: Es soll alles gut aussehen. Gage hat auch Erfahrung als Mode- und Werbefotografin, einige der jungen Schauspieler sind oder waren auch Models. Unterlegt mit Popsongs, können Szenen, in denen es einigermaßen erotisch zu werden verspricht – wie beim Ausflug zum sommerlichen See mit einsamem Badesteg -, regelrecht zerdehnt werden. Was ihnen jedoch fehlt, je weiter die Geschichte voranschreitet, ist echte Lebendigkeit. Tessa und Hardin wachsen nicht zu richtigen Charakteren, mit denen man mitfühlen könnte über die erotische Anziehung hinaus, die für sich allein keinen Film trägt und auch irgendwann an Kraft verliert.

Fazit: Die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Anna Todd bezieht anfangs aus der Gegensätzlichkeit der beiden Hauptfiguren, die sich unwiderstehlich zueinander hingezogen fühlen, eine reizvolle, erotisch knisternde Spannung. Unter der Regie von Jenny Gage können Josephine Langford als die brave, unerfahrene Collegestudentin Tessa und Hero Fiennes Tiffin als der wilde, verschlossene Mitstudent Hardin die aufkeimende Leidenschaft glaubwürdig darstellen. Aber die Jugendromanze setzt zu sehr auf schöne Posen und merkt nicht, dass ihnen die Substanz mit zunehmender Filmdauer abhanden kommt.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.