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Yakari - Der Kinofilm
Yakari - Der Kinofilm
© Leonine Distribution

Kritik: Yakari - Der Kinofilm (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Ab den mittleren 70er-Jahren entwickelten sich in Deutschland die Comicbände um den kleinen Sioux-Indianer zu einem großen Erfolg. Bis heute zählt der in den späten 60er-Jahren entwickelte Charakter zu den beliebtesten Comic-Figuren aus Frankreich. Neben den Comics wurden zudem einige TV-Serien entwickelt. Die erste flimmerte in den 80er-Jahren über die Bildschirme. Der Kinofilm "Yakari" erzählt die Vorgeschichte der Comics und der Serien.

Wie auch die Comicbände richtet sich "Yakari" an die jüngsten Kinobesucher: an Kindergarten- und Grundschulkinder zwischen drei und etwa acht Jahren. Entsprechend simpel und erwartbar sind Handlung und Dramaturgie. Letztlich geht es inhaltlich um nichts anderes als Yakaris Versuch, wieder zurück in die Heimat zu finden – und die Abenteuer auf dem Weg dorthin. Das kennt man natürlich aus dutzenden anderen kindgerechten (Animations-)Filmen der jüngeren Vergangenheit, dennoch ist "Yakari" ein kurzweiliges, sehens- und lohnenswertes Trick-Abenteuer geworden.

Das liegt in erster Linie an der tollen, phantasiereichen visuellen und technischen Umsetzung, die sich radikal von der makellosen, edlen CGI-Optik der großen Disney-Produktionen unterscheidet. Die Visual Artists setzen hier auf einen großartigen Mix aus 2D und 3D, in dem animierte Figuren vor gemalten Hintergründen und authentischen (Landschafts-) Kulissen agieren. Die Detailverliebtheit und Vielfalt der Natur und Schauplätze sind beachtlich. Wir sehen die Weite der Prärie, die imposanten Graslandschaften und gewaltigen Steppen des amerikanischen Westens, erhabene Gebirgsketten, schneebedeckte Wipfel und reißende Flüsse, die sich durch das Tal schlängeln.

Zwar kommen einige der Nebenfiguren etwas kurz, dennoch gibt es in "Yakari" so manch schrullig-kauzigen Sidekick, der für viel Humor sorgt. Allen voran ein arbeitsfauler Biber, der die meisten Lacher auf sich verbucht. Auch die Action kommt nicht zu kurz. Vor allem die Verfolgungsjagden und wilden Ritte auf den Pferden sorgen für Rasanz und bringen Abwechslung ins Geschehen. Und eine fast schon schwermütige, übernatürliche Note erhält der Film in den Szenen, in denen Yakari dem Großen Adler begegnet. In diesen Momenten durchbricht der Film gewissermaßen die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit.

Fazit: Visuell berauschender, detailreicher Animationsfilm über einen sympathischen kleinen Helden und seine actionreichen Abenteuer mit seinen tierischen Gefährten.




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