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Maleficent 2 - Mächte der Finsternis
Maleficent 2 - Mächte der Finsternis
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Maleficent 2 - Mächte der Finsternis (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit dem von Robert Stromberg in Szene gesetzten Fantasy-Märchen "Maleficent – Die dunkle Fee" gelang im Jahre 2014 eine zwar nicht durchweg stimmige, aber durchaus interessante Neuinterpretation des "Dornröschen"-Plots, in welcher die (vermeintliche) Antagonistin zur Hauptfigur mit tragischem Hintergrund avancierte. Mit Angelina Jolie wurde zudem eine charismatische Schauspielerin gefunden, um den ambivalenten Part zu verkörpern. Nun entstand unter der Regie des Norwegers Joachim Rønning ("Kon-Tiki", "Pirates of the Caribbean – Salazars Rache") die Fortsetzung "Maleficent 2 – Mächte der Finsternis".

Abermals bietet die Geschichte zahlreiche CGI-Effekte, um etwa das Feenreich, in welchem die Titelheldin lebt, mit all seinen Kreaturen auf die Leinwand zu bannen. Hinzu kommen prächtige Kostüme und ein aufwendiges Set-Design. Indem der Film nach seinem ersten Akt noch eine völlig neue Welt etabliert und damit das erzählerische Universum des Vorgängers erweitert, schafft er die nötigen Bedingungen, um tatsächlich etwas Neues zu präsentieren, statt sich nur zu wiederholen. Allerdings mutet das Drehbuch von Linda Woolverton, Micah Fitzerman-Blue und Noah Harpster letztlich zu überfrachtet an, um eine überzeugende Handlung zu liefern.

Während manche Elemente etwas zu komplex sind, um sie einem jüngeren Publikum in Event-Movie-Form angemessen vermitteln zu können (etwa der geplante Genozid an Fabelwesen), wirken andere Elemente ärgerlich platt. So ist beispielsweise die intrigante Königin Ingrith eine gänzlich eindimensionale Schurkin – womit der Fehler, den der erste "Maleficent"-Teil beheben wollte, einfach fortgeführt wird. Und auch die visuelle Gestaltung des Geschehens ist bei aller Überwältigung zu hektisch und kaum originell, sondern kommt eher wie ein Mix aus dem HBO-Serien-Hit "Game of Thrones" (2011-2019) und dem 3D-Spektakel "Avatar" (2009) daher.

Jolie und ihre neue Gegenspielerin Michelle Pfeiffer haben sichtlich Spaß an ihren Rollen; Elle Fanning bleibt als jugendliche Königin der Moore derweil ziemlich blass. Bewährte Akteure wie Harris Dickinson ("Beach Rats") als Prinz oder Chiwetel Ejiofor ("12 Years a Slave") als Anführer der dunklen Feen bekommen zu wenig zu tun, um ihr Talent demonstrieren zu können; als Szenendiebin erweist sich dagegen Jenn Murray ("Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind") als Dienerin der fiesen Ingrith.

Fazit: Ein spektakulär inszeniertes Sequel, das weitere Schauplätze einführt, aber weder gestalterisch noch erzählerisch für sich einzunehmen vermag, da vieles zu unausgegoren oder zu einfallslos geraten ist.




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