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Underwater - Es ist erwacht
Underwater - Es ist erwacht
© 20th Century Fox

Kritik: Underwater - Es ist erwacht (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Underwater – Es ist erwacht" ist das neue Werk des Regisseurs William Eubank. Mit "Love" (2011) und "The Signal" (2014) hat dieser bereits zwei bildstarke Science-Fiction-Pieces vorgelegt und auf Independent-Ebene Effektgewitter entfacht, die den Vergleich mit Big-Budget-Blockbustern nicht zu scheuen brauchten. Die von ihm verfassten Skripts hatten zudem etwas Mysteriös-Abgründiges, das den Leinwand-Geschehnissen stets eine Seele gab.

Nun setzt Eubank erstmals ein fremdes Drehbuch – geschrieben von Brian Duffield ("The Babysitter") und Adam Cozad ("Legend of Tarzan") – um, welches leider deutlich schwächer ausfällt. Weder erweist sich die Handlung und deren Verlauf als allzu originell, noch gerät die Zeichnung der Figuren in irgendeiner Hinsicht bemerkenswert. Vielmehr wird hier ein formelhafter Plot, der in erster Linie an "Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" (1979) erinnert, mit weitgehend klischeehaftem Personal geschildert. Reizvolle Ansätze wie die menschliche Hybris und deren Konsequenzen werden kaum vertieft.

Die Inszenierung ist hingegen durchaus solide. Klaustrophobisch-beklemmende Momente werden mit dynamischen Passagen kombiniert. Die Aufnahmen des Kameramanns Bojan Bazelli ("Ring") sowie das detailreiche Produktionsdesign und der elektronische Score von Marco Beltrami und Brandon Roberts vermögen eine Atmosphäre zu erzeugen, die "Underwater" zu einem annehmbaren Genre-Beitrag werden lässt. In puncto Spannungsaufbau bleibt Eubank allerdings weit hinter seinen Vorgängerarbeiten zurück.

Was den Film letztlich sehenswert macht, ist die wie üblich intensiv spielende Kristen Stewart, die dem Ganzen insbesondere im (kurzen) Auftakt sowie im Finale eine emotionale Qualität verleiht, die im Mittelteil von "Underwater" völlig fehlt. Mit ihrer melancholischen Art, gepaart mit einer glaubwürdigen Versiertheit und der nötigen Courage, holt sie aus dem, was das Drehbuch ihr bietet, fraglos das Beste heraus.

Fazit: Ein sehr konventionell erzählter "Alien"-Epigone in passabler audiovisueller Umsetzung. Wirklich überzeugend ist indes Kristen Stewart als kämpferische Heldin.




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