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The Forever Purge
The Forever Purge
© Universal Pictures International

Kritik: The Forever Purge (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit dem dystopischen Horrorthriller "The Purge" gelang dem Drehbuchautor und Regisseur James DeMonaco im Jahre 2013 ein veritabler und äußerst profitabler Genre-Hit, den er mit "The Purge: Anarchy" (2014) und "The Purge: Election Year" (2016) erfolgreich fortsetzte. Für das Prequel "The First Purge" (2018) steuerte er noch das Skript bei; obendrein fungierte er als Creator der zwei Staffeln umfassenden Serie "The Purge" (2018-2019).

Die grimmige Prämisse einer alljährlichen "Purge-Nacht", in der sämtliche Verbrechen einschließlich Mord legal sind, bietet fraglos Potenzial für gesellschaftskritische Gedankenspiele, wurde in der Reihe bis dato aber eher für naheliegende Schocks und Eskalationen genutzt. Obwohl durchaus bekannte Gesichter auftauchen - etwa Ethan Hawke und Lena Headey in Teil 1 oder Marisa Tomei in Teil 4 -, war das Ganze immer klar vom Plot statt von den Figuren getrieben.

Grundsätzlich ändert sich daran auch in "The Forever Purge" von Everardo Gout nichts, für den DeMonaco abermals das Drehbuch schrieb. Eine nationalistische, schwer bewaffnete Organisation ruft hier den titelgebenden Dauerzustand des Tötens aus, der zu perfiden Fallen und blutigen Straßenschlachten führt.

Was der Film über Rassismus und über die Gräben zwischen Arm und Reich zu sagen hat, wird derart brachial in Szene gesetzt, dass es zu sehr in billige Exploitation-Gefilde abdriftet, um noch von Bedeutung zu sein. Die Dynamik innerhalb der zentralen Figurengruppe, die sich trotz diverser Antipathien zusammenraufen muss, lässt ein paar spannende Ansätze erkennen, verläuft allerdings ebenfalls nicht gerade subtil. Die Besetzung, darunter Ana de la Reguera ("Army of the Dead"), Josh Lucas ("Poseidon") und Will Patton ("Armageddon"), ist derweil recht solide.
Das Erschreckendste an "The Forever Purge" sind wohl die Parallelen zum Sturm auf das Kapitol in Washington, D.C. am 6. Januar 2021 durch Getreue des damals noch amtierenden, doch bereits abgewählten US-Präsidenten Donald Trump – und die Tatsache, dass der Film zu jener Zeit schon abgedreht und somit in gewissem Sinne - bei aller Überspitzung - prophetisch war.

Fazit: Ein hartes Action-Spektakel, das ganz auf brutale Einlagen setzt und sich kaum für Zwischentöne oder Hintergründe interessiert.




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