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David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück
David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück
© Paramount Pictures Germany © eOne Germany

David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück (2020)

The Personal History of David Copperfield

Komödie nach dem Romanklassiker von Charles Dickens.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


David Copperfield (Dev Patel) hält als angesehener Schriftsteller eine Lesung in einem Londoner Theater des 19. Jahrhunderts und erzählt darin die Geschichte seines Lebens. Sie beginnt mit seiner Geburt als Halbwaise. Die reiche Tante Betsey Trotwood (Tilda Swinton) ist zu Besuch gekommen, aber sie hat sich eine Nichte gewünscht und reist empört ab. Die glücklichen ersten Kinderjahre Davids (Jairaj Varsani) finden ein jähes Ende, als seine Mutter Clara (Morfydd Clark) den finsteren Mr. Murdstone (Darren Boyd) heiratet. David wird von diesem schikaniert und bald schon nach London geschickt, um in einer Fabrik zu arbeiten.

Nach dem Tod seiner Mutter sucht der zum jungen Mann herangewachsene David Unterschlupf bei Tante Betsey, die sich in Dover ein Haus mit ihrem sonderbaren Cousin Mr. Dick (Hugh Laurie) teilt. Sie nehmen David gut auf. Er darf in Canterbury eine private Schule besuchen und wird danach Anwaltsgehilfe in London. David verliebt sich in Dora (Morfydd Clark), die Tochter seines Vorgesetzten.

David glaubt, sein Glück gemacht zu haben, doch dann verliert Tante Betsey ihr Vermögen. David zieht mit ihr und Mr. Dick in eine armselige kleine Wohnung. Er ahnt noch nicht, dass hinter dieser Wendung der gerissene Emporkömmling Uriah Heep (Ben Whishaw) steckt. Dieser will sich auch noch mit Agnes (Rosalind Eleazar) verheiraten, deren Herz aber für ihren guten Freund David schlägt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Der 1850 veröffentlichte Roman "David Copperfield" zählt zu den berühmtesten Werken des britischen Schriftstellers Charles Dickens. Die Geschichte des Titelhelden trägt aufgrund seiner schweren Kindheit und der Kluft zwischen Arm und Reich im viktorianischen Zeitalter ernste und sozialkritische Züge. Aber die Erlebnisse und Begegnungen des Helden mit Leuten aus weit auseinanderliegenden sozialen Schichten sind zugleich von feinem Humor durchzogen. Auf diesen Umstand verweist Armando Iannuccis ("The Death of Stalin") Verfilmung, indem sie den Stoff in eine leichtfüßige Komödie verwandelt.

Wie im Roman tauchen eine Menge Charaktere auf, die liebevoll, lieblos, verschlagen, exzentrisch, schrullig sein können und den Titelhelden in Staunen versetzen. Mal ist David Copperfield glücklich, dann stürzt er in große Not, bevor sich gutherzige Personen wieder seiner annehmen und ihn auf seinem Weg begleiten, der dennoch alles andere als gesichert ist.

Drei markante Eigenschaften prägen diesen ideenreich inszenierten Film. Erstens verwebt er gut gelaunt Realitätsebene und Fantasie – zum Beispiel greift mitten in eine fröhliche Szenerie, die der kleine David bei den Verwandten der Haushälterin Peggotty (Daisy May Cooper) genießt, eine riesige Hand durch das Hausdach direkt nach dem armen Jungen. So brutal ruft sich der Stiefvater in Copperfields Geist in Erinnerung. Zweitens sind die Rollen divers besetzt – weiße und nicht-weiße Schauspieler*innen können sogar in Eltern-Kind-Kombinationen auftreten, die hinsichtlich der Hautfarbe gar nicht möglich wären. Drittens herrscht eine ausgelassene Atmosphäre, in der die meisten Charaktere wie Übertreibungen ihrer selbst auftreten.

Man sieht Dev Patel und den meisten anderen Darsteller*innen gerne zu, auch wenn die Charaktere selten wie aus Fleisch und Blut wirken. Die differenzierte Art, wie Dickens seine Romanfiguren schilderte, fällt im Film unter den Tisch. Die Komik nutzt sich mit zunehmender Dauer merklich ab, wie das auch bei Iannuccis bissiger Sowjet-Satire "The Death of Stalin" der Fall war. Für echte Spannung hätte es mehr Substanz gebraucht in diesem bunten, fröhlichen Kostümfilm.

Fazit: Armando Iannuccis filmische Interpretation von "David Copperfield" betont konsequent und mit beschwingtem Stilwillen den Humor, der den Romanklassiker von Charles Dickens durchzieht. Der von Dev Patel gespielte Titelheld hält als Schriftsteller Rückschau auf seine bewegten jungen Jahre und das bunte Völkchen, das seinen Weg kreuzte. Die Charaktere spiegeln die großen sozialen Unterschiede im viktorianischen Zeitalter, doch der filmische Blick richtet sich auf das Lustige und Liebenswerte, das es fast überall zu entdecken gilt. Die verspielte Heiterkeit steht dem Kostümfilm gut, aber sie vermag auf Dauer die anfängliche Spannung nicht zu halten.





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Land: USA, Großbritannien
Jahr: 2020
Genre: Drama, Komödie
Länge: 119 Minuten
Kinostart: 25.09.2020
Regie: Armando Iannucci
Darsteller: Fisayo Akinade als Markham, Nikki Amuka-Bird als Mrs Steerforth, Albie Atkinson als Mealy Potatoes
Verleih: Paramount Pictures Germany, eOne Germany

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