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Kritik: Cash Truck (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Hauptdarsteller Jason Statham und Regisseur Guy Ritchie kennen sich seit über 20 Jahren und sind privat gut befreundet. Auch beruflich sind sie ein harmonisches, gut funktionierendes Gespann, das bewiesen die Erfolge von Filmen wie "Snatch" und "Bube, Dame, König, Gras", die sie gemeinsam realisierten. "Cash Truck" basiert auf dem gleichnamigen französischen Thriller von 2004, in dem Jean Dujardin den undurchsichtigen Geldtransporter-Mitarbeiter spielte.

Obwohl Ritchie nach Ausflügen in den hochbudgetierten Mainstream ("Aladdin", "King Arthur") wieder zu seinen altbekannten Gangster-Stories zurückkehrt und sich das Dreamteam Ritchie / Statham als abermals eingespieltes Gespann erweist, ist in "Cash Truck" doch vieles anders. Und: Der Film geht hinsichtlich seiner Tonalität und vor allem des komödiantischen Anteils in eine gänzlich andere Richtung als etwas Ritchies jüngstes Werk "The Gentlemen".

Das liegt in erster Linie daran, dass "Cash Truck" ungewohnt ernst geraten ist und Ritchie diesmal auf den für ihn so typischen, trockenen britischen Humor weitestgehend verzichtet. So entsteht bisweilen der Eindruck, dass der Regisseur sich selbst und seinen Film insgesamt zu ernst nimmt. "Cash Truck" fehlen die Lockerheit und das Augenzwinkern früherer Ritchie-Filme. Dafür kompensiert der Brite diesen Mangel mit teils heftigen, Eruptions-artigen Gewalt- und Action-Darstellungen, allen voran im - etwas zu lang geratenen - Finale. Die Action ist hart und kompromisslos, zudem ist die Zahl der zu Tode kommenden (Neben-)Darsteller wahrscheinlich so hoch wie in keiner Ritchie-Produktion zuvor.

Das alles dürfte Action-Fans gefallen, ebenso wie Statham-Verehrer ihren Lieblingsschauspieler abermals in seiner Paraderolle erleben dürfen. Als stoischer, mimisch beschränkter Einzelgänger macht er das, was er am besten kann: Knochentrockene One-Liner von sich geben und die Fäuste für sich sprechen lassen. Als zu verschachtelt und umständlich erweist sich die in – insgesamt vier Kapitel unterteilte – Erzählung, die den Film in die Länge zieht. Dafür sorgen die namhaften, spielfreudigen Nebendarsteller aber für überraschend gute Unterhaltung und Abwechslung, darunter Jeffrey Donovan, Scott Eastwood und Musiker Post Malone.

Fazit: Geradliniger, Action- und temporeicher Gangster-Thriller mit illustrer Besetzung, dessen Erzählweise etwas zu unbeholfen sowie schwerfällig und der Film insgesamt 20 Minuten zu lang geraten ist.




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