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© Universal Pictures International

Kritik: Old (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Old" ist das neue Werk von M. Night Shyamalan ("The Sixth Sense", "Signs"). Nach einer langjährigen Reihe von Flops ist es dem Autorenfilmer mit "The Visit" (2015), "Split" (2016) und "Glass" (2019) wieder gelungen, die Gunst der Kritik und des Publikums zu gewinnen. Auf Basis der 2010 veröffentlichten Graphic Novel "Sandcastle" von Pierre-Oscar Lévy und Frederick Peeters liefert er nun einen wunderbar absurden Mix aus Mystery, Science Fiction und Drama, der an die Anthologie-Serie "Twilight Zone" denken lässt. Angenehm ist vor allem, dass der Film seinen durchgeknallten Plot ernst nimmt – und so tatsächlich Spannung zu erzeugen vermag.

Die Zeit spielt am Hauptschauplatz von "Old", einem abgelegenen Strand, völlig verrückt – weshalb die Menschengruppe, die dort landet, einen fiesen Horrortrip durchleiden muss. Auch hier gibt es, wie bei Shyamalan üblich, einen finalen Twist. Allerdings lebt der Film vor allem von den zahlreichen Ideen, mit denen das Drehbuch und die Inszenierung auf dem Weg dorthin aufwarten. Die Kamera von Mike Gioulakis sowie der Score von Trevor Gureckis sorgen für hübsche Gruselatmosphäre.

Die Figuren sind fraglos überzeichnet; dennoch schafft es Shyamalan, dass wir mit ihnen mitfiebern. Dies liegt insbesondere an der stimmigen Besetzung. Vicky Krieps ("Der seidene Faden") und Gael García Bernal ("Die Reise des jungen Che") verkörpern ihre Rollen überraschend feinfühlig, während sich etwa Rufus Sewell ("Dark City") und die herrlich uneitle Abbey Lee ("The Neon Demon") mit Verve der Exzentrik hingeben. Das gesamte Ensemble trägt dazu bei, dass dieses makabre Strandabenteuer höchst unterhaltsam gerät.

Fazit: Eine bemerkenswert einfallsreiche Mischung aus schrägem Schocker und existenziellem Drama. Spannend inszeniert und durchweg gut gespielt.




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