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Scream (2021)

Wiedersehen macht Freude: Requel des Kult-Horrorfilms, in dem der maskierte Killer ein letztes Mal in die Kleinstadt Woodsboro zurückkehrt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Der Ghostface-Killer lässt das Städtchen Woodsboro einfach nicht los. 25 Jahre nachdem er das erste Mal zuschlug und zehn Jahre nach der letzten Mordserie, ist der maskierte Mörder wieder da. Doch dieses Mal überlebt sein erstes Opfer, die Schülerin Tara (Jenna Ortega), und holt sich Verstärkung. Ihre ältere Schwester Sam (Melissa Barrera) und deren Freund Richie (Jack Quaid) eilen zu Hilfe. Unterstützt werden sie von Taras Freunden Amber (Mikey Madison), Wes (Dylan Minnette) und den Zwillingen Mindy (Jasmin Savoy Brown) und Chad (Mason Gooding) sowie Chads Freundin Liv (Sonia Ammar).

Da alle in der Clique irgendeine Verbindung zu den ursprünglichen Morden haben, werden auch sie bald zur Zielscheibe, was die Helden der ersten Stunde auf den Plan ruft. Wenn der Ghostface-Killer in Woodsboro umgeht, lassen Gesetzeshüter Dewey Riley (David Arquette), Sensationsjournalistin Gale Weathers (Courteney Cox) und das erfahrene Final Girl Sidney Prescott (Neve Campbell) nicht lange auf sich warten.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

"Scream" ist Kult, doch der Erfolg dieser Horrorfilmreihe war nicht abzusehen. Wes Craven (1939-2015) war nicht die erste, ja nicht einmal die zweite Wahl für den Posten des Regisseurs. Doch zig Kollegen hatten bereits abgewunken, weil sie das Drehbuch als Horrorkomödie auffassten und daran kein Interesse hatten. Als Craven auf dem Regiestuhl Platz nahm, war der Schöpfer von Horrorfilmklassikern wie "Das letzte Haus links" (1972), "Hügel der blutigen Augen" (1977) und "Nightmare – Mörderische Träume" (1984) mit "Vampire in Brooklyn" (1995) gerade auf einem Karrieretiefpunkt angekommen. Doch "Scream" traf einen Nerv, belebte das totgeglaubte Slasher-Subgenre wieder und löste eine ganze Welle an Nachahmern aus, die seither nicht abebbt.

Was den ersten Film auszeichnet und bis heute großartig macht, ist der gelungene Mix aus echtem Grusel und Meta-Comedy. Drehbuchautor Kevin Williamson hatte erkannt, dass das Kinopublikum von den immer gleichen Charakteren und Handlungsverläufen gelangweilt war. Warum verhielten sich die Figuren in einem Horrorfilm so dämlich? Hatten sie denn noch nie einen Horrorfilm gesehen? In Williamsons Skript war das anders. Seine Figuren wussten um die Horrorfilmgeschichte, waren zum Teil Horrorfilmfans. Wer sich mit den Regeln auskannte, überlebte. Dieser Kniff war ebenso simpel wie genial. Denn dadurch konnte auch das Kinopublikum mitraten und miträtseln, was den Spaßfaktor im Saal ungemein erhöhte.

Mit dem Film endete eigentlich auch die Geschichte der Mordserie in Woodsboro. Doch der unverhoffte Erfolg, der sich in den USA nicht sofort, sondern ganz allmählich durch Mund-zu-Mund-Propaganda einstellte, zeitigte Fortsetzungen. So wurde aus "Scream" erst eine Trilogie, die sich mit immer neuen Drehungen und Wendungen und metafiktionalen Anspielungen noch ganz gut aus der Affäre zog, dass nichts Neues mehr erzählt, sondern die Story aus dem Ursprungsfilm nur ein ums andere Mal neu verpackt wurde. Bevor elf Jahre danach ein vierter Teil folgte, der die Metaebene und das Fanboytum auf die Spitze trieb und bei der Kritik bislang am schlechtesten wegkam. Eine Fernsehserie (2015-2019) später folgt nun Film Nummer fünf, der offiziell wie der erste Teil nur als "Scream" betitelt ist, weil er der Reihe ein wohlverdientes Ende setzen soll.

Doch ist dieses Ende auch ein würdiges? Die Antwort lautet ja und nein. Das Drehbuch-Duo James Vanderbilt und Guy Busick und das Regie-Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett machen vieles richtig. Sie nehmen sich ausreichend Zeit, die Figuren und das Setting einzuführen. Hier hat man endlich wieder das Gefühl, echten Menschen mit echten Leben und keinen Horrorfilm-Abziehbildern zuzusehen. Auch den Horror nehmen sie (wieder) ernster, was zu manch fieser und effektvoll umgesetzter Szene führt. Leider schrauben sie dafür den Humor zu sehr zurück.

Was "Scream" so einzigartig und zu einem Zeitgeist-Phänomen der 1990er-Jahre machte, war der Umstand, dass der Film selbst denen Spaß machte, die mit Horrorfilmen überhaupt nichts anfangen konnten. Wes Cravens "Scream" war die lustige kleine Schwester von John Carpenters "Halloween" (1978). Durchaus blutiger, aber durch seine lockere Erzählweise leichter verdaulich. Ein Horrorstreifen, der nicht mehr als gute Unterhaltung sein wollte, durch seine Metaebene aber cleverer als die meisten Vertreter des Genres war. Logikbrüche und den wohl unbeholfensten Killer der Filmgeschichte nahm man dafür getrost in Kauf. Sie waren Teil des Spaßes.

All dessen und dem, was sich seither im Genre getan hat, sind sich die Macher des fünften Teils natürlich bewusst – und das wird zum Problem. Tiefgründigeren Horrorfilmen wie "The Witch" (2015), "Get Out" (2017) oder "Hereditary" (2018) wird zwar ebenso eine Absage erteilt wie harschen Remakes und Requels wie Rob Zombies "Halloween" (2007) und David Gordon Greens "Halloween" (2018). Und tiefgründig will der fünfte Teil auch gar nicht sein. Ernst(er) und brutal(er) hingegen schon, was den bei der Reihe so geliebten Spaßfaktor immer stärker verringert, je länger der Film dauert.

Ein bisschen ist "Scream" wie ein Wiedersehen mit alten Freunden, denen man nichts mehr zu sagen hat. Am Anfang freut man sich wie Bolle, dann geht einem irgendwann der Gesprächsstoff aus. Schön ist das Treffen schon, aber eben nie so schön wie beim ersten Mal. Und hoffentlich ist es ein Abschied für immer.

Fazit: Der inzwischen fünfte Teil von "Scream" ist hoffentlich der letzte. Denn mit diesem Requel zieht sich die Horrorfilmreihe, die im Gegensatz zu vielen zu Tode gerittenen Konkurrenten bislang recht übersichtlich blieb, ganz ordentlich aus der Affäre. Mit Respekt für das Original und Liebe für die Figuren inszeniert, schrauben die Regisseure Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett das Horrorlevel ein wenig nach oben, das Humorlevel hingegen zu weit nach unten. "Scream" macht zwar Spaß, aber lange nicht so viel wie das Original.




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Land: USA
Jahr: 2021
Genre: Thriller, Horror, Mystery
Länge: 120 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 13.01.2022
Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett
Darsteller: Neve Campbell als Sidney Prescott, Courteney Cox als Gale Weathers, David Arquette als Dewey Riley
Verleih: Paramount Pictures Germany

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