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Shutter Island
Shutter Island
© 2009 Concorde Filmverleih GmbH

Kritik: Shutter Island (2008)


Je besser mir ein Film gefallen hat, umso schwerer fällt es mir, anschließend eine Kritik zu schreiben. Die Kritik zu "Shutter Island" ist mir allerdings gleich doppelt schwer gefallen: Zum einen, weil die nach "Gangs of New York", "The Aviator" und dem Oscargekrönten "The Departed" vierte Zusammenarbeit von Martin Scorsese und Leonardo Dicaprio wirklich gelungen ist, zum anderen weil eine Vermeidung von Spoilern in diesem Fall so kompliziert wie wünschenswert ist - der Thriller funktioniert sicher am besten, wenn man nicht die geringste Ahnung von der Story hat. Obwohl Drehbuchautorin Laeta Kalegridis das Ende (etwas) abgewandelt hat, haben Leser der Romanvorlage von Dennis Lehane also schon verloren. Die "Ahnungslosen" hingegen führt Scorsese gekonnt an der Nase herum - und das, obwohl sich im Rückblick eine ganze Menge Hinweise auf die Auflösung finden lassen.

Bei der Inszenierung setzt Scorsese auf allerlei thrillertypische Motive: Düstere Musik, ein klaustrophobisches Setting inklusive Spukschloss-Architektur, Schattenspiele à la Film noir, eine von Halluzinationen und Flashbacks geplagte Hauptfigur - hier wird wirkliches alles getan, um die Zuschauer zu verunsichern.
Unterstützt wird Scorsese dabei von einem hervorragenden Cast. Insbesondere Ben Kingsley spielt so wunderbar zweideutig, dass man seine Figur bis zum Schluss nicht wirklich einschätzen kann: Ist er nun um das Wohl seiner Patienten bemühter Psychiater, oder doch ein Arzt mit dunklen Geheimnissen?

Ein kleines, allerdings vermutlich absolut subjektives Problem hatte ich dennoch ausgerechnet mit Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio: Obwohl er inzwischen beeindruckende Falten auf seine Stirn zaubern kann, wirken seine Gesichtzüge, ähnlich wie bei Michael J. Fox, auf mich noch immer jungenhaft - was es mir gelegentlich etwas erschwert hat, ihn in der Rolle eines traumatisierten Weltkriegsveteranen wirklich ernst zu nehmen. Was allerdings nicht heißen soll, dass er hier schlecht spielt - das Gegenteil ist der Fall.

Fazit: Gekonnt inszenierter und gespielter Thriller, der die Zuschauer geschickt an der Nase herumführt und bis zum Abspann Raum für Spekulationen lässt.





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