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Besser geht's nicht - Poster
Besser geht's nicht - Poster
© Columbia TriStar

Kritik: Besser geht's nicht (1997)


Der Nachbar, das Ekelpaket und seine Liebhaberin "Mein Name ist Melvin Udall und ich bin trotz meines vorgerückten Alters egoistisch, störisch und gemein. Den Hund meines Nachbarn schmeiße ich in die Abfalltonne, meine Nachbarn überziehe ich mit abfälligen Bemerkungen und die Kellnerin in der Stammkneipe treibe ich mit meinen eigenwilligen Wünschen genüßlich bis zur Weißglut. Doch irgendwie ist man mit solchen Allüren immer ziemlich einsam. Und wenn ich in die großen Augen dieser Tablettjongleuse blicke, wird mir immer ganz weich ums Herz. Aber zugeben werde ich das natürlich nicht! Denn ich gebe mir doch keine Blöße und eine Frau würde ja nur meine jahrzehntelang bewährte, durchorganisierte Welt durcheinander bringen!" In Bayern nennt man diese Spezies ´Grantler´, krankhafte Eigenbrödler, die rücksichtslos vor sich dahin vegetieren und an niemandem ein gutes Haar lassen. In New York hat sich nun Jack Nicholson dieser Rolle angenommen, in einem Film, der sich als augenzwinkernde und rührende Charakterstudie dreier faszinierender Menschen entpuppt. Melvin, sein hundebesitzender Nachbar Simon und die Cafebedienung Carol wollen eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben. Doch eine Raubüberfall bei Simon treibt Melvin einen Vierbeiner in die Wohnung und durch die Immunschwäche von Carols Sohn wird der Egozentriker gar zum großzügigen Retter in der Not. Das ist der Stoff, aus dem Kinoträume geboren werden und nur zu oft schon als ärgerliches Rührstück endeten. Allein den trittsicheren Darstellungen der beiden Hauptdarsteller ist es zu verdanken, daß dieses drohende bittere Ende vereitelt wird. "Besser geht's nicht" ist ein Schauspielerfilm, oft genug sagen kleine Regungen in Gesichtern mehr als tausend Worte. Das abfällige Paradegrinsen von Nicholson weicht mehr und mehr liebevollen und unsicheren Zuckungen der verwucherten Augenbrauen. Hoffnungsvolle Falten wandern auf seine Stirn, wenn sich das weiche, blasse Gesicht von Helen Hunt nähert. Dieses realistische und ausgefeilte Schauspiel macht aus der Regiearbeit von James L. Brooks ein zwar unspektakuläres, aber eindringliches Erlebnis. Wem dies alles zu nuanciert und zu echt anmuten sollte, wird sich letztenendes mit der Äußerung einer Nebenfigur rechtfertigen können: "Vielleicht ein bißchen viel Realität für einen Samstagabend!".




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