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Rossini - Oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief (1996)

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


"Rossini" ist der Name eines italienischen Restaurants in einer deutschen Großstadt. Abend für Abend wird es frequentiert und dominiert von einer Anzahl illustrer Stammgäste, die bei aller Verschiedenheit eines gemeinsam haben: Sie sind einsame Menschen, "Singles" im soziologischen und seelischen Sinne, die ihr Lokal zum zweiten Zuhause machen. Ganz ungeniert nutzen sie es als Erweiterung ihrer Wohnzimmer und ihrer Büros für private und geschäftliche Auseinandersetzungen, als Forum ihrer Selbstdarstellung und als Bühne ihrer erotischen Lust- und Trauerspiele - sehr zum Leidwesen des Wirts, der sich
von seiner selbstherrlichen Klientel nur noch als Lakai behandelt fühlt.
Am Anfang des Films wird man mitten in die lärmende Welt des Restaurants geworfen - gleich einem Gast, der es zum ersten Mal betritt - und nimmt dabei die Protagonisten kaum mehr als nur kursorisch wahr. Im weiteren Verlauf lernt man diese Personen, ihre Probleme und ihr verwickeltes Verhältnis zueinander näher kennen:
So versucht die Journalistin Charlotte, den nervösen Allergiker Uhu Zigeuner zum Beischlaf zu verführen, weil sie ihren täglichen Orgasmus zur Migräne-Prophylaxe benötigt. Der Allergikerjedoch, ein Regisseur, kann ihr nicht dienlich sein, denn er hat Potenzprobleme, solange er keinen Film dreht, außerdem ist er magenleidend.
Der Wirt Rossini, ein Frauenverächter par excellence, bildet sich ein, es am Herzen zu haben und konsultiert deshalb den Schönheitschirurgen Dr. Gelber. Dieser liebt hoffnungslos die schöne Valerie, die ihrerseits Konstipationen hat, weil sie sich nicht entscheiden kann, ob sie den Lyriker Bodo Kriegnitz, der ihr hymnische Gedichte schreibt, oder den Filmproduzenten Oskar Reiter zum Geliebten nehmen soll. Reiter beschenkt sie zwar mit teuren Juwelen, steckt aber in finanziellen Schwierigkeiten und sieht seine einzige Rettungschancedarin, mit Hilfe des Regisseurs einen Bestseller zu verfilmen, der von einem Misanthropen namens Jakob Windisch geschrieben wurde.
Der aber will vom Film nichts wissen, da er einzig und allein damit beschäftigt ist, eine Romanze mit der Kellnerin Seraphina anzuzetteln, und deswegen immer allein im Séparée speist.
Diese komödiantischen Verwicklungen werden noch komplizierter durch das Auftreten einer jungen Schauspielerin mit dem märchenhaften Namen Schneewittchen, die den misogynen Wirt um den Finger wickelt und in einen feurigen Liebhaber verwandelt, und durch die bedrohliche Intervention der drei Bankdirektoren Melk, Hopf und Weich, die dem Filmproduzenten durch kleinliche Rückforderung von Millionen-Krediten einen der letzten schönen, warmen Sommerabende verderben.
Der Hauptteil des Films spielt an einem einzigen Abend und (fast ausschließlich) an einem einzigen Ort, dem Restaurant "Rossini".Die Konflikte und Einzelgeschichten verschränken und überlagern sich auf zunehmend turbulente Weise, kulminieren in einer raschen Folge von Niederlagen und Triumphen sämtlicher Protagonisten und enden schließlich in einer Vielzahl kleiner Katastrophen und einer großen.
Eine kurze Coda, die formal an die Eröffnungssequenz anknüpft, schließt die Geschichte zum Kreis und läßt vermuten, daß das Erzählte nur eine Episode aus einer umfassenderen menschlichen Komödie war, die sich fortspinnt, Abend für Abend bei "Rossini" und anderswo.

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 1996
Länge: 114 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 23.01.1997
Regie: Helmut Dietl
Darsteller: Veronica Ferres, Mario Adorf, Heiner Lauterbach
Verleih: Constantin Film




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