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Kritik: Les Misérables (1998)


Zum zwanzigsten Mal einen klassischen Roman zu verfilmen, den jeder kennt und keiner mehr liest, kann eigentlich nicht schiefgehen – vor allem, wenn man Billie August heißt und das getragen-epische Kino für sich gepachtet hat. Kein Wunder also, daß sich der symbolschwangere Psychokrieg zwischen dem zum Wohltäter mutierten Ex-Knacki Valjean und seinem bissigen Häscher Fantine zu einem ansehnlichen Kostümdrama entwickelt, dem freilich der Flair einer Merchant-Ivory-Produktion abgeht.
Daß Hugos ellenlanger Roman auf den Konflikt der beiden Hauptfiguren zusammengestrichen wurde, schadet dem Film keineswegs, raubt der zuweilen hölzernen Geschichtsstunde für Oberschüler allerdings an Perspektive. Geoffrey Rush ("Shine") und Liam Neeson ("Schindlers Liste") sind eine Wonne, Uma Thurman praktiziert Over-Acting am Rande der Selbstparodie, und die niedlichen Teenies Claire Danes und Hans Matheson lieben einander so zuckersüß, daß wohl die BRAVO ihre Finger mit im Drehbuch hatte.

Aber es ist ja Weihnachten.




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