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The Raid
The Raid
© Sony Pictures Classics

Die härtesten der Harten

Schnörkellose Actionfilme von gestern bis morgen

Viele Actionfans sehen es mit Sorge, wenn ein neuer Kinofilm ihres Lieblingsgenres mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren daherkommt, damit auch angehende Teenies nach der sechsten Unterrichtsstunde noch ein bisschen Geballer erleben dürfen.

Natürlich versteht man auf der einen Seite die Beweggründe der Filmstudios, ihre Produkte einem breiten Publikum zugänglich machen zu wollen. Doch auf der anderen Seite fehlt einfach das gewisse Etwas, wenn die Actionhelden nur mit halber Kraft losprügeln und bei den besonders brutalen Szenen plötzlich der Schnitt das herrlich blutige Finale abbricht. Daher ist es immer wieder ein Grund zur Freude, wenn ein Film in den Lichtspielhäusern aufschlägt, dem seine Altersfreigabe am Allerwertesten vorbeigeht und der seinen Reiz auch aus seiner expliziten Härte zieht. Dieser Gruppierung gehört fraglos auch The Raid (Kinostart 12. Juli 2012) an, der in diesem Jahr den Expendables die Schau stehlen wird. The Raid zeigt, wie sich eine Spezialeinheit durch einen dreißigstöckigen Apartmentblock kämpfen muss, um einen erbarmungslosen Drogenbaron dingfest zu machen. Dabei wird auf ziemlich drastische Bilder gesetzt. Damit reiht sich der Film hervorragend in die Tradition einiger legendärer Actionfilme der Vergangenheit ein, die ebenfalls hartgespült daherkamen und auf die nun zurückgeblickt werden soll.

RoboCop (1987)
„RoboCop“ gilt als einer der besten Filme von Regisseur Paul Verhoeven, der zum Beispiel auch „Basic Instinct“ oder „Total Recall“ inszenierte. Die schmutzige Geschichte um Polizei-Korruption und Verbrechen zählt zum brutalsten, was es jemals in den Mainstream geschafft hat. Paul Weller spielt den Polizisten, der zum Cyborg wird, wunderbar unterkühlt und trotzdem eindringlich. Kennt man den Film nicht, könnte man meinen, dass hier nur versucht wurde, im Fahrwasser von „Terminator“ mitzuschwimmen. Doch „RoboCop“ bietet auch inhaltliche Tiefe und unterhält auch heute trotz seines Alters noch ausgezeichnet.

Stirb Langsam (1988)
Officer John McClaine aka. Bruce Willis schuf sich selbst seit „Stirb langsam“ mit jedem neuen Film der Kult-Action-Reihe ein neues blutverschmiertes Denkmal. Kein Stunt ist ihm zu gefährlich und keiner seiner noch so durchgedrehten Widersacher schaffte es je auf einen Level der Verrücktheit und Unerschrockenheit, wie das Stehaufmännchen der New Yorker Polizei. Sich unter Schmerzen in seinem vom eigenen und dem Blut seiner Gegner triefenden Feinripp-Unterhemd über den mit Glasscherben und Patronenhülsen übersäten Boden ziehend, hatte er stets ein sarkastisches „Yippiheihey, Schweinebacke!“ auf den Lippen. Herrlich!

Hard Boiled (1992)
Wer sagt, dass Schießereien grundsätzlich hässlich sein müssen, hat „Hard Boiled“ noch nicht gesehen. Denn Inspektor Tequila ist der Balletttänzer unter den wild um sich ballernden Polizisten. Sein Alleingang gegen das organisierte Verbrechen versprüht eine sagenhafte Ästhetik und der Zuschauer bekommt mehr Zeitlupen zu sehen, als bei einem durchschnittlichen Champions League Spiel. Dabei wurde auch hier nicht der Fehler begangen, dem ganzen nochmal ordentlich Weichspüler zuzugeben, bevor man es dem Publikum servierte, was wahrscheinlich auch dazu beitrug, dass hier ein Kultfilm entstand.

Kill Bill: Volume 1 (2003)
Die Ausgangssituation der „Kill Bill“-Geschichte ist nicht kompliziert und trotzdem musste sie in zwei Teilen erzählt werden. Wobei es vor allen Dingen im ersten Film richtig hart zur Sache ging. Im Großen und Ganzen geht es um den Rachefeldzug DER BRAUT (hier sind Großbuchstaben einfach angebracht). Sie entgeht nur knapp dem Mordanschlag auf ihrer eigenen Hochzeit und nach fünf Jahren Koma sinnt sie nach Vergeltung. Auf ihrem Weg geht sie dabei so behutsam vor, wie jemand, der versucht, eine Sahnetorte mit einer Kettensäge zu schneiden. Dabei wird eine Menge an Kunstblut verwendet, die eigentlich für 10 Actionfilme hätte reichen sollen. Der Zuschauer kann sich beeindruckt zurücklehnen und den Reigen an umherfliegenden Körperteilen und roter Farbe genießen.

John Rambo (2004)
Mach‘s noch einmal Sylvester! In diesem knallharten Streifen schlüpfte Sly kurz vor Erreichen des Rentenalters zum vierten Mal in die Haut von Vietnam-Haudegen Rambo. Natürlich geizten die ersten drei Teile auch nicht mit Gewalt, aber hier wird der Vogel nicht nur abgeschossen, sondern direkt in der Luft zersprengt. Wahrscheinlich dachte sich Sylvester einfach: „Wenn ich schon nicht den besten Actionfilm machen kann, dann doch wenigstens den brutalsten“.

Vielleicht schoss "John Rambo" wirklich ein bisschen über das Ziel hinaus, aber für einen Großteil der Genrefans muss Action eben auch ein paar blutige Ecken und Kanten haben, denn wo gehobelt wird, fallen nun mal Späne. Und da kommen wir wieder zu "The Raid", denn hier ist die Action schmutzigund gleichzeitig mit Akrobatik gewürzt. Wer sich Kritiken durchliest, wird unweigerlich Vorfreude empfinden, denn dort wird er bereits als „bester Actionfilm seit Jahrzehnten“ (twitchfilm) gehandelt. Daher sollten sich jeder, der ein Herz für harte Action hat, den 12. Juli vormerken, denn dann startet das Highlight endlich in unseren Kinos.



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