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Robin Williams als Der 200-Jahre-Mann
Robin Williams als Der 200-Jahre-Mann
© Columbia TriStar

TV-Tips für Sonntag (28.6.): 200 Jahre Robin Williams

Arte zeigt "Der 200-Jahre-Mann"

Heute Abend bieten die Fernsehsender nichts Weltbewegendes an Kinofilmen an, aber immerhin hat man im Hauptprogramm die solide Auswahl zwischen Action ("Premium Rush" auf Pro7) und Gefühl ("Der 200-Jahre-Mann" auf Arte).

"Premium Rush", Pro7, 20:15 Uhr:

Ein Fahrradkurier (Joseph Gordon-Levitt) transportiert in New York City einen Briefumschlag. Diesen will ein korrupter Polizist (Michael Shannon) in seinen Besitz bringen und verfolgt den Kurier quer durch die Stadt.

Ein Verfolgsjagd-Thriller - auf dem Fahrrad? Auch das funktioniert, wenn der richtige Regisseur das Material in die Hände bekommt. David Koepp ("Mortdecai") jedenfalls, der hier sein eigenes Drehbuch verfilmte, hatte 2012 ganz offensichtlich den Bogen raus. Er filmte in den Straßen von New York, was nicht ganz ungefährlich war. Hauptdarsteller Gordon-Levitt fuhr zum Beispiel mit hoher Geschwindigkeit auf ein Taxi auf, rauschte durch die Scheibe und riss sich den Arm auf (Teile des Unfalls sind im Abspann zu sehen).

Aber hauptsächlich erreichte Koepp das Tempo am Schneidetisch: In nicht-chronologischer Abfolge erzählt der Film seine Handlung mit rasanten Rück- und Vorblenden, wobei eine eingeblendete digitale Uhr hilft, den Überblick zu behalten. Die hyper-dynamische Action-Szenen und die unterhaltsamen schauspielerischen Leistungen übertünchen die abgegriffene Handlung. Kritiker Allan Hunter war wie die Mehrheit der Kollegen positiv gestimmt: "Dieser Film ist eine einzige schwungvolle, temporeiche Jagd durch die Straßen von Manhattan. Scheren Sie sich nicht um die Logik, genießen Sie den Fahrtwind!"

Trotz der guten Rezensionen floppte die Columbia Pictures-Produktion, die 35 Millionen Dollar gekostet hatte, böse an den Kinokassen.



"Der 200-Jahre-Mann", Arte, 20:15 Uhr:
Ein Androide (Robin Williams) ist bestrebt, ein Mensch zu werden und eignet sich nach und nach Gefühle an.

100 Millionen Dollar brachten Columbia Pictures und Walt Disney Pictures gemeinsam auf, um Isaac Asimov's Novelle "The Bicentennial Man" von 1976 als "Bicentennial Man" (so der Originaltitel) auf die Leinwand zu bringen: Technisch aufwendig, mit einer beeindruckenden Besetzung (neben Williams wirken Embeth Davidtz, Sam Neill und Oliver Platt mit) und Regisseur Chris Columbus, der 1993 mit Williams die Erfolgskomödie "Mrs. Doubtfire" in die Lichtspielhäuser gebracht hatte, kam der Science Fiction-Film 1999 in die Filmtheater. Die technische Expertise spiegelt sich auch in der "Oscar"-Nominierung für die "Beste Maske".

Ehrgeizig widmet sich das Drehbuch von Nicholas Kazan Themen wie Menschlichkeit, Sklaverei, Vorurteil, Mündigkeit, intellektueller Freiheit, Anpassung, Sex, Liebe und Sterblichkeit. Bei den Kritikern kam der Streifen nicht gut weg: Sie verurteilten das Drehbuch als schlecht; der Film ende in Langeweile und Rührseligkeit. Und die Filmstudios mussten die Produktion abschreiben: In den USA wurde sie ein nur mäßiger Erfolg, im Ausland floppte sie total. Insgesamt kamen so nur 87 Millionen Dollar zusammen.

Doch "Bicentennial Man" besitzt viele Verteidiger unter den Zuschauern, so beispielsweise diesen amerikanischen: "Als dieser Film veröffentlicht wurde, trafen ihn zwei fast tödliche Schläge an der Kinokasse: Zum Einen die Stimmung gegen Robin Williams für seine Darstellung in dem manipulativen 'Patch Addams', zum Zweiten die Rezensionen, in denen der Streifen als 'schmalzig' und 'rührselig' verurteilt wurde. Ich habe das nie so empfunden. Das ist vielmehr das durchdachteste und subversivste Werk in der Karriere von Chris Columbus - kein Kinderfilm, sondern ein meisterhafter Science Ficiton-Film und Charakterdrama zugleich, das auf ein herzzerreißendes Finale zusteuert."

Die Filmmusik schrieb der Anfang der Woche tödlich verunglückte James Horner.



"Die Liebe in Zeiten der Cholera", ARD, 23:35 Uhr:
Fiorentino (Javier Bardem), in seiner Jugend im Jahr 1880 von der schönen Fermina (Giovanna Mezzogiorno) abgewiesen, stürzt sich als Erwachsener in zahlreiche sexuelle Abenteuer und versucht so über einen Zeitraum von 50 Jahren verzweifelt, sein gebrochenes Herz zu heilen.

"Love in the Time of Cholera" war 2007 die erste Hollywood-Produktion, der ein Roman des kolumbianischen Autors Gabriel Garcia Marquez zugrunde lag - in diesem Fall sein gleichnamiges Buch von 1985. Produzent Scott Steindorff ("Der Mandant") bettelte drei Jahre lang bei dem Schriftsteller um die Rechte - und meinte, er werde wenn nötig genauso lange wie Fiorentino im Roman kämpfen - wobei er Marquez mit dem Versprechen gewinnen konnte, die Buchvorlage nicht zu "hollywoodisieren".

Gedreht wurde zwar auf englisch, aber immerhin vor Ort im kolumbianischen Cartagena und mit einem aus Spanien stammenden Hauptdarsteller, dem hochgelobten Bardem. Die Regie übernahm der Brite Mike Newell ("Prince of Persia"), dem ein 50 Millionen Dollar schweres Budget von New Line Cinema zur Verfügung gestellt wurde, um das Drama in Szene zu setzen.

Viel Freude hatte das Studio dann nicht an dem Prestigeprojekt. Die Kritiker waren sich einig, dass der wunderschön gefilmte Streifen es nicht vermochte, den Zauber der Vorlage auf die Leinwand zu bannen. Shakira erhielt für ihren Song "Despedida" eine Golden Globe-Nominierung, aber ansonsten floppte die Romanverfilmung.

Dennoch: "Die Zuschauer, die sich den dargestellten Emotionen, den nuancierten Darstellungen und dem opulenten Design öffnen, werden reich belohnt werden", empfand Kritikerin Annlee Ellingson für "Boxoffice Magazine".



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