Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
The Transporter Refueled
The Transporter Refueled
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kinostarts Deutschland: "Transporter" fährt mit leerem Tank

Fortsetzung ohne Jason Statham

Ein sehr vielfältiges Angebot kommt diese Woche in unsere Kinos - und wer auf schwer verdauliche, bildgewaltige russische Dreistundenfilme steht, für den ist tatsächlich "Es ist schwer, ein Gott zu sein" die beste Wahl. Für Liebhaber konventionellerer Kost bietet sich Meryl Streep als Rockröhre an. Was läuft, was lohnt, was nicht?


"The Transporter Refueled"

Thriller
USA
96 Minuten
FSK 12

US-Thriller über einen Fluchtwagenfahrer (Ed Skrein), der vier ehemalige Prostituierte auf einem Rachefeldzug gegen ihre Peiniger begleitet. Vierter Teil aus der "Transporter"-Reihe, mit der sich Jason Statham 2002 zum Star schoss. Und damit wären wir auch schon bei einem Handicap dieses Streifens von Camille Delamare ("Brick Mansions"), der bereits bei der "Transporter"-Fernsehserie als Regieassistent gearbeitet hat: Statham ist nicht mehr dabei, stattdessen soll sein englischer Landsmann Ed Skrein den Action-Stab in dieser übertrieben inszenierten, unrealistischen Geschichte übernehmen, die mit Verfolgungsjagden, Schlägereien und Schießereien en gros aufwartet, die aber so stilisiert sind, dass sie eher ins Slapstickhafte reichen. Die ersten Kritiken sind verheerend, auch die Zuschauerreaktionen ablehnend. Der neue Hauptdarsteller gibt sein Bestes, aber gegen so viel Doofheit kann er nicht gewinnen. Es wird Zeit, dass Produzent Luc Besson nicht mehr versucht, noch den letzten Tropfen aus dem "Transporter" zu holen. Der Tank ist leer. Findet auch unser Kritiker Falk Straub: "Als Film getarntes eineinhalbstündiges Werbevideo für einen deutschen Autohersteller – ohne Sinn und Verstand."

"Ricki - Wie Familie so ist"
Drama
USA
101 Minuten
FSK 0

Meryl Streep spielt eine alternde Rocksängerin, die einst ihre Familie verließ und sich nun mit ihren erwachsenen Kindern versöhnen will. Der ruhig erzählte Film, der mehrere Musikeinlagen von Ms Streep herself enthält und mit ihrer Tochter Mamie Gummer in der Rolle ihrer Filmtochter aufwartet, tut sich schwer, einen konsistenten Tonfall zu finden - Tragikomödien sind genauso schwierig wie schwarze Komödien - und leidet unter seiner absolut vorhersehbaren Handlung. Doch einmal mehr reißt Streep das Ganze wieder halbwegs mit einer großartigen Leistung heraus. In den USA erhielt "Ricki and the Flash" (so der Originaltitel) gemischte Kritiken und fiel beim Publikum durch. Unsere Kritikerin Bianka Piringer ist dagegen von Jonathan Demme's ("Rachels Hochzeit") Comeback-Film angetan: "Meryl Streep beweist, dass auch ältere Frauen den Geist des Rock'n'Roll stil- und kraftvoll lebendig machen können."

"Königin der Wüste"
Drama
USA
128 Minuten
FSK 0

"Wer hätte gedacht, dass der alte Mann noch so einen schlechten Film in sich hatte?", fragt die Filmwelt bass erstaunt. "Das ist eine solch konventionelle romantische Filmbiographie, dass man kaum glauben kann, dass es sich um ein Werk des Genies Werner Herzog handelt", schrieb zum Beispiel der britische Filmkritiker David Sexton. Der bayerische Filmemacher hat sein starbesetztes Möchtegern-Epos buchstäblich in den marokkanischen Sand gesetzt. Schon bei der Berlinale hatte das US-Drama, eine Independent-Produktion, die in den USA noch nicht auf die Leinwände gekommen ist, niemanden vom Hocker gerissen. "Queen of the Desert" erzählt von der Forscherin und Schriftstellerin Gertrude Bell (Nicole Kidman), ihre unglückliche Liebe zu einem Diplomaten (James Franco) und ihre abenteuerlichen Reisen im Orient zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Herzog erzählt überwiegend ruhig und episodisch und konzentriert sich ganz auf seine melancholische, doch starke und selbstbewusste Protagonistin. Dies alles eingebettet in ruhige Landschaftsaufnahmen und teils märchenhaft wirkenden Orient-Szenerien, garniert mit einem poetischen Tonfall und sanfter Musik von Klaus Badelt. Unser Kritiker Gregor Torinus möchte den Stab nicht völlig brechen: "Dies ist ein sehr seichtes Hollywood-Historienepos, das mit einer kräftigen Priese Werner Herzog-Wahnsinn gewürzt ist. Das Ergebnis bleibt halbgar."

"Es ist schwer, ein Gott zu sein"
Science Fiction-Film
Russland
177 Minuten
FSK 16

Diese russische Mischung aus Science Fiction und historischem Drama kommt mit zwei Jahren Verspätung in die deutschen Kinos: Mehrere Forscher leben als Zeitreisende auf einem fremden Planeten, in einer Gesellschaft, die an das irdische Mittelalter erinnert und von Gewalt und Unrecht geprägt ist. Aleksey German's Streifen - sein erster seit 1998 und sein letzter, denn er verstarb 2013 - ist episodisch angelegt und mit aufwendigen Bildern in langen Einstellungen inszeniert. Nach German's Tod vollendete sein Sohn Aleksey German Jr., ebenfalls ein Filmemacher, das Werk seines Vaters. Die amerikanischen und die deutschen Kritiker sind sich einig: Das ist schwere Kost, aber ein Erlebnis besonderer Art, kaum zu ertragen, aber beeindruckendes Kino - ein Werk, das laut Kritiker Eric Mandel "Hieronymus Bosch und Terry Gilliam gleichermaßen stolz gemacht hätte". Unser Kritiker Carsten Moll ist begeistert und vergibt die Höchstwertung: Fünf von fünf Sternen! "Ein chaotischer wie faszinierender Bildersog, der durch die perfektionistische Regie und eine überbordende Ausstattung überzeugt", schwärmt er.

"French Women - Was Frauen wirklich wollen"
Komödie
Frankreich
116 Minuten
FSK 12

Französische Komödie über elf verschiedene Frauen und ihre Krisen und Konflikte in Familie, Beruf und Liebesleben. In einem teils turbulenten episodischen Reigen erzählt der Film von weiblichen Klischeebildern und dem Kampf um individuelle Lebensentwürfe. "Sous les jupes des filles" (Unter den Röcken der Mädchen) lautet der Originaltitel des Streifens von Audrey Dana, mit dem die Darstellerin ihr Regiedebüt gibt. Und wie der Titel schon andeutet, geht es hier ganz schön rund (oh là là!) - auch an den französischen Kinokassen, wo der Film mit Isabelle Adjani 1,3 Millionen Besucher verzeichnen konnte. Allerdings waren die nicht immer zufrieden, ebenso wenig wie die Kritiker, bei denen die französischen Damen durchfielen. Und auch unsere Rezensentin Bianka Piringer kann dem Treiben nicht viel abgewinnen: "Trotz namhafter Darstellerinnen wirken die Geschichten, in denen zu viele Themen angerissen werden, oberflächlich und uninspiriert."


Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.