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Synchronsprecher Arne Elsholtz ist tot

Tom Hanks, Kevin Kline und Bill Murray verstummen

Neben Christian Brückner, der Robert De Niro seine unverwechselbare Stimme leiht, kennen die deutschen Kinogänger wohl keine Stimme so gut wie die von Arne Elsholtz, der seit Jahrzehnten der Standardsychronsprecher von Tom Hanks ist. Den Deutschen war sein Timbre so unverwechselbar mit dem US-Schauspieler verbunden, dass sogar im Nachhinein alte Komödien wie "The Money Pit" ("Geschenkt ist noch zu teuer") bei der DVD-Veröffentlichung mit Elsholtz nachsynchronisiert wurden. Gestern ist Arne Elsholtz im Alter von 71 Jahren in Berlin gestorben.

Aber es war nicht nur Hanks, dem Elsholtz seine Stimme lieh: Er war parallel auch der Standardsprecher für Bill Murray, den er erstmals 1980 bei der Komödie "Caddyshack" synchronisierte. Auch für Kevin Kline sprach er sehr häufig ein, ab 1988 mit der Komödie "A Fish Called Wanda". Der vierte Akteur, der sehr oft mit Arne's Stimme sprach, ist Jeff Goldblum. Diesen sprach er häufiger ab Ende der Achtziger; am prominentesten wohl in dem Science Fiction-Film "Jurassic Park" von 1993 und dem Science Fiction-Film "Independence Day". Auch jüngeren Zuschauern beziehungsweise Zuhörern ist er bekannt, denn er spach Manfred das Mammut in den "Ice Age"-Animationsstreifen. Insgesamt synchronisierte er knapp 700 Rollen.

Letztes Jahr konnte man Elsholtz in "Ricki - Wie Familie so ist" mit Kevin Kline hören; in einigen Kinos, die "Rock the Kasbah" mit Bill Murray zeigen, ist er sogar jetzt noch zu vernehmen. Seine Stimme klang allerdings nach einer Erkrankung, die ihn 2008 zu einer Pause zwang, schleppender und brüchiger. Als 2008 "The War of Charlie Wilson" in die Kinos kam, hörte man auf einmal Joachim Tennstedt, der Tom Hanks früher schon synchronisiert hatte. Für "Angels and Demons" ("Illuminati") kehrte Elsholtz im Folgejahr wieder für Hanks zurück, aber dass seine Stimme sich verändert hatte, war nicht zu überhören und sorgte für einige Diskussionen. Seitdem teilte er sich den US-Star stimmlich mit Tennstedt und war zuletzt 2013 bei "Saving Mr. Banks" für Hanks zu hören.

Arne Elsholtz hatte sein Talent quasi in die Wiege gelegt bekommen. Sein Vater Peter war Schauspieler und Regisseur und arbeitete auch als Synchronregisseur. Arne nahm eine Schauspielausbildung in Berlin, spielte am Theater, arbeitete aber seit 1964 gleichzeitig auch als Synchronautor und -sprecher. Seit den Siebzigern war er einer der bedeutendsten Synchronregisseur und -autoren, der von "The Godfather" ("Der Pate") über "The Empire Strikes Back" bis zu "Indiana Jones and the Last Crusade" wichtige Hollywood-Großproduktionen ins Deutsche übertrug. Sein Faible für Komödien schlug sich in Bearbeitungen von Monty Python-Komödien wie "The Life of Brian" oder den "The Naked Gun"-Werken nieder.

Hier kann man den Künstler nochmals sehen und seine Stimme hören:




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