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Manche mögen's heiß mit Joe E. Brown und Jack Lemmon
Manche mögen's heiß mit Joe E. Brown und Jack Lemmon
© MGM

TV-Tips für den 1. Advent (27.11.): "Nobody's perfect"

3sat zeigt Meisterwerk "Manche mögen's heiß"

Um das Meisterwerk "Manche mögen's heiß", den 3sat im Hauptprogramm zeigt, gibt es kein Herumkommen, aber wer mehr auf Action und weniger auf Schwarzweiß steht, für den bringt RTL den zweiten Teil der "Hobbit"-Trilogie.

"Der Hobbit: Smaugs Einöde", RTL, 20:15 Uhr

Die Zwerge setzen zusammen mit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) und Gandalf dem Grauen (Ian McKellen) ihre Reise fort, um ihre Heimat Erebor dem Drachen Smaug zu entreißen.

Zweiter Teil der "Hobbit"-Saga von Peter Jackson, der auf dem Roman "The Hobbit" von J.R.R. Tolkien aus dem Jahr 1937 beruht. Ein recht schmales Büchlein, war von Anfang umstritten, wie weit die Geschichte ausgewalzt werden sollte: Auf ein, zwei oder auf drei Produktionen? 2006 gaben MGM bekannt, dass es zwei "Hobbit"-Filme geben solle, wobei der zweite als direktes Bindeglied zu "The Lord of the Rings" eingeplant wurde. Der zunächst vorgesehene Regisseur und Drehbuchautor Guillermo del Toro entschied sich gegen diese Vorgehensweise und konzipierte zwei Filme, die sich ausschließlich auf den "Hobbit" und nicht auf die Verästelungen aus den Erzählungen "Silmarillion" und "Nachrichten aus Mittelerde" beziehen sollten. Teil eins sollte mit der Flucht in den Fässern enden.

Nach dem Ausstieg von del Toro 2010, der nicht länger auf den Produktionsstart von "The Hobbit" warten wollte, der sich durch die finanziellen Schwierigkeiten bei MGM ergeben hatte, übernahm der "Herr der Ringe" selbst, Peter Jackson, das Ruder und kündigte 2012 an, dass es eine Trilogie geben werde. Die Flucht in den Fässern wanderte somit in den Mittelteil und stellt fraglos einen der Höhepunkte des Streifens dar.

Wie "The Lord of the Rings" drehten Jackson und sein Team die drei "Hobbit"-Teile an einem Stück von März 2011 bis Juli 2012 in Neuseeland, mit zahlreichen Nachdrehs noch Mitte 2013. Dazu kamen Aufnahmen aus den Londoner Pinewood-Studios, da man dem 90 Jahre alten Christopher Lee alias Saruman keine lange Flugreise mehr um die halbe Welt zumuten wollte. Im Gegensatz zu der ersten Tolkien-Trilogie von der Jahrtausendwende dominierten nun klar die computergenerierten gegenüber den praktischen Effekten. So waren beispielsweise die Orks nun hauptsächlich computergeneriert und keine Schauspieler mit Masken und Ganzkörperkostümen. Weitere Neuerungen war die Photographie mit 3D-Kameras und an Drohnen befestigte Kameras für Luftaufnahmen. Im Original spricht Benedict Cumberbatch den Drachen Smaug; in der deutschen Fassung ist Sascha Rotermund zu hören.

"The Desolation of Smaug", so der Originaltitel des zweiten "Hobbit"-Parts, hat mit den bekannten Problemen eines "Übergangsfilms" (und seiner Überlänge) zu kämpfen, ist aber insgesamt souverän und spannend in Szene gesetzt. Entsprechend positiv fielen die Kritiken aus, ebenso wie die Zuschauerreaktionen. Der 225 Millionen Dollar teure Fantasy-Film spielte weltweit 958 Millionen Dollar ein, war damit die vierterfolgreichste Produktion des Jahres 2013 und ein Riesenerfolg für New Line Cinema und MGM.

Das Werk wurde für drei "Oscars" nominiert: Für die "Besten Spezialeffekte", die "Beste Tonmischung" und den "Besten Tonschnitt". Kritiker Jules Brenner schrieb für "Cinema Signals": "Der Film ist episch, voller Action, selbst für die größten Kritiker eine Augenweide an Details und Design - und zu lang."



"Manche mögen's heiß", 3sat, 21:45 Uhr
Nachdem zwei Musiker (Tony Curtis und Jack Lemmon) Zeuge eines Mafia-Mordes in Chicago geworden sind, fliehen sie als Frauen verkleidet in einer Frauen-Band nach Florida.

Kein Wunder, dass die US-Library of Congress 1989 diese Komödie gleich im ersten Schwung als einen von 25 Filmen in das National Film Registry als ein "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" aufnahmen, um es der Nachwelt zu erhalten. Billy Wilder's Meisterwerk galt von Anfang an bis zum heutigen Tag nicht nur als eine der allerbesten Komödien aller Zeiten - das American Film Institute wählte sie im Jahr 2000 zur Nummer eins -, sondern auch als einer der besten Filme. Der Schlusssatz des Streifens ("Nobody's perfect!") und Marilyn Monroe's Song "I Wanna Be Loved By You" gehören zu den bekanntesten der Filmgeschichte. Und folglich ist "Some Like It Hot" auch Wilder's bekanntester Film.

Dazu war die United Artists-Produktion 1959 auch noch ein gigantischer kommerzieller Erfolg - der erfolgreichste Film von Monroe, die gewinnbeteiligt war - und spielte bei Kosten von 3 Millionen Dollar weltweit rund 40 Millionen Dollar ein, was aktuell etwa 350 Millionen Dollar entspräche.

Wie so häufig hatte sich der aus Österreich stammende Billy eine europäische Vorlage für sein Drehbuch ausgewählt, das er nach seinem Kriminalfilm "Witness for the Prosecution" ("Zeugin der Anklage") als nächstes in Angriff nahm: Die franzöische Komödie "Fanfare d'amour" aus dem Jahr 1935, die bereits 1951 in Deutschland als "Fanfaren der Liebe" neu verfilmt worden war. Wilder und sein langjähriger Drehbuchpartner I.A.L. Diamond fügten insbesondere die Mafia-Gangster hinzu, um ein möglichst starkes Motiv zu haben, die beiden Musiker ihre Verkleidung nicht aufgeben zu lassen.

Zur Realisierung arbeitete der Filmemacher wieder mit hochkarätigen und langjährigen Mitarbeiten wie dem Kameramann Charles Lang - der zu dem Zeitpunkt bereits elfmal "Oscar"-nominiert und davon einmal ausgezeichnet worden war und für seine Arbeit hier prompt wieder nominiert werden sollte - sowie dem zweifach "Oscar"-nominierten Cutter Arthur P. Schmidt zusammen. Die Dreharbeiten fanden in Kalifornien statt; das Hotel del Coronado in San Diego stand für das Seminole Ritz Hotel in Miami ein.

Schwierig war die Zusammenarbeit mit Marilyn Monroe, die wegen ihrer Tablettenabhängigkeit unter großen Konzentrationsschwächen litt. Das führte dazu, dass Szenen, in denen sie einfache Sätze wie "It's me, Sugar" 47 Mal oder "Where's the Bourbon?" 59 Mal wiederholt werden mussten. Dennoch lohnten die Mühen: Obwohl Curtis und Lemmon die eigentlichen Hauptdarsteller sind, erinnert man sich heute hauptsächlich an die damals 32-Jährige, die als übersprudelndes und naives Mädchen der Goldenen Zwanziger möglicherweise den Inbegriff der Marilyn Monroe-Persönlichkeit darbot.

"Some Like It Hot" wurde für sechs Academy Awards nominiert: Als "Bester Film", für die Regie, das Drehbuch, die Kamera, Jack Lemmon als Hauptdarsteller, Ausstattung und Kostüme, wobei Letztere gewinnen konnten.

Ein Zuschauer aus Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania schreibt: "Ich habe den Film erst jetzt gesehen und könnte mich ohrfeigen, dass ich so lange gewartet habe. Es gibt wenig Filme, bei denen ich laut lachen kann, aber hier habe ich mit Sicherheit einiges an Geräuschen von mir gegeben. Jack Lemmon gibt eine der urkomischsten Darstellungen, die ich je gesehen habe, dazu noch Tony Curtis, Marilyn Monroe und ein super Drehbuch - fertig ist die klassische Komödie, an die Andere erstmal herankommen müssen."



"Der letzte Mentsch", ARD, 23:35 Uhr
Der Holocaust-Überlebende Marcus (Mario Adorf) wird von seinen jahrzehntelang verdrängten Erinnerungen eingeholt und will nun in Ungarn nach Beweisen für seine Identität suchen. Mit der jungen Deutschtürkin Gül (Katharina Derr) macht er sich auf die Reise in das Land seiner Kindheit.

Der französische Regisseur und Drehbuchautor Pierre-Henry Salfati hatte bis zu diesem Drama von 2014 hauptsächlich Dokumentarfilme gedreht und für das Fernsehen gearbeitet. Sein Werk ist ebenfalls eher fernsehfilmmäßig geraten. Doch die Stärken wiegen diese Einschränkung auf: Da ist zum Einen der großartige Mario Adorf und zum Anderen der authentische und bewegende Blick auf den Umstand, dass die letzten Zeitzeugen des Holocaust sterben und mit ihnen auch die warnende Erinnerung an ein Menschheitsverbrechen, begangen bei Goethe und Schiller vor der Tür.

Die berührende Geschichte, die mit Witz und Melancholie dargeboten wird, kann vor allem dank der Schauspieler fesseln und bleibt noch lange im Kopf. Kritiker Dietmar Kanthak lobte in "epd film": "Die Balance zwischen Persönlichem und Pathos, Komödie und Abgrund funktioniert in diesem Film perfekt."



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