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Samuel L. Jackson
Samuel L. Jackson
© BANG Showbiz

Samuel L. Jackson kann es nicht verstehen

Kritik an Rollenvergabe an britische Farbige

Aktuell läuft sehr erfolgreich "Get Out" in den US-Kinos. Die Geschichte über Rassismus in den Staaten, vorzüglich verpackt von Regisseur und Drehbuchautor Jordan Peele als satirischer Horror à la "The Stepford Wives", begeistert Kritiker und Zuschauer gleichermaßen. Einer indes ist nicht erfreut, was aber nichts mit der Qualität des Werkes zu tun hat.

Samuel L. Jackson hat am Dienstag während der Werbung für seinen neuen Streifen "Kong: Skull Island" in einem Interview mit einem New Yorker Radiosender sein Unverständnis darüber geäußert, dass die Hauptrolle des afro-amerikanischen Amerikaners mit dem Engländer Daniel Kaluuya besetzt worden ist. Für Jackson ist dies eine weitere Form der Diskriminierung, der farbige Darsteller in den USA sowieso schon hinreichend ausgesetzt seien. "Ich frage mich, wie der Film wäre, wenn ein amerikanischer Bruder, der den Rassismus wirklich fühlen kann, die Rolle gespielt hätte", so Jackson. Das gelte auch für "Selma", in dem der ikonische Part von Martin Luther King an den Engländer David Oyelowo gegangen war: "Es gibt einige Brüder hier, die eine andere Vorstellung davon gehabt hätten, wie King dachte."

Weitere Beispiele für ur-amerikanische Charaktere, die in den letzen Jahren von Briten gespielt wurden, sind Naomi Harris als allein erziehende, drogenabhängige Mutter in "Moonlight" oder Chiwetel Ejiofor als Sklave in "12 Years a Slave".

Diese Überlegungen haben eine Debatte angestoßen, die nun naturgemäß über den Atlantik ausgetragen wird. Der Engländer John Boyega disqualifiziert sie als "einen Scheißkonflikt, für den wir keine Zeit haben". Aber in den Staaten gibt es Zustimmung zu Samuel's Aussagen. "Wenn ganz spezifische amerikanische Geschichten erzählt werden, dann kann es sich wie ein Schlag ins Gesicht der schwarzen Gemeinschaft anfühlen, wenn britische Schauspieler die Rollen bekommen. Man fragt sich dann, ob wir Amerikaner nicht fähig sind, unsere eigenen Geschichten zu erzählen", meint zum Beispiel Devere Rogers, der aus Fernsehserien wie "Grey's Anatomy" bekannt ist. "Es ist frustrierend, wenn man dann noch hört, wie die britischen Schauspieler in Interviews erklären, dass sie zur Vorbereitung auf die Rollen umfangreich recherchiert und Charakterstudien betrieben haben. Amerikanische Schauspieler tragen dies bereits in sich, besonders wenn es darum geht, wie Schwarze in Amerika behandelt werden. Damit müssen wir jeden Tag leben."

"Get Out"-Regisseur Jordan Peele rechtfertigt seine Entscheidung, keinen Amerikaner besetzt zu haben: "Schlussendlich war Daniel Kaluuya am besten für die Rolle geeignet. Er hat vorgesprochen und war ein Volltreffer."



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