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Jury-Präsident Pedro Almodóvar
Jury-Präsident Pedro Almodóvar
© Cannes Film Festival

70. Cannes Filmfestival eröffnet

Hohe Sicherheitsstandards und umjubelter Will Smith

Unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen und mit viel Prominenz, alleine schon dank der Besetzung der Wettbewerbsjury unter Pedro Almodóvar, sind gestern die 70. Internationalen Filmfestspiele von Cannes gestartet.

Roter Teppich und Metalldetektoren, Glamour und Betonblumenkübel, Abendgarderobe und Soldaten - an diese Kombination hat man sich in Cannes seit dem letzten Jahr als Reaktion auf die Terroranschläge in Frankreich gewöhnen müssen, und sie versinnbildlichen auch seit gestern die wieder verstärkten Sicherheitsvorkehrungen rund um das Festivalgelände.

Als Auftaktfilm hatten die Festivalverantwortlichen das französische Drama "Les Fantomes d'Ismael" (Ismaels Geister) von Arnaud Desplechin ("Jimmy P.") ausgewählt, das außer Konkurrenz läuft - was im Nachhinein als nachvollziehbare Entscheidung gelten kann, denn nimmt man die reservierten Reaktionen der Kritiker, hätte der Streifen mit Marion Cottilard und Charlotte Gainsbourg kaum Chancen auf eine Auszeichnung.

Im Wettbewerb stellen sich bis zum 28. Mai 19 Filme der neunköpfigen Jury vor, darunter "Aus dem Nichts" von Fatih Akin und "Happy End" von Michael Hanecke und die zwei Netflix-Produktionen "Okja" and "The Meyerowitz Stories", deren Auswahl heftig umstritten war und ist, denn diese Produktionen sind eigentlich nur für die Veröffentlichung im Internet gedacht und nicht für den Einsatz im Kino.

"Ich sage nicht, dass ich nicht offen für neue Technologien bin", meinte der Jury-Vorsitzende Almodóvar zu dem Thema, "aber fände es nicht gut, wenn ein Film in Cannes die Goldene Palme gewinnt und ihn die Zuschauer nicht auf der großen Kinoleinwand sehen können." Das Kino habe seine eigene Magie, die er erhalten wissen wolle: "Die Größe der Leinwand sollte nicht kleiner sein als der Stuhl, auf dem man sitzt. Und man sollte den Film nicht in seinem gewohnten, täglichen Umfeld sehen. Man muss sich klein und demütig fühlen gegenüber dem Bild auf der Leinwand."

Pedro versprach auf der Auftaktpressekonferenz, "jeden Film für sich zu betrachten". Der Löwenredeanteil ging indes an Will Smith, der schon bei der Präsentation der Jury gefeiert wurde, als würde er als Star einen Mega-Blockbuster präsentieren. Seine Jury-Mitglieder Jessica Chastain, Maren Ade, Fan Bingbing, Agnes Jaoui, Park Chan-Wook und Gabriel Yared blieben fast nur Statistenrollen. An den italienischen Regisseur Paolo Sorrentino, vor zwei Jahren mit "Youth" im Wettbewerb, ging sogar überhaupt keine Frage. Smith verteidigte auf der Konferenz Netflix: "In meinem Haus ist Netflix eine absolute Bereicherung. Wir können hier Filme sehen, die kein Kino im Umkreis von 8000 Meilen spielt."



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