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Krieg der Sterne mit Anthony Daniels, Alec Guinness...amill
Krieg der Sterne mit Anthony Daniels, Alec Guinness und Mark Hamill
© 20th Century Fox

TV-Tipps zum Tag der Deutschen Einheit (3.10.): George Lucas schöpft neue Hoffnung

Pro7 zeigt "Star Wars"

Am deutschen Nationalfeiertag darf dieser Film nicht fehlen: 3sat hat die Komödie schlechthin über die deutsche Vereinigung ins Hauptrogramm genommen: "Good Bye Lenin!". Pro 7 hält mit dem Meisterwerk "Star Wars" dagegen.

"Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung", Pro7, 20:15 Uhr
Luke Skywalker (Mark Hamill) schließt sich einem Jedi-Ritter (Alec Guinness), einem draufgängerschen Piloten (Harrison Ford), einem Wookie und zwei Druiden an, um das Universum vor der Welten zerstörenden Kampfstation des Imperiums zu retten, aber auch Prinzessin Leia (Carrie Fisher) aus den Fängen des bösen Darth Vader zu befreien.

"Ich war ein großer Fan der Flash Gordon-Filme der dreißiger Jahre", berichtet Regisseur und Drehbuchautor George Lucas, "aber ich fragte mich, was wohl wäre, wenn diese Filme mal in richtig gut gemacht würden." Auf jeden Fall wollte der Filmemacher 1973 nach seinem Erfolg mit "American Graffiti" seinen eigenen "Flash Gordon" drehen. Als er indes nicht die Rechte an der Figur erwerben konnte, ersann er sich sein eigenes Science Fiction-Universum.

Der Rest ist Geschichte: "Star Wars" wurde der erfolgreichste Film des Jahres 1977 - bei Kosten von 11 Millionen Dollar spielte er allein in Nordamerika 307 Millionen Dollar und international weitere 314 Millionen Dollar ein - das entspräche heute 2,5 Milliarden Dollar weltweit. Hinter "Gone with the Wind" ist er der zweiterfolgreichste Film aller Zeiten nach Zuschauerzahlen. Er wurde für zehn Oscars nominiert und gewann sechs davon für Ausstattung, Kostüme, Ton, Schnitt, Spezialeffekte und Musik. Er gilt als einer der Meilensteine der Filmgeschichte, der die Filmwirtschaft mit dem Konzept des auf ein jugendliches Publikum ausgerichteten Sommer-Blockbusters nachhaltig verändert hat und bis heute beeinflusst. Er taucht auf fast allen Bestenlisten auf, ist 1989 von der Library of Congress als ein "kulturell, historisch und ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry aufgenommen worden. Und alles in allem ein kulturelles Phänomen.

Das hätte sich Mitte der Siebziger niemand träumen lassen, am wenigsten Lucas selbst, für den der gesamte Prozess eine einzige Tortur war, die ihn an die Grenzen seiner Belastbarkeit bringen sollte. Es fing damit an, dass die Studios seine Idee reihenweise ablehnten: United Artists, Universal Pictures und Walt Disney Studios hatten kein Interesse an dem "seltsamen Zeug", glaubten auch nicht, dass mit Science Fiction Geld zu verdienen sei. Schließlich griffen 20th Century Fox zu und gewährten dem damals 31-Jährigen ein Budget von 8 Millionen Dollar. George brauchte derweil vier Drehbuchfassungen, bis er ein verfilmbares Skript beisammen hatte.

Zu seinem Schrecken musste er dann feststellen, dass Fox ihre Spezialeffekte-Abteilung abgeschafft hatten; kurzerhand gründete der Künstler 1975 mit Industrial Light and Magic seine eigene Firma, welche die umfangreichen Tricks des Werkes umsetzen würden.

Die Dreharbeiten waren ein Alptraum aus schlechtem Wetter und nicht funktionierender Technik in der tunesischen Wüste; strikten Arbeitsbedingungen (Drehschluss 17.30 Uhr) in den Elstree Studios in London; nicht vernünfig auszuleuchtenden Kulissen; Schauspielern, die den ganzen Film als "kindisches Puppentheater" nicht ernst nahmen; und einem Regisseur, der sich schwer tat, mit seinem Ensemble konstruktiv zu kommunizieren. Bereits nach einer Woche hinkte die Produktion dem Drehplan hinterher, und Fox waren gezwungen, laufend Geld hinterher zu schießen, was zu verstärkter Nervosität führte. Einer der Wenigen, die an den Erfolg des Films glaubten und Crew und Kollegen zu verstärkten Anstrengungen anfeuerte, war Veteran Alec Guinness.

Die Postproduktion verlief ebenfalls chaotisch, und die erste Schnittfassung des Films entsetzte Lucas so sehr, dass er Cutter John Jympston feuerte und durch Paul Hirsch und Richard Chew ersetzte, welche die Bilder um rund ein Drittel neu zusammensetzten.

Als "Star Wars" im Mai 1977 in den Kinos startete, kam die Wende: Die Kritiker schwärmten von diesem ambitionierten und phantasievollen Meisterwerk mit den Maßstäbe setzenden Spezialeffekten, das zeigte, wozu Blockbuster-Filmemachen fähig sein konnte. Es bildeten sich lange Schlangen vor den Kinokassen, das Merchandising erreichte ungekannte Verkaufszahlen, und am Ende waren alle glücklich: Junge und alte Kinozuschauer, die Rezensenten, das Studio und nicht zuletzt George Lucas selbst - der sich nach dem ganzen Stress allerdings erst wieder 22 Jahre später für "Star Wars - The Phantom Menace" auf den Regiestuhl setzten sollte.

Ein italienischer Zuschauer schwärmt: "Dieser Film hat alles, was einen Streifen großartig macht: Tolle Charaktere, eine tolle Story, tolle Bilder, tolle Spezialeffekte, die sich gut gehalten haben, und eine mythologischen Hintergrund, der Fans seit Jahrzehnten träumen lässt. Nicht zu vergessen John Williams' wunderbare Musik, ohne die der Film nicht so phantastisch wäre, wie er ist."



"Good Bye Lenin!", 3sat, 20:15 Uhr
1990 muss ein junger Mann (Daniel Brühl) seiner Mutter (Katrin Sass), die aus einem langen Koma erwacht ist, verheimlichen, dass ihre geliebte DDR nicht mehr existiert.

Der Trailer ließ eine Klamotte befürchten, doch der Film selbst ist alles andere als das: Regisseur und Drehbuchautor Wolfgang Becker ("Ich und Kaminski"), geboren und aufgewachsen im Sauerland, ausgebildet in West-Berlin, gelang eine warmherzige, melancholische und teilweise berührende heimische Komödie, der es dennoch nicht an Witz fehlt. Was der vor Ort in Berlin gedrehten X Filme-Produktion besonders gut gelingt, ist die soziale Kritik am Vereinigungsprozess, bei dem zu viele Verantwortliche in Politik, Medien und Gesellschaft durch die westdeutsche Brille nicht wahrhaben wollten oder konnten, dass die DDR eben nicht nur ein Staat, sondern auch Heimat war - eine Heimat, die nun tagtäglich vor den Augen ihrer Bewohner buchstäblich verschwand.

Wie schnell die Zeit Veränderungen mit sich gebracht hatte, bekamen auch das Filmteam und in der Folge die Zuschauer zu spüren, denn in der 2001 gedrehten Produktion sind einige Anachronismen sichtbar - Requisiten, die es zur Spielzeit 1990 noch nicht gegeben hatte, die wieder zu beschaffen oder herbeizuschaffen inzwischen aber offensichtlich unmöglich oder zu schwierig war.

Als "Good Bye Lenin!" 2003 in die Kinos kam, war die Zeit offenbar reif für einen solchen Streifen. Mit 6,5 Millionen Besuchern wurde der Film ein riesiger Erfolg und kam auf Platz drei des Jahres hinter "Der Herr Ringe - Die Rückkehr des Königs" und "Findet Nemo". Aber auch international kam das Werk gut an, so dass die rund 10 Millionen Mark - das entsprach etwa 6 Millionen Dollar - teure Produktion weltweit 79 Millionen Dollar einspielte.

Neben zwei Nominierungen als "Bester fremdsprachiger Film" für einen Golden Globe und den Britischen Filmpreis sowie dem Gewinn des Dänischen Filmpreises, des Französischen Filmpreises und des Spanischen Filmpreises feierte "Good Bye Lenin!" vor allem bei den Deutschen und den Europäischen Filmpreisen Triumphe. In Europa wurden Regisseur Wolfgang Becker, Hauptdarstellerin Katrin Sass und Hauptdarsteller Daniel Brühl ausgezeichnet; nominiert waren noch der Film selbst und das Drehbuch. In Deutschland gewannen der Film, Regisseur Becker, Hauptdarsteller Brühl, Nebendarsteller Florian Lukas, Komponist Yann Tiersen, Cutter Peter Adam und Ausstatter Lothar Holler. Nominiert waren zudem Hauptdarstellerin Sass und Nebendarstellerin Maria Simon.

Eine Zuschauerin aus London lobt: "Selten kommen mein Partner und ich so still aus dem Kino. Normaler Weise versuchen wir sofort den Film in seine Einzelteile zu analysieren. Dieses Mal war einer dieser Anlässe, wo wir einfach nur still das Gefühl von Verständnis und Befriedigung sacken lassen wollten, das sich einstellt, wenn man sich in totaler Harmonie mit einem Geschichtenerzähler befindet. Dieser Streifen schafft es, liebevoll die vielschichtigen Elemente unseres Alltagslebens zu kombinieren, ohne scheinheilig, politisch oder rührselig zu werden. Es gibt keine Versuche, billige Lacher zu produzieren, wie es eine Hollywood-Komödie wohl getan hätte, sondern die Filmemacher haben sich dem ganzen Unterfangen mit einem selten gesehenen 'weniger ist mehr'-Prinzip genähert."



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