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TV-Tipp für Montag (8.7.): Tom Hanks erkrankt an AIDS

Arte zeigt "Philadelphia"

"Philadelphia", Arte, 20:15 Uhr
Nachdem ein mit dem HIV-Virus infizierter Anwalt (Tom Hanks) von seiner Kanzlei entlassen worden ist, engagiert er einen schwulenfeindlichen Anwalt (Denzel Washington), der als einziger willens ist, ihn vor Gericht gegen die Kanzlei mit einer Klage wegen rechtswidriger Entlassung zu verklagen.

1981 diagnostizierten Ärzte in den USA erstmals eine Immunschwäche, die Menschen an eigentlich harmlosen Krankheiten sterben ließen. Das beim Geschlechtsverkehr übertragene HIV-Virus grassierte schnell insbesondere unter Homosexuellen und nahm epidemische Ausmaße an. Zehn Jahre später waren bereits über 200 000 Amerikaner an AIDS gestorben.

"Philadelphia" war 1993 der erste große Hollywood-Film, der sich der Themen HIV, AIDS, Homosexualität und Homophobie annahm. Für das Studio TriStar Pictures war es ein Wagnis, diesen Komplex mit einem Budget von 26 Millionen Dollar anzugehen, denn Sonntagabendunterhaltung mit Tee und Keksen war dies auch abseits der in den USA umstrittenen Themen nicht. Im Vordergrund steht ein unheilbar Kranker, dessen körperlichen Verfall Regisseur Jonathan Demme ("Ricki and the Flash") nicht scheut, deutlich darzustellen.

Das Skript von Drehbuchautor Ron Nyswaner ("Freeheld") orientiert sich an dem wahren Fall eines AIDS-Kranken, der seine Anwaltskanzlei, die ihn wegen seiner Krankheit gefeuert hatte, verklagt hatte und den Fall kurz vor seinem Tod 1990 gewann.

Um die Geschichte für das Massenpublikum annehmbarer zu machen, gingen Nyswaner und Demme umstrittene Konzessionen ein: So wird die Liebesbeziehung von Tom Hanks und Antonio Banderas nur angedeutet - eine Szene, die sie gemeinsam im Bett zeigt, landete unter dem Schneidetisch, wurde später aber auf Disc veröffentlicht - und in einer Szene macht ein Homosexueller Denzel Washington's Anwalt in einem Supermarkt an, worauf dieser schimpft, das sei "genau euer Problem" - was so viel heißt, wie: "Ihr seid selber schuld, wenn man Schwule nicht leiden kann". Und dann auch noch an AIDS erkranken, könnte man böse mitdenken.

Die Darstellung einer AIDS-Krankheit am Beispiel eines Homosexuellen wurde von Lesben und Schwulen als unselige Untermauerung der damals dominant falschen Ansicht in der Öffentlichkeit, AIDS beträfe nur Homosexuelle, kritisiert. Umgekehrt protestierten christliche Gruppen gegen die ihrer Meinung nach zu positive Darstellung Homosexueller.

Und das Publikum? Stürmte die Lichtspielhäuser. Mit weltweit 206 Millionen Dollar Umsatz wurde "Philadelphia" ein Riesenerfolg. Die großartigen Schauspieler und die einfühlsame Regie wogen einige unglückliche Klischees mehr als auf, vermittelten eine bedeutsame empathische Botschaft - und leisteten nebenbei noch "Aufklärungsunterricht" für die Nation.

Der von der Kritik gelobte Streifen erhielt zwei Academy Awards: Für Hauptdarsteller Tom Hanks und den Song "Streets of Philadelphia" von Bruce Springsteen. Nominiert waren zudem Drehbuchautor Ron Nyswaner, der Song "Philadelphia" von Neil Young und die Maskenbildner. Bei den Golden Globes gewannen ebenfalls Hauptdarsteller Hanks und der Song "Streets of Philadelphia", und nominiert war auch hier das Drehbuch, das zudem für den Britischen Filmpreis nominiert war.

Ein Zuschauer meint: "Ich halte mich selbst für einen streng konservativen Menschen und bin gegen Homosexualität eingestellt. Aber dieser Film hat mir die Augen geöffnet. Eine superbe Leistung des Drehbuchautoren, des Regisseurs und der Schauspieler. Ich habe den Streifen nun schon fünfmal gesehen und muss jedes Mal weinen, besonders wenn Neil Young beginnt von der Stadt der Brüderlichen Liebe zu singen."



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