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Terry Jones ist tot

Monty Python-Star wurde 77 Jahre alt

"Zwei am Boden. Vier stehen noch."
Mit dem Monty Python eigenen gnadenlos bitterbösen Humor hat John Cleese auf den Tod seines Monty Python-Kollegen Terry Jones reagiert, der gestern im Alter von 77 Jahren in London verstorben ist.

Die Familie ließ erklären: "Terry ist am Abend des 21. Januar 2020 mit seiner Frau Anna Söderström an seiner Seite nach einem langen, äußerst tapferen, aber immer humorvollen Kampf gegen FTD, eine seltene Form der Demenz, verschieden. Die vergangenen Tage sind seine Frau, seine Kinder, seine erweiterte Familie und viele enge Freunde ständig bei Terry gewesen, als er sanft in seinem Haus im Norden Londons dahingeschieden ist. Wir alle haben einen lieben, witzigen, warmherzigen, kreativen und wahrhaft liebevollen Menschen verloren, dessen kompromisslose Individualität, unermüdlicher Intellekt und außergewöhnlicher Humor unzähligen Millionen über sechs Jahrzehnte Freude geschenkt hat."

Der Waliser gehörte 1969 zu den sechs Komikern, die Monty Python gründeten und durch das Fernsehen zur einflussreichsten Komikergruppe der britischen Historie wurden, mit einem weltweiten Einfluss und Erfolg über Jahrzehnte. Terry inszenierte auch drei der vier Python-Kinofilme: "Monty Python and the Holy Grail" von 1975, "Monty Python's The Life of Brian" von 1979 und "Monty Python's The Meaning of Life" von 1983, für den er mit dem Großen Preis der Jury beim Filmfestival in Cannes ausgezeichnet wurde.

Terry Jones wurde am 1. Februar 1942 im walisischen Colwyn Bay geboren, wuchs in der englischen Grafschaft Surrey auf und studierte in Oxford Englisch. Dort traf er Michael Palin, mit dem er ein Komikerduo bildete, das für TV-Serien wie "Do Not Adjust Your Set" und "The Frost Report" Sketche schrieb, bevor die Beiden zusammen mit den Cambridge-Absolventen Graham Chapman, John Cleese und Eric Idle sowie dem amerikanischen Zeichentrickkünstler Terry Gilliam Monty Python gründeten. Jones war hauptverantwortlich für die innovative, surreale Serie "Monty Python's Flying Circus", die für vier Staffeln in der BBC von 1969 bis 1974 lief.

Nach dem Ende von Monty Python führte Jones Regie bei den Komödien "Personal Services" von 1987, "Erik the Viking" von 1989, "The Wind in the Willows" von 1996 und "Absolutely Anything" von 2015. Für das Fernsehen schrieb er unter anderem zusammen mit und für seinen Freund Palin die Serie "Ripping Yarns", die von 1976 bis 1979 lief, und schuf 1996 die Animationsserie "Blazing Dragons" ("Die Ritter der Schwafelrunde"). Aber es war eine Dokumentarserie, für die er 2004 eine Emmy-Nominierung erhielt: "Medieval Lives". Das Mittelalter war eine Steckenpferd des Künstlers. Daneben schrieb er auch rund 20 Kinderbücher und war ein ausgesprochener Gegner des Irak-Kriegs 2003.

2016 machten Terry und seine Familie öffentlich, dass er an Demenz erkrankt war. Er zog sich nicht aus der Öffentlichkeit zurück, sondern nahm noch einen Preis für sein Lebenswerk von der British Academy of Film and Television Arts an und gab 2017 ein Interview zusammen mit Michael Palin, der zuletzt auch verriet, dass der Erkrankte seine ehemaligen Kollegen nicht mehr erkenne und auch nicht mehr sprechen könne.

John Cleese schreibt: "Es mutet seltsam an, dass ein Mann so vieler Talente und solch endlosen Enthusiasmus so sanft dahingeschieden ist. Von all seinen Leistungen ist meiner Ansicht nach das größte Geschenk, das er uns allen gemacht hat, seine Regie bei 'Life of Brian'. Perfektion."

Terry Jones war bis zur Scheidung von 1970 bis 2012 mit Alison Telfer und bis zu seinem Tod mit Anna Söderström verheiratet und hinterlässt drei Kinder.


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