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1917
1917
© Universal Pictures International

Sieben auf einen Streich: "1917" dominiert Britische Filmpreise

Renée Zellwegger und Joaquin Phoenix auf Oscar-Kurs

Die gestern Abend in London zum 73. Mal verliehenen Britischen Filmpreise haben den Status von "1917" als großen Oscar-Favoriten zementiert. Nach dem Gewinn des Golden Globe und des Producers Guild of America Award ist das praktisch der dritte von drei Streichen für den Dean-Charles Chapman-Streifen. Eine Woche vor der Verleihung der Academy Awards hat der britische Abenteuerfilm seinen Heimvorteil wohl ausnutzen können und die größten Konkurrenten "Joker", "The Irishman" und "Once Upon a Time in Hollywood", die allesamt jeweils mehr Nominierungen auf sich hatten vereinigen können als Sam Mendes' Meisterwerk, deutlich distanziert.

Sieben Preise der 6700 Mitglieder starken British Academy of Film und Television Arts gingen an "1917"; neben der Auszeichnung als "Bester Film" wurde die Universal Pictures-Produktion als "Bester britischer Film", für Regisseur Sam Mendes, für Kameramann Roger Deakins, für die Bühnenbildner Dennis Gassner und Lee Sandales, für die Visuellen Effekte und für den Ton ausgezeichnet.

Während dank "1917" die Briten dominierten, war die Schauspielkategorie erstmals seit 1977 eine rein amerikanische Feierstunde: Als beste Hauptdarsteller feierten Renée Zellwegger als "Judy" und Joaquin Phoenix als "Joker", der in seiner Dankesrede Bezug auf die umstrittene exklusiv weiße Schauspielerschar der diesjährigen Nominierungen nahm und "systemischen Rassismus" und "Unterdrückung" in der Filmindustrie geißelte; bei den Nebendarstellern freuten sich Laura Dern für "Marriage Story" und Brad Pitt für "Once Upon a Time in Hollywood".

Dieses Quartett hat ebenfalls drei von drei in der Preisverleihungssaison 2019/20 erreicht: Neben den Golden Globes gewannen sie auch die Screen Actors Guild Awards und dürften damit auch erste Oscar-Anwärter sein. Besonders in die Röhre mussten dagegen gestern Abend Scarlett Johansson und Margot Robbie schauen. Trotz doppelter Siegchance mit jeweils zwei Nominierungen gingen sie leer aus.

Der Preis für den "Besten fremdsprachigen Film" ging wie erwartet an den südkoreanischen Thriller "Parasite", der zudem noch den BAFTA Award für sein Originaldrehbuch erhielt. Alles Andere als der Academy Award am Wochenende für das bereits zuvor vielfach preisgekrönte Meisterwerk von Bong Joon-ho wäre jetzt eine Sensation.

Wo es strahlende Gesichter gab, musste es auch lange geben. "The Irishman" ging trotz zehn Nominierungen komplett leer aus, und "Once Upon a Time in Hollywood" konnte bei ebenfalls zehn Nennungen nur Brad Pitt siegen sehen - der Akteur war allerdings nicht nach London gereist, sondern ließ seine Dankesrede von seiner Mitspielerin Margot Robbie verlesen.

An einem weitgehend überraschungsfreien Abend gab es nur einen halbwegs unerwarteten Sieger in der Animationsfilmsparte: Dort setzte sich Netflix mit "Klaus" gegen Disney mit deren "Frozen 2" und "Toy Story 4" und Aardman und dessen "A Shaun the Sheep Movie: Farmageddon" durch.

Hier die vollständige Liste der Nominierungen (und Gewinner):

Bester Film:
"1917"
"The Irishman"
"Joker"
"Once Upon a Time in Hollywood"
"Parasite"

Bester britischer Film:
"1917"
"Bait"
"For Sama"
"Rocketman"
"Sorry We Missed You"
"The Two Popes"

Bester fremdsprachiger Film:
"The Farewell" (USA)
"For Sama" (Syrien)
"Dolor y gloria" (Spanien)
"Parasite" (Südkorea)
"Portrait de la jeune fille en feu" (Frankreich)

Bester Dokumentarfilm:
"American Factory"
"Apollo 11"
"Diego Maradona"
"For Sama"
"The Great Hack"

Bester Animationsfilm:
"Frozen II"
"Klaus"
"A Shaun the Sheep Movie: Farmageddon"
"Toy Story 4"

Beste Regie:
"1917" – Sam Mendes
"The Irishman" – Martin Scorsese
"Joker" - Todd Phillips
"Once Upon a Time in Hollywood" – Quentin Tarantino
"Parasite" – Bong Joon-ho

Bestes Originaldrehbuch:
"Booksmart" - Susanna Fogel, Emily Halpern, Sarah Haskins und Katie Silberman
"Knives Out" – Rian Johnson
"Marriage Story" – Noah Baumbach
"Once Upon a Time in Hollywood" – Quentin Tarantino
"Parasite" – Han Jin Won und Bong Joon-ho

Bestes adaptiertes Drehbuch:

"The Irishman" -Steven Zaillian
"Jojo Rabbit" – Taika Waititi
"Joker" – Todd Phillips und Scott Silver
"Little Women" – Greta Gerwig
"The Two Popes" – Anthony Mccarten

Beste Hauptdarstellerin:
"Wild Rose" - Jessie Buckley
"Marriage Story" - Scarlett Johansson
"Little Women" - Saoirse Ronan
"Bombshell" - Charlize Theron
"Judy" - Renée Zellweger

Bester Hauptdarsteller:

"Once Upon a Time in Hollywood" - Leonardo DiCaprio
"Marriage Story" - Adam Driver
"Rocketman" - Taron Egerton
"Joker" - Joaquin Phoenix
"The Two Popes" - Jonathan Pryce

Beste Nebendarstellerin:
"Marriage Story" - Laura Dern
"Jojo Rabbit" - Scarlett Johansson
"Little Women" - Florence Pugh
"Bombshell" - Margot Robbie
"Once Upon a Time in Hollywood" - Margot Robbie

Bester Nebendarsteller:

"A Beautiful Day in the Neighborhood" - Tom Hanks
"The Two Popes" - Anthony Hopkins
"The Irishman" - Al Pacino
"The Irishman" - Joe Pesci
"Once Upon a Time in Hollywood" - Brad Pitt

Beste Kamera:
"1917" - Roger Deakins
"The Irishman" - Rodrigo Prieto
"Joker" - Lawrence Sher
"Le Mans '66" - Phedon Papamichael
"The Lighthouse" - Jarin Blaschke

Beste Musik:
"1917" - Thomas Newman
"Jojo Rabbit" - Michael Giaccino
"Joker" - Hildur Guðnadóttir
"Little Women" - Alexandre Desplat
"Star Wars: The Rise of Skywalker" - John Williams

Bester Schnitt:
"The Irishman" - Thelma Schoonmaker
"Jojo Rabbit" - Tom Eagles
"Joker" - Jeff Groth
"Le Mans '66" - Andrew Buckland und Michael McCusker
"Once Upon a Time in Hollywood" - Fred Raskin

Beste Ausstattung:
"1917" - Dennis Gassner und Lee Sandales
"The Irishman" - Bob Shaw und Regina Graves
"Jojo Rabbit" - Ra Vincent und Nora Sopková
"Joker" - Mark Friedberg und Kris Moran
"Once Upon a Time in Hollywood" - Barbara Ling und Nancy Haigh

Beste Kostüme:
"The Irishman" - Christopher Peterson und Sandy Powell
"Jojo Rabbit" - Mayes C. Rubeo
"Judy" - Jany Temime
"Little Women" - Jacqueline Durran
"Once Upon a Time in Hollywood" - Arianne Phillips

Beste Maske:
"1917" - Naomi Donne und Tristan Versluis
"Bombshell" - Vivian Baker, Kazu Hiro und Anne Morgan
"Joker" - Kay Georgiou und Nicki Ledermann
"Judy" - Jeremy Woodhead
"Rocketman" - Lizzie Yianni Georgiou, Barrie Gower und Tapio Salmi

Beste Besetzung:
"Joker" - Shayna Markowitz
"Marriage Story" - Douglas Aibel und Francine Maisler
"Once Upon a Time in Hollywood" - Victoria Thomas
"The Personal History of David Copperfield" - Sarah Crowe
"The Two Popes" - Nina Gold

Beste Visuelle Effekte:
"1917"
"Avengers: Endgame"
"The Irishman"
"The Lion King"
"Star Wars - The Rise of Skywalker"

Bester Ton:
"1917"
"Joker"
"Le Mans '66"
"Rocketman"
"Star Wars - The Rise of Skywalker"

Bestes Debut eins britischen Produzenten, Regisseurs oder Autoren:
"Bait" – Mark Jenkin (Drehbuch und Regie), Kate Byers und Linn Waite (Produktion)
"For Sama" – Waad Al-Kateab (Produktion und Regie), Edward Watts (Regie)
"Maiden – Alex Holmes (Regie)
"Only You" – Harry Wootliff (Regie und Drehbuch)
"Retablo" – Álvaro Delgado-Aparicio (Regie und Drehbuch)

Bester britischer Kurzfilm:
"Azaar"
"Goldfish"
"Kamali"
"Learning to Skateboard in a Warzone (If You’re a Girl)"
"The Trap"

Bester britischer Animationskurzfilm:
"Grandad Was a Romantic"
"In Her Boots"
"The Magic Boat"

Preis für das Lebenswerk:
Kathleen Kennedy


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