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Kinocharts USA (22. - 24.10.): Wüstenplanet gut besucht

Zuschauer fliehen vor "Halloween Kills"

Nach drei Wochen in Folge mit drei Premieren mit über 50 Millionen Dollar und einem Gesamteinspiel von über 100 Millionen Dollar der Top Ten-Filme hat das Zuschaueraufkommen am vergangenen Wochenende in Kanada und den Vereinigten Staaten etwas nachgelassen. Der neue Tabellenführer "Dune" schaffte die 50 Millionen Dollar-Marke deutlich nicht, und infolgedessen blieben auch die Top Ten unter der magischen 100 Millionen Dollar-Marke.

Doch das Bedauern darüber hält sich in Grenzen, denn mit 40 Millionen Dollar ist "Dune" am oberen Ende der Erwartungen gestartet. Für den 165 Millionen Dollar teuren Science Fiction-Film sprachen die guten Kritiken und Mundpropaganda sowie der sich international bereits eingestellte Erfolg mit einem Einspiel von 180 Millionen Dollar, aber weil die Handlung sehr sperrig, die Laufzeit mit zweieinhalb Stunden lang ist und Warner Brothers Pictures auch diesen Titel zeitgleich auf ihrer Streaming-Plattform HBO Max starteten, war nicht klar, wie gut sich die Romanverfilmung behaupten würde.

Nun steht fest: Gut genug. Das zeigt sich auch beim Vergleich mit den Premieren früherer Science Fiction-Werke des kanadischen Regisseurs und Drehbuchautoren Denis Villeneuve: Sein aktuelles Wert startete deutlich besser als "Arrvial" mit dessen 24 Millionen Dollar im Jahr 2016 und "Blade Runner 2049" und dessen 32 Millionen Dollar im Jahr 2017. Der Timothée Chalamet-Streifen debutierte in 4125 Filmtheatern und löste damit "No Time to Die" als meistgezeigte Produktion Nordamerikas ab. Das weltweite Ergebnis liegt derzeit bei 223 Millionen Dollar.

Die Vergleiche für "Halloween Kills" fallen allesamt wenig schmeichelhaft aus. Nach der guten Premiere mit 50 Millionen Dollar am Vorwochenende, stürzte der Spitzenreiter um satte minus 70 Prozent Prozent in der Zuschauergunst ab und rettete sich mit 14 Millionen Dollar knapp vor "No Time to Die" als Zweiter ins Ziel. Vorgänger "Halloween" hatte 2018 lediglich minus 58 Prozent im Wochenvergleich eingebüßt. Der 20 Millionen Dollar teure Horrorfilm mit Jamie Lee Curtis ist in 3727 Spielstätten zu sehen und steht bei 73 Millionen Dollar nach zehn Tagen; aus dem Ausland kommen aktuell 17 Millionen Dollar für einen weltweiten Umsatz von 90 Millionen Dollar zusammen. Universal Pictures starteten ihre Produktion zeitgleich auch auf ihrem Streaming-Dienst Peacock.

Um eine Etage tiefer ging es auch für "No Time to Die". Der britische Thriller mit Daniel Craig erzielte am dritten Wochenende 12 Millionen Dollar und verlor damit mäßige minus 48 Prozent Besucher im Wochenvergleich. Die 300 Millionen Dollar teure MGM-Produktion ist in 3807 Lichtspielhäusern zu sehen und steht nun bei alles in allem 120 Millionen Dollar. Aus dem Rest der Welt kommen 405 Millionen Dollar für ein weltweites Einspiel von 525 Millionen Dollar hinzu. Damit ist das James Bond-Opus nach "F9" der zweite englischsprachige Streifen dieses Jahres, der die halbe Milliarde vollgemacht hat. Mit dem Start in China am kommenden Wochenende wird noch einmal ein erheblicher Batzen hinzukommen, denn 007 läuft im Reich der Mitte traditionell stark.

Gemessen an den ohnehin niedrigen Erwartungen schwach startete trotz guter Kritiken "Ron's Gone Wrong" ("Ron läuft schief"). Der Animationsstreifen mit der Stimme von Zach Galifianakis setzte Karten im Gegenwert von lediglich 7 Millionen Dollar in 3560 Kinos ab und stieg als Fünfter in den Top Ten ein. Aus dem Ausland kommen 10 Millionen Dollar für ein weltweites Gesamteinspiel von 17 Millionen Dollar zusammen. Wie teuer die 20th Century Studios-Produktion gewesen ist, ist noch nicht bekannt.

Ein Aufsehen erregendes Ergebnis erzielte zum Debut "The French Dispatch". Die 25 Millionen Dollar teure Komödie von Wes Anderson ist in gerade mal 52 Spielorten gestartet und hat dort 1,3 Millionen Dollar umgesetzt, was für den neunten Rang reicht. Die mit guten Kritiken bedachte Searchlight Pictures-Produktion hat damit den besten Kopienschnitt des Jahres erzielt: Pro Kino wurden durchschnittlich 25 000 Dollar umgesetzt. Zum Vergleich: Bei "Dune" sind es 10 000 Dollar gewesen.

Weiterhin gut laufen auch der Disney-Fantasy-Film "Venom: Let There Be Carnage" mit Tom Hardy und 182 Millionen Dollar in vier Wochen und "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" mit Simu Liu und 221 Millionen Dollar in acht Wochen.


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