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Spider-Man: No Way Home
Spider-Man: No Way Home
© Sony Pictures

Kinocharts USA (17. - 19.12.): "Spider-Man" ist Superman!

Pandemiestartrekord mit 253 Millionen Dollar

Believe the hype!

Nicht mal kühnste Optimisten dürften mit den Zahlen gerechnet haben, die "Spider-Man: No Way Home" am Wochenende weltweit aufgerufen hat. Der Fantasy-Film ist das Beispiel für einen Streifen, bei dem die Erwartungen nicht nur übertroffen, sondern pulverisiert werden. Um den Erfolg zu messen, müssen deshalb diesmal nicht wie seit rund eineinhalb Jahren Pandemie-Maßstäbe angelegt, sondern Allzeitbestenlisten zurate gezogen werden.

253 Millionen Dollar sind das beste Dezember-Wochenende aller Zeiten. Die 200 Millionen Dollar teure Columbia Pictures-Produktion lässt die 248 Millionen Dollar von "Star Wars: The Force Awakens" aus dem Jahr 2015 hinter sich - und das in einem Covid-19-erschwerten Umfeld. Dazu legt das 27. Marvel-Opus die drittbeste Premiere aller Zeiten hinter den 357 Millionen Dollar von "Avengers: Endgame" aus dem Jahr 2019 und den 257 Millionen Dollar von "Avengers: Infinity War" aus dem Jahr 2018 hin. In drei Tagen hat das Tom Holland-Werk "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" und dessen gesamte 224 Millionen Dollar überrundet und sich zum aktuell erfolgreichsten Film des Jahres 2021 in Nordamerika gekrönt.

Die Zeichen standen von Anfang an auf Rekord: Aus den Donnerstagsvorpremieren flossen bereits 50 Millionen Dollar in die Kinokassen, und am Freitag erreichte das Superheldenopus weitere 121 Millionen Dollar. Das Tempo ließ das ganze Wochenende nicht nach, befeuert von den hervorragenden Kritiken und der exzellenten Mundpropaganda von Zuschauern, die für den dritten Tom Holland-"Spider Man"-Solo Bestnoten vergaben. Dessen Vorgänger "Spider-Man: Homecoming" und "Spider-Man: Far from Home" eröffneten 2017 mit "nur" 117 Millionen Dollar beziehungsweise 2019 mit 92 Millionen Dollar.

Mit 4336 Kinos löste der Streifen "Ghostbusters: Afterlife" als derzeit meistgezeigten Film Kanadas und der USA und "West Side Story" als meistgesehenen an der Charts-Spitze ab.

Noch besser lief es für den Marvel-Helden im Ausland - und das, obwohl das Werk noch nicht in China gestartet ist. Besonders in Großbritannien ging der Film durch die Decke und erzielte international 334 Millionen Dollar. Das weltweite Gesamteinspiel in Höhe von 587 Millionen Dollar ist das höchste für eine Columbia-Produktion aller Zeiten und auch hier das drittbeste aller Zeiten.

Das Beste vom Rest startet mit "Encanto", der seinen zweiten Platz mit 6 Millionen Dollar halten konnte. Der 150 Millionen Dollar teure Animationsstreifen ist in 3525 Lichtspielhäusern zu sehen und hat insgesamt 81 Millionen Dollar umgesetzt. Die Walt Disney Studios-Produktion ließ im Wochenvergleich um nur erfreulich gemäßigte minus 34 Prozent nach. Aus dem Ausland kommen 94 Millionen Dollar für das Werk mit der Stimme von Stephanie Beatriz für ein weltweites Gesamteinspiel von 175 Millionen Dollar zusammen.

Die Hoffnungen bei 20th Century Studios, dass "West Side Story" einen "The Greatest Showman" hinlegt und seinem schwachen Premierenwochenende von lediglich 10 Millionen Dollar trotzt, haben einen schweren Dämpfer erlitten. Die 3 Millionen Dollar, mit denen der Spitzenreiter nun nur noch Bronze erlöst, entsprechen einem schweren Umsatzeinbruch im Wochenvergleich von minus 67 Prozent. Das in 2820 Spielorten laufende Musical steht jetzt bei 18 Millionen Dollar - bei Kosten von 100 Millionen Dollar. Der Ansel Elgort-Film kommt im Ausland mit 9 Millionen Dollar noch schlechter an, so dass weltweit bloß 27 Millionen Dollar zu Buche stehen. Es sieht derzeit nach einem seltenen Flop für Regisseur Steven Spielberg aus, dessen Werke aber schon oft Langlebigkeit bewiesen haben.

Mit nur knapp 3 Millionen Dollar steigt "Nightmare Alley" als zweiter Neustarter allzu bescheiden auf dem fünften Rang ein. Der 60 Millionen Dollar teure Thriller mit Bradley Cooper ist in 2145 Kinos mit guten Kritiken angelaufen, konnte diese aber nicht ins Kassenklingeln übersetzen. Im Ausland ist die Searchlight Pictures-Produktion noch nicht gestartet.


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