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Spider-Man: No Way Home
Spider-Man: No Way Home
© Sony Pictures

Kinocharts USA (24. - 26.12.): "Sing 2" Bester vom Fest-Rest

"Spider-Man" erster weltweiter Milliardenfilm der Pandemie

Die weihnachtliche Bescherung durch die nordamerikanischen Zuschauer fiel wie erwartet am Wochenende am üppigsten für Spitzenreiter "Spider-Man: No Way Home" aus, der völlig unangefochten seine Tabellenführung in den US-Charts verteidigte. Zwar fiel der Umsatzrückgang im Wochenendvergleich mit minus 69 Prozent heftig aus, und ein dreistelliges Millionenergebnis auch am zweiten Wochenende geriet außer Reichweite, die Rekordjagd bricht ab, aber 85 Millionen Dollar sind selbst in Nicht-Pandemiezeiten ein grandioses Ergebnis.


Der Fantasy-Film bleibt mit 4336 Lichtspielhäusern auch der mit Abstand meistgespielte Streifen Kanadas und der USA. Nach zehn Tagen steht die 200 Millionen Dollar teure Columbia Pictures-Produktion bereits bei 467 Millionen Dollar - mehr als doppelt so viel wie das bislang erfolgreichste Werk "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" und dessen 224 Millionen Dollar. International läuft der Tom Holland-Film sogar noch besser, dort stehen aktuell 587 Millionen Dollar zu Buche. Das macht das 27. Marvel-Abenteuer zur ersten Produktion der Pandemie, die über 1 Milliarde Dollar weltweit hat erreichen können - und das sogar noch ohne China.


Im Jahr 2020 war kein einziger Film auch nur annähernd dieser magischen Marke nahe gekommen. Damals war "Bad Boys for Life", der Anfang des Jahres noch knapp vor dem weltweiten Lockdown herausgekommen war, mit 426 Millionen Dollar aus dem Markt gegangen - eine Summe, die "Spider-Man: No Way Home" nun trotz weiter schwierigem Marktumfeld alleine in Nordamerika nach zehn Tagen genommen hat!
Für die fünf Neustarter gab es gegen diesen Giganten kein Land zu gewinnen. Am besten und einzig befriedigend schlug sich der bereits am Mittwoch gestartete "Sing 2", der mit 41 Millionen Dollar Silber holte. Der Animationsstreifen mit der Stimme von Reese Witherspoon lief in 3892 Spielorten an. Die 85 Millionen Dollar teure Universal Pictures-Produktion und Fortsetzung des Erfolgsoriginals aus dem Jahr 2016, das damals mit 55 Millionen Dollar aus den Startlöchern gekommen war und schließlich 270 Millionen Dollar erreichen sollte, hat gemischte Kritiken erhalten. Aus dem Ausland kommen 24 Millionen Dollar; das weltweite Gesamteinspiel steht somit bei derzeit 65 Millionen Dollar.

Auf dem dritten Rang steigt "The Matrix Resurrections" ein. Die ebenfalls bereits am Mittwoch angelaufene Fortsetzung der seit 2003 ruhenden Reihe setzte in 3552 Kinos 22 Millionen Dollar um und landet so unter den Erwartungen der Analysten. Zum Teil mag das an dem zeitgleichen Start der 190 Millionen Dollar teuren Produktion im Internet bei HBO Max liegen - eine umstrittene Pandemie-Verleihpolitik von Warner Brothers Pictures für aktuell alle ihre Werke. Aber sicherlich spielen auch die nur gemischten Kritiken, die schlechte Mundpropaganda und der lange Abstand zum Vorgängertrio mit dessen schwachen Finale eine Rolle. Auf jeden Fall startet der Science Fiction-Film als deutlich Schwächster des "Matrix"-Quartetts. Im Ausland läuft es für das Keanu Reeves-Werk mit 47 Millionen Dollar besser. Das weltweite Gesamteinspiel steht so bei aktuell 69 Millionen Dollar.

Vierter wurde eine weitere Premierenfortsetzung, die eigentlich schon vor zwei Jahren hatte starten sollen, immer weiter verschoben wurde und dann in die Covid-19-Wirren geriet. "The King's Man" erzählt die Vorgeschichte der ersten beiden "Kingsman" aus den Jahren 2014 und 2017 und lief ebenfalls schon am Mittwoch an. Der Abenteuerfilm mit Ralph Fiennes ist in 3180 Spielorten zu sehen und hat schwache Kritiken erhalten. Der Start mit 10 Millionen Dollar liegt innerhalb der Erwartungen der Branche, ist nichtsdestotrotz aber enttäuschend, besieht man sich auch die Ergebnisse der Vorgänger in Höhe von 36 Millionen Dollar und 39 Millionen Dollar. Aus dem Ausland kommen 6 Millionen Dollar für die 20th Century Studios-Produktion hinzu, so dass das weltweite Gesamteinspiel bei 16 Millionen Dollar steht. Eine Budget-Zahl ist noch nicht veröffentlicht worden.

"American Underdog" blieb dann doch ein solcher. Mit 6 Millionen Dollar verharrte das Drama am unteren Ende der Erwartungen, konnte damit zum Start aber immerhin auf dem fünften Platz einsteigen. Die Lionsgate-Produktion mit Zachary Levi, die vom Aufstieg des Football-Stars Kurt Warner erzählt, hat gute Kritiken erhalten und ist erst am Samstag in 2813 Lichtspielhäusern debutiert.

Die fünfte Premiere "A Journal for Jordan" feierte ebenfalls erst am Samstag Premiere und wurde bloß Achter mit 2 Millionen Dollar in 2500 Filmtheatern. Das Drama mit Michael B. Jordan hat schlechte Kritiken zu verkraften und wird bei Produktionskosten in Höhe von 25 Millionen Dollar mit Sicherheit ein Minusgeschäft für Columbia Pictures.

Gut laufen derweil noch der Disney-Animationsstreifen "Encanto" mit der Stimme von Stephanie Beatriz und 88 Millionen Dollar in fünf Wochen und die Columbia-Komödie "Ghostbusters: Afterlife" mit Paul Rudd und 120 Millionen Dollar in sechs Wochen.

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