VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Claude Chabrol (1930-2010)

Wissenswertes

Geboren: ✹ 24. Juni 1930 in Paris, Frankreich
Gestorben: ✟ 12. September 2010 in Paris, Frankreich im Alter von 80 Jahren
Alias: The Balzac of Cinema; The French Hitchcock
Größe: 168 cm

Bildergalerie

Regisseur Claude Chabrol

Biographie

Claude Chabrol, dessen Filme überwiegend Frankreichs gehobenes Bürgertum attackieren, entstammt selbst einer alten, angesehen Apothekerfamilie. Den zweiten Weltkrieg verbrachte er als Soldat im Dorf Sardent, wo er zusammen mit einem Freund ein Theater improvisierte. Danach hätte er eigentlich gerne Film studiert - seine Eltern weigerten sich jedoch, das zu finanzieren. Stattdessen studierte Chabrol in Paris zunächst Literaturwissenschaften, dann Jura und Pharmazie. In den 50ern begann er, als Kritiker für die Cahiers du cinéma zu schreiben, mit deren anderen Autoren - Jean-Luc Godard, François Truffaut, Éric Rohmer und Jacques Rivette - er schließlich die Nouvelle Vague begründete. Chabrol begeisterte sich vor allem für Alfred Hitchcock, den er 1955 zusammen mit Truffaut am Set von "Über den Dächern von Nizza" interviewte. Die beiden waren dermaßen von der Begegnung mit ihrem Idol eingeschüchtert, dass sie vor Nervosität schnurstracks in einen Brunnen liefen.
1957 drehte Chabrol dann seinen ersten Film - ohne zuvor jemals praktische Erfahrungen mit Regie gesammelt zu haben. Finanziert wurde "Die Enttäuschten" von seiner ersten Frau Agnès, die durch das Erbe ihrer Großmutter reich geworden war. "Die Enttäuschten" feierte 1958 auf dem Filmfestival von Locarno seine Premiere und wurde von der Kritik begeistert aufgenommen - Chabrol erhielt den Preis für die beste Regie. Sein Debüt gilt als erster Film der Nouvelle Vague, die sich von den formelhaften französischen Nachkriesfilmen abwendete und den persönlichen Stil des Regisseurs als auteur in den Vordergrund rückte. Chabrols Filme kritisierten überwiegend mit feiner Ironie und opulenter Ausstattung die Doppelmoral der französischen Bourgeoise. Zu seinen Klassikern zählen "Das Biest muss sterben" (1969), "Der Schlachter" (1970), "Die Fantome des Hutmachers" (1982) und "Hühnchen in Essig" (1985).
In zweiter Ehe war Chabrol von 1964 bis 1980 mit der Schauspielerin Stéphane Audran verheiratet, dem Star vieler seiner bekanntesten Filme. Ihr erstes gemeinsames Projekt war "Schrei, wenn du kannst" (1959). Der gemeinsame Sohn Thomas Chabrol (*1963) ist ein in Frankreich sehr prominenter Schauspieler. Aus der Ehe mit Agnes hat Chabrol einen weiteren Sohn, Matthieu Chabrol (*1956), der als Filmkomponist arbeitet.



Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.