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Picknick mit Bären
Picknick mit Bären
© Alamode Film © Die FILMAgentinnen

Kritik: Picknick mit Bären (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der amerikanische Schriftsteller und Journalist Bill Bryson hat 1997 ein Buch über seine Wanderung auf dem Appalachian Trail verfasst, das nun als Vorlage für den Film von Regisseur Ken Kwapis ("Der Ruf der Wale") dient. Robert Redford und Nick Nolte spielen zwei Männer jenseits der Midlife-Crisis, die während der monatelangen Tour durch die Wälder und über die Berge ihre Freundschaft neu entdecken. Der Film, der die Herzen der Wanderfreunde höher schlagen lässt, ist geprägt von den imposanten Naturaufnahmen, seinen legendären Darstellern und einem feinen Schmunzelhumor.

Die Sehnsucht des Menschen nach dem Ausbruch auf Zeit aus dem Alltag und nach unverfälschten Naturerlebnissen schlägt sich seit Jahren in Reiseberichten und ihren Verfilmungen nieder, wie etwa vor kurzem in "Der große Trip – Wild" mit Reese Witherspoon. Das Besondere an dieser Geschichte über Bill Brysons Wanderung auf dem Appalachian Trail ist das in der Filmversion fortgeschrittene Alter der beiden Protagonisten. Die Mühen des Zeltens bei Wind und Wetter, der Fußmärsche über Stock und Stein setzen Bill und Steven zwar zu, aber fast noch schwieriger ist die Begegnung mit anderen Wanderern, die allesamt jünger sind. An jedem Rastplatz sehen sie sich im direkten Vergleich mit den anderen mit dem eigenen Alter konfrontiert – und halten stand. So spinnt der Film das Thema Altwerden praktisch weiter und führt den spannenden Beweis, dass die Welt auch denen gehört, die sich noch hinauswagen, wenn sie längst weniger fesch und sexy als die Mehrheit sind.

Robert Redford sieht als Bill sogar oft richtig müde und verloren aus. Aber der Hauptcharakter ist hartnäckig und zieht Steven mit, dem es von Anfang an mehr um die Gemeinschaft ging. Nick Nolte ist das eigentliche Herz dieser Geschichte, mit seiner wuchtigen Darstellung des einsamen, vom Leben gebeutelten Steven, der sich mächtig anstrengt, um die Wanderung durchzustehen. Bill bleibt zurückhaltender, in sich gekehrter. Unterwegs kommen die beiden in typische Situationen wie schlechtem Wetter, schlechter Gesellschaft oder schlechtem Quartier. Aber die Abende am Lagerfeuer, der Blick auf den Sternenhimmel und die endlosen bewaldeten Berghänge verfehlen ihre befriedende, befreiende Wirkung nicht.

Die Landschaftsaufnahmen und die gut abgestimmte Musik beflügeln den Zuschauer. Bill und Steven kommen jedoch nicht zu wirklich tiefschürfenden Erkenntnissen, ihr Abenteuer verläuft insgesamt verblüffend unspektakulär. Das ist zwar nahe an der Realität und damit auch charmant, aber es bleibt einem nicht viel in Erinnerung von diesem Film, außer dass er ein sympathisches Wiedersehen mit Redford und Nolte bietet.

Fazit: Robert Redford und Nick Nolte geben diesem humorvollen Film über eine Fernwanderung zweier älterer Männer auf dem Appalachian Trail seinen besonderen Charme. Auch die schöne Landschaft, die beflügelnde Musik und die leichte Atmosphäre schlagen positiv zu Buche, während es der Geschichte inhaltlich doch etwas an Substanz mangelt.





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