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Kritik: Gods of Egypt (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das Actionabenteuer voller Fantasy, die auf altägyptischer Mythologie basiert, bekommt bei Regisseur Alex Proyas ("I, Robot") die Form eines bombastischen visuellen Spektakels. Götter in Menschengestalt verwandeln sich in geflügelte Wesen und bekämpfen sich, bis Tempel und Pyramiden einstürzen. Auf dem Spiel steht nichts Geringeres als der Fortbestand der Welt, der auf der Trennung von Dies- und Jenseits beruht. Der grimmige Gott Set, der sich selbst mit Gewalt zum Herrscher des Landes ernannt hat, will die Ordnung des Universums aufheben, über die sein Vater Ra (Geoffrey Rush) wacht. Das Ergebnis ist vor allem eine Leistungsschau digitaler Effekttechnik, also ein Film, der seine Reize an der Oberfläche trägt und der am besten auf der großen Leinwand zur Wirkung kommt.

Götter, die ihre Gestalt verändern, angreifende Riesenkobras, monumentale Bauten, die zu Staub zerbröseln – all das wird von einer sehr dynamischen Kamera aufgenommen. Nicht nur wenn auf einem Obelisk gekämpft wird oder Horus und Bek einen Wasserfall in einer Dschungellandschaft hinabstürzen, ergeben sich spektakuläre 3D-Motive. Visuell wird nach dem Motto verfahren, dass nichts unmöglich ist. Die gepanzerten Tierwesen, in die sich die Götter verwandeln, glänzen metallisch, die Augen von Horus schimmern durchsichtig blau wie Diamanten. Wenn Normalsterbliche wie Bek neben den Gottheiten stehen, sieht man, dass sie viel kleiner sind. Die Kämpfe werden an imposanten architektonischen Stätten ausgetragen – und nach einer Weile stellt sich der Eindruck einer Endlosschleife ein: So wie sich visuell jede erdenkliche Zauberei generieren lässt, könnte auch der Inhalt per Fingerschnippen wieder und wieder eine neue überraschende Wendung nehmen.

Dabei ist aber gerade dieser Inhalt im Kern auf den simplen Machtkampf beschränkt, den ein junger Gott mit Hilfe eines Sterblichen gegen seinen größenwahnsinnigen Onkel führen muss. Ein wenig geht es auch um Liebe und die Opfer, die dafür zu bringen sind, sowie um die Frage, ob Göttern wie Horus die Menschheit nicht sowieso egal ist. Bek vermutet das und reibt Horus seine Erkenntnisse frech unter die Nase. Brenton Thwaites und Nikolaj Coster-Waldau liefern sich immer wieder witzige Dialoge, aber was der Geschichte fehlt, ist eine emotionale Verankerung und eine Atmosphäre, die ernsthaft in die geheimnisumwitterte ägyptische Antike eintaucht.

Fazit: Der Kampf zweier Götter um die Herrschaft im antiken Ägypten wird als actionreiche Fantasy mit knalligen visuellen Schauwerten präsentiert. Regisseur Alex Proyas geht es weniger um inhaltlichen Gehalt oder mythologischen Ernst, als um das Prinzip der Dynamik, das Gestalten und Objekte spektakulären Verwandlungen unterwirft. Die überbordende Fantasie, welche vor allem die optische Umsetzung kennzeichnet, erzeugt in erster Linie coolen Oberflächenglanz.





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