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Verborgene Schönheit
Verborgene Schönheit
© Warner Bros.

Kritik: Verborgene Schönheit (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der amerikanische Erfolgsregisseur David Frankel ("Der Teufel trägt Prada") konnte für sein Drama über die Trauer eines verwaisten Vaters zahlreiche Stars gewinnen. Will Smith, Helen Mirren, Kate Winslet, Edward Norton, Keira Knightley lassen ihre Filmcharaktere einen reizvollen Balanceakt zwischen Komik und Tragik, nüchternem Realismus und einem Hauch von Märchenatmosphäre absolvieren. Diese Geschichte aus der Feder von Drehbuchautor Allan Loeb über die zweischneidige Macht der Gefühle ist sehr interessant konstruiert. Trotz deutlicher Verankerung im Hier und Jetzt scheut sie sich nicht, die zeitlos gültige Natur menschlicher Sinnsuche mit naiven, schalkhaften Mitteln zu offenbaren.

Brigitte setzt sich zu Howard auf eine Parkbank und stellt sich ihm vor als der Tod. Howard, der stille Zyniker, ärgert sich grün über diese dreiste Frau und den Streich, der ihm hier offenbar gespielt wird. Aber er durchschaut ihn nicht. Nachher frohlockt Brigitte: "Er hat mir geglaubt!" Und tatsächlich bewirkt schon dieses erste Gespräch eine kleine Veränderung in Howard: Er geht zu einem Treffen verwaister Eltern, wo er der trauernden Mutter Madeleine (Naomie Harris) begegnet. Obwohl es um ein ernstes Thema geht, steckt der Film auch voller Komik. Mit diesen Theaterfiguren, die sich ins reale Leben eines Menschen mischen, zieht eine märchenhafte, fantasievolle Atmosphäre in die Handlung. Ihr zauberhafter Charme wird noch verstärkt, indem sich die drei Theaterdarsteller mit ihren abstrakten Rollen zunehmend identifizieren. Dabei entdecken sie, dass auch ihre Auftraggeber selbst Rat und Beistand brauchen könnten. Whit, Simon und Claire sind nämlich auch allein mit ihren privaten Problemen und Lebenskrisen.

Der humorvolle Ton und der nüchterne Pragmatismus, den einige Charaktere ausstrahlen, verhindern, dass diese Geschichte über Lebenshilfe und Trauerbewältigung unangenehm kitschig wird. Dadurch kommen die rührenden Momente, die es natürlich trotzdem gibt, nur noch besser zur Geltung. Howard muss einen sehr schmerzlichen Prozess durchlaufen, und was ihm dabei hilft, sind die Geschichten anderer Menschen, ihre Einmischung. Auch die Bildgestaltung am Schauplatz New York in der Vorweihnachtszeit spiegelt diese schöne Doppelnatur des Films, sowohl in der Gegenwart verankert, als auch etwas verträumt und entrückt sein zu können. Vor allem beweist sich hier aber wieder, wie wichtig ein originelles Drehbuch für einen guten Film ist.

Fazit: Das von Regisseur David Frankel inszenierte Drama kreist um einen trauernden Vater und die Versuche seiner Freunde, ihn endlich wieder zurück ins Leben zu holen. Es überrascht mit seiner Originalität, die voller Komik steckt und scheinbare Kontraste wie Realismus und märchenhaften Charme verbinden kann. Prominente Schauspieler wie Will Smith, Helen Mirren, Edward Norton, Kate Winslet und Keira Knightley verleihen dieser außergewöhnlichen, unterhaltsamen und anrührenden Geschichte Glanz.





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