Johnny Depp als Inspektor im nebligen London auf den Fersen von Jack the Ripper. Die Hughes-Brüder setzen in ihrem US-Thriller auf Effekte und Atmosphäre, nicht unbedingt auf Logik und nachvollziebare Handlung...
Inhalt
London, 1888. Eine Serie mysteriöser Morde an Prostituierten versetzt das Londoner Armenviertel Whitechapel in Angst und Schrecken. Der Mörder nennt sich Jack the Ripper, er mordet lautlos, unerkannt und ungesehen.In einer Opiumhöhle will Inspektor Abberline den Schmerz der Erinnerung an seine verstorbene Frau betäuben. Die Drogen haben allerdings noch einen weiteren Effekt: Sie verstärken seine hellseherischen Fähigkeiten. In einer verschwommenen Vision erkennt er schemenhaft einen Mann in Schwarz und die grausam verstümmelte Leiche einer Frau. Von seinem Assistenten und Freund Godley wird Abberline in die Realität zurückgeholt: Abberline und Godley werden mit der Klärung des Falles beauftragt, der längst auch die feine Gesellschaft beunruhigt. Abberlines unkonventionelle Vorgehensweise führt ihn bald zur Erkenntnis, dass der Wahnsinnige mit Methode mordet. Seine Opfer stammen alle aus dem Freundeskreis der irischen Prostituierten Mary Kelly. Und diese Frauen hüten ein gefährliches Geheimnis, das das gesamte Königreich zum Einsturz bringen könnte...
Der Filmstar Jack the Ripper findet sich nach
unzähligen Adaptionen im Gewand eines
zeitgenössischen Serialkillerfilms wieder.
Exquisit daran ist allein die prominente
Comicvorlage von Alan Moore und Eddie
Campbell, die London als stygischen Abgrund
aus Nebel, menschlichem Unrat und
zahlreichen Verschwörungstheorien sieht.
Den bislang durch ihre harten
Gangsterdramen mit Sozialanklage in
Erscheinung getretenen Hughes-Brüdern
("Menace II Society") geht es hierbei allein um
eine düster-gotische Stimmung und
Effekthascherei. Eine durchdachte Handlung
und Authentizität sucht man vergeblich.
Die mit Johnny Depp, Heather Graham und
Ian Holm starbesetzte Schlachtplatte vermag
weder Akzente noch Überraschungen zu
plazieren. Inhaltlich bewegt sich der Thriller
auf dem Flickenteppich typischer
Großproduktionen, die viel Geld für
Ausstattung, aber wenig für Phantasie haben.
Das ist letztlich nicht enttäuschend, aber
beflügelt den Film erst recht nicht.