Der Gott des Gemetzels
God of CarnageFilmversion des gleichnamigen, mit dem Tony Award ausgezeichneten französischen, Theaterstückes um zwei Elternpaare, die sich treffen, um eine Schlägerei zwischen ihren Söhnen auf dem Schulhof zu diskutieren - und darüber selbst in einen brutalen Streit geraten...Inhalt- Zwei Elfjährige prügeln sich auf einem Spielplatz, einem der beiden Jungen werden dabei Zähne ausgeschlagen. Die Eltern des "Opfers", Penelope und Michael (Jodie Foster, John C. Reilly) haben die Eltern des "Übeltäters", Nancy und Alan (Kate Winslet, Christoph Waltz) eingeladen um den Vorfall wie vernünftige Menschen zu klären. Was als friedlicher Austausch über Zivilisation, Gewalt und die Grenzen der Verantwortlichkeit beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem Streit voller Widersprüche und grotesker Vorurteile. Und schließlich platzt die dünne Haut der bürgerlichen Kultiviertheit auf: Vier Erwachsene geraten aus der Fassung. Brutal und rücksichtslos werden Grenzen überschritten, provoziert und schließlich deutlich, dass sie alle hinter ihrer zivilisierten Maske einen "Gott des Gemetzels" anbeten...
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Userkommentare ottokar schnepf vom 25.11.2011Polanskis Gesellschaftskomödie ist verfilmtes Theater und kein Kinofilm. Schon Meister Hitchcock meinte nach seiner in Echtzeit und ohne Schnitt verfilmtem Cocktail für eine Leiche - "Das war kindisch und idiotisch, Filme gehören geschnitten". 8martin vom 25.11.2011Eigentlich war Roman Polanski bisher nicht primär als Sozialkritiker unterwegs, doch was er hier abgeliefert hat, ist erste Sahne. Die Theatervorlage von Yasmina Reza hat er kongenial umgesetzt. Eine bissige Gesellschaftssatire mit vier ganz hervorragenden Akteuren (Winslet, Foster, Waltz und Reilly). Ein eigentlich nichtiger Anlass führt zwei recht unterschiedliche Ehepaare zusammen, um eine Auseinandersetzung ihrer Buben zu bereinigen. Es wird sehr subtil geschildert, wie jeder der vier hinter der Fassade von gespielter Höflichkeit, aller größtem Verständnis für die Gegenseite und Selbstbehauptung der eigenen Position langsam hervorkriecht. Dabei kommen sowohl familieninterne Leichen, die seit Jahren im eigenen Keller vergraben sind, wieder zum Vorschein, als auch ganz persönliche Knacks. Die Männer, die noch mit den Idealfiguren von Ivanhoe und John Wayne aufgewachsen waren, verbünden sich vorübergehend und die Mädels revoltieren erst dagegen und dann gegen einander. Dabei ändert sich zwischendurch ständig das Niveau der verletzenden Argumentationen, variiert zwischen banalem Kleinkariertem und genereller Weltsicht. Handy und Handtasche, wichtige Accessoires unserer Zeit werden als Waffen in diesem totalen Krieg eingesetzt, bevor uns der Schluss ein Schmunzeln abnötigt.
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