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Kritik: The Others (2001)


Der Spanier Alejandro Amenábar ist ein Meister kontrollierter Manipulation: verdächtige Geräusche, kluge Bildausschnitte und eine Atmosphäre ständiger Bedrohung und Unsicherheit - das alles passt ganz wunderbar zusammen und wird von dem erst 30 Jahre alten Filmemacher, dessen Hollywood-Debüt sich sehen lassen kann, genussvoll ausgereizt. Der Regisseur hat wirklich nichts dem Zufall überlassen: Sogar die Filmmusik hat Amenábar selber komponiert.

"The Others", koproduziert von Nicole Kidmans Ex-Gatten Tom Cruise, ist kein gewöhnlicher Horrorschocker, sondern klassisches Gruselkino. Wohlgemerkt: klassisch, nicht etwa antiquiert. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in einem abgelegenen englischen Landhaus angesiedelt, spielt Nicole Kidman eine junge Mutter, die ihre beiden Kinder ohne den seit Kriegsende vermissten Vater großziehen muss. Die Kleinen leiden unter einer Lichtallergie, deshalb müssen Türen und Vorhänge des Anwesens tagsüber geschlossen bleiben. Und kaum haben drei neue Bedienstete bei Grace angeheuert, kommt es zu höchst beunruhigenden Vorkommnissen. Kurzum: es spukt, und zwar gewaltig.

Amenábar, der auch das Drehbuch schrieb, hat ein untrügliches Gespür für Augenblicke und Details. Und Nicole Kidman - blass, entrückt und ihren Leinwandkindern gegenüber übertrieben protektiv - liefert die bisher beste Darbietung ihrer Karriere ab. "The Others" ist ein sehr subtiler, stimmungsvoller Film ohne die für das Horror-Genre typischen Effekte, ohne Blut und Ekelbilder. Macht nichts, denn Amenábar lehrt dem Publikum auch so das Fürchten - und nimmt sich dafür jede Menge Zeit.

Eine Geduldsprobe ist diese Film jedoch mitnichten. Von M. Night Shyamalans "The Sixth Sense" deutlich inspiriert, besticht "The Others" mit hervorragenden Schauspielern und einer mysteriösen Story, die man natürlich erst am Schluss des Films in ihre ganzen Tragweite durchschauen soll. Doch eben diese letzte Wendung, die den Spuk schließlich erklären soll, ist allzu sehr am großen Vorbild angelehnt.






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