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Kritik: Vanilla Sky (2001)


Cameron Crowe sucht den Zusammenprall unterschiedlicher Lebensentwürfe in seinem Remake von Alejandro Aménabars spanischem Thriller "Open Your Eyes". Angefangen mit einer oberflächlicher Yuppie-Existenz führt "Vanilla Sky" seine Hauptfigur in ein unentschlüsselbares Alptraumland, an dessen paranoider Erlebniswelt er zu verzweifeln droht. Danach wird eine scheinbare Lösung der Ereignisse präsentiert, die jedoch ebenfalls einen schalen Nachgeschmack besitzt. Im Einklang mit den unterschiedlichen Ebenen der Existenz der Hauptfigur wählt Crowe jeweils einen anderen visuellen Stil. Während Anfang und Ende als helles, strahlendes Sinnbild für eine durch die Popkultur durchsetzte Welt stehen, bildet der Mittelteil ein düsteres, an David Lynch erinnerndes Szenario, in dem Crowe den Yuppie demontiert. Bis an den Rand des Wahnsinns wird dieser getrieben. Dabei spielt "Vanilla Sky" gekonnt auf der Klaviatur aus existenziellen Ängsten. Nicht nur mit dem Protagonisten, auch mit dem Zuschauer treibt der Film sein virtuoses Spiel, so dass sich eine Atmosphäre kaum fassbaren Schreckens entwickelt. Am Ende schlägt die derartig aufgebaute Stimmung hingegen wieder um. Die Lösung wirft ein faszinierendes Bild auf eine Existenz, die der ehemalige Rolling Stone-Schreiber Crowe mit Sinnbildern der Popkultur symbolisch auflädt. Da gibt es eine Einstellung, welche die direkte Nachstellung eines Plattencovers ist. Damit wirft er die Frage auf, inwieweit der Mensch die Art seines Lebens wirklich selbst bestimmt. So könnte es sein, dass das Leben in einer selbstgewählten Scheinwelt möglicherweise eher der Schlüssel zum Glück ist als das krampfhafte Festhalten an scheinbaren Realitäten.




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