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Poster - Marvel's The Avengers
Poster - Marvel's The Avengers
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Marvel's The Avengers (2011)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Vom Fan für Fans: Joss Whedons Superhelden-Spektakel "The Avengers" lebt von der Begeisterung des Regisseurs für die Comic-Charaktere, denen er nicht nur durchweg treu bleibt, sondern es zusätzlich fertig bringt, sie über "ihre eigenen Filme" hinaus weiter zu entwickeln: Iron Man beispielsweise war nie so gut wie im Streit mit Captain America. Hulk war bisher nie wirklich gut, was Mark Ruffalo nun ändert. Und in Sachen Humor und intelligente Interaktionen ist Whedon – der Schöpfer von TV-Klassikern wie "Buffy" und "Firefly" ("Serenity"), sowie der Internet-Sensation "Dr Horrible" – ohnehin kaum zu schlagen. So gelingt es ihm mühelos, die Superhelden zu einem glücklicherweise nicht ganz homogenen Team zusammenzuschweißen. Wie Whedon zuvor versprach, bekommt jeder von ihnen seine magischen Momente, wobei er dem ihm eigenen Wortwitz, der auch auf Deutsch weitgehend funktioniert, überwiegend Tony Stark zuteilt. Wie einst Xander und Wash agiert hier Agent Coulson als Stellvertreter für alle Fanboys (bzw. –girls) und verleiht dem Superheldenfilm damit eine Publikumsnähe, die ihn deutlich von den Vorgängern unterscheidet.

Dabei fängt das Abenteuer eher lau an: Thors Adoptivbruder Loki stiehlt eine magische Energiequelle, die er für finstere Zwecke ausbeuten will, was Nick Fury ein wenig besorgt alarmiert, woraufhin er versucht, dem Finsterling aus Asgard eine ebenbürtige irdische Truppe (mit Ausnahme von Thor, versteht sich) entgegenzustellen. So richtig los geht's dann erst mit Scarlett Johannsson's Auftritt als Spionin Black Widow, der sehr sehr Whedonesque geraten ist...

Die Story an sich ist nicht völlig ausgereift, was den Film allerdings kaum weniger befriedigend macht und Whedon nicht angelastet werden kann - schließlich sind die Charaktere ebenso altbekannt wie die Prämisse "Superhelden retten die Welt". Dass "Avengers" Vorgänger wie "Thor", "Captain America" und "Iron Man 2" bei weitem übertrifft, liegt an der schlauen Mischung von Action und Interaktionen, mit der Whedon Fäuste, Waffen und Egos der Superhelden und Finsterlinge aufeinander einpreschen lässt; garniert mit berauschenden Effekten und unaufdringlichem 3D-Einsatz. Und obwohl nur wenige Frames so aussehen, als seien sie direkt aus den Comics gezogen, transportiert der Film das Feeling der Vorlage.

Ein paar Aussetzer gibt es dennoch – so ist Lokis erste Station der Weltübernahme Stuttgart, wegen der Tradition der "Freiheit von der Freiheit", dem freiwilligen Unterwerfen und so… Der einzige Deutsche, der es wagt, sich zu widersetzen, wird dann prompt von Captain America gerettet.

Natürlich ist "Avengers" im Vergleich zu Whedon's anderen Werken auf Kracher angelegt. Und natürlich erscheint die selbsternannte "Gruppe von Freaks" keineswegs so freakig wie seine anderen Außenseiterkombos. Unter dem kommerziellen Überbau schlägt aber dennoch Whedon's kreatives Herz, sowie sein Gespür für die Dynamik verschiedener Persönlichkeiten. Es bleibt zu wünschen, dass ihm "Avengers" die Finanzierung neuer eigener Projekte erleichert.

Fazit: Joss Whedon bringt mit dem Marvel All Stars-Team ein fesselndes, witziges und daüberhinaus anspruchsvolles Action-Ensemble in die Kinos. Für eine Comic-Verfilmung ist es schlicht grandios, für Whedon selbst dürfte es den endgültigen Mainstream-Durchbruch bringen.





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