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Warcraft - The Beginning
Warcraft - The Beginning
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Warcraft - The Beginning (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

1994 begann die Erfolgsgeschichte von "Warcraft", einem Echtzeitstrategiespiel, dessen fiktive Welt vom Entwickler Blizzard Entertainment in den kommenden Jahren zu einem millionenschweren Franchise entwickelt wurde. Während sich heute vor allem der 2004 ins Leben gerufene Online-Ableger "World of Warcraft" nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, greift die erste Verfilmung einer geplanten Trilogie nun auf den Ursprung des Spieleuniversums zurück: "The Beginning" erzählt mit einigen Freiheiten die Geschichte von "Warcraft: Orcs & Humans" nach, dem Spiel, mit dem vor mehr als 20 Jahren alles begann.

Bereits in den ersten Szenen wird dabei deutlich, dass es sich bei "The Beginning" um typische Fantasykost handelt, die auch Zuschauer, die "Warcraft" nicht kennen, vertraut sein dürfte: Mittelalterlich anmutende Schauplätze, tapfere Ritter und natürlich furchteinflößende Monster besiedeln diese Welt und werden größtenteils durch aufwendige Computereffekte zum Leben erweckt. Vor allem die mit Hilfe von Motion Capture animierten Orks sind dabei gelungen und erweisen sich zudem nicht als die eindimensionalen Bösewichte, wie man sie beispielsweise aus "Der Herr der Ringe" kennt.

Stattdessen sind Filmemacher Duncan Jones ("Source Code", 2011) und sein Ko-Drehbuchautor Charles Leavitt ("Blood Diamond", 2006) sichtlich darum bemüht aus den riesigen Ungeheuern komplexe Figuren zu machen: Die Orks sind nicht nur höchst unterschiedlich in ihren Ansichten und Motivationen, Paula Patton verkörpert als Garona, einer Mischung aus Ork und Mensch, sogar ein Figur die zwischen allen Fronten steht.

Das sind durchaus willkommene Impulse für das oft allzu schwarzweißmalerische Fantasy-Genre, doch so recht will "The Beginning" trotzdem nicht funktionieren. Denn die Vielzahl an Figuren, Orten und Plots wird innerhalb von zwei Stunden zu oberflächlich abgehandelt, so dass die Tiefe der Welt und ihrer Bewohner wie vorgetäuscht wirkt. Die Schauspieler spielen zudem zwar durchaus solide, aber sorgen für keine emotionalen Höhepunkte. Mitunter stehen sie einfach auch nur auf verlorenem Posten, wenn sie gegen die rasant in Szene gesetzte Action, für Unwissende verwirrenden Fanservice sowie ein wahres Effektspektakel anspielen müssen.

So hinterlässt "Warcraft: The Beginning" trotz einiger Stärken einen eher bitteren Nachgeschmack: Fans der Spiele werden sicherlich neugierig sein, was hier aus der Vorlage gemacht wurde und sich über die zahlreichen Anspielungen freuen. Dennoch ist das zu wenig, um wirklich zu überzeugen oder auch bloß den Spielen gerecht zu werden. Es bleibt bei einem soliden, mitunter etwas überkandidelten Fantasy-Epos, dem man für die Sequels ein wenig mehr Gelassenheit gönnt.

Fazit: Trotz gelungener Animationen sowie dem Bemühen um komplexe Figuren verliert sich diese Computerspielverfilmung in einem oberflächlichen Effektspektakel. Rasante Action und verwirrende Subplots nehmen "Warcraft: The Beginning" die nötige Gelassenheit für etwas Tiefgang – so reicht es nur zu durchschnittlicher Fantasy-Kost, die hoffentlich mit den geplanten Sequels an Kontur gewinnt.




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