VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
R.E.D.
R.E.D.
© 2010 Concorde Filmverleih GmbH

Kritik: R.E.D. (2010)


Lange grassierte der Jugendwahn in Hollywood. Das Resultat dieser albernen Modeerscheinung: immer wieder neue Gesichter, die schnell gehypt und mitunter fast genauso schnell wieder vergessen wurden. Hinzu kam, dass die altgedienten Stars plötzlich keine vernünftigen Rollen mehr angeboten bekamen und Hollywood-Diven in den juvenilen Vierzigern sich mit Botox und Schönheits-Op´s regelrecht zugrunde restaurierten.

Nun plötzlich scheint sich der Trend zu wandeln. Die Alten kehren mit Blockbustern zurück und sind mit Mitte 60 oder älter erfolgreich wie nie zuvor. So legte Harrison Ford mit "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" nach fast 20 Jahren Pause in dieser Rolle noch einmal einen Indy-Streifen nach und demnächst folgt sogar ein weiterer; andere Hollywood-Relikte wie Hau-Drauf Sly Stallone spendierte seinen beiden Big-R´s jeweils einen finalen Auftritt und stürzte sich danach mit den "Expendables" ins nächste Abenteuer. Bruce Willis ist etwas jünger als Ford oder Stallone, liefert dafür mit seinen jugendlichen 55 Jahren aber auch einen Actionkracher nach dem anderen ab. Nachdem er sich entschloss, zwölf Jahre nach "Stirb Langsam: Jetzt erst recht!" mit "Stirb Langsam 4.0" einen vierten Teil folgen zu lassen, machte er danach mit "Surrogates" im Action-Fach gleich weiter. Um den Fans nun das Warten auf "Stirb Langsam 5" zu verkürzen, kämpft er sich aktuell als Ex-Chef eines Elite-Teams des CIA in bester Last-Man-Standing-Manier 111 Minuten lang überaus kurzweilig über die Leinwand.

Eigentlich hat sich Frank Moses (Bruce Willis) seinen Ruhestand redlich verdient, aber einem der ehemals gefährlichsten Männer der Welt kann im drögen Alltag einer verschlafenen Kleinstadt schnell langweilig werden. Ein wenig Nervenkitzel versprechen die regelmäßigen Anrufe bei der Pensionskasse; eigentlich nur um mit der Call Center Mitarbeiterin Sarah (Mary-Louise Parker) am Hörer ein wenig zu flirten. Doch dann wird Frank von seiner Vergangenheit einholt: Ein Killerkommando fällt in seinem eigenen Haus über ihn her. Frank kann die Attentäter gerade noch erledigen, möchte nun aber zu gerne wissen, wer es auf ihn abgesehen hat. Dummerweise sind die Killer jetzt ebenfalls hinter Sarah her, also muss er sie zu ihrem eigenen Wohle entführen. Und als nächstes wird die alte Truppe gleich mal reaktiviert. Ein wenig schlagkräftige Unterstützung ist durchaus empfehlenswert, wenn die Luft extrem bleihaltig wird.

Basierend auf dem gleichnamigen Graphic Novel aus dem Hause DC, ist ein munterer und überaus ironischer Agentenfilm entstanden. Obwohl "R.E.D." (Retired Extremly Dangerous) im Grunde ein Actionkracher ist, sorgt der illustre Cast dafür, dass der Streifen regelrechte Ensemblefilm-Qualitäten entwickelt. Bruce Willis zu Seite stehen Veteranen wie Morgan Freeman, John Malkovich und Grande Dame Helen Mirren. In weiteren Rollen sind Richard Dreyfuss und Brian Cox zu sehen. Und wer genau hinschaut, wird auch einen der renommiertesten Nebendarsteller vergangener Jahrzehnte entdecken: den inzwischen 93-jährigen Ernest Borgine.
Über die hochkarätige Truppe und knackige Action, sind es aber besonders die schrägen Charaktermasken, in welche die Darsteller schlüpfen, die süffisanten Dialoge und das ironische Gesamtpaket, was den Film wirklich sehenswert macht. Und mal im Ernst: Helen Mirren mit einem MG60 losballern zu sehen, ist schon ein ultracooler und wirklich seltener Anblick.

Fazit: Für Willis-Fans, die nicht genug davon bekommen können, wie ihr Idol in altgewohnter Manier die Bösen um die Ecke bringt, ist "R.E.D." sicherlich ein Hochgenuss. Die hochkarätige Rentner-Combo macht den Film aber auch für andere interessant. Eine großartige Story braucht man zwar nicht erwarten, dafür geht es ordentlich zur Sache und die Schauspielveteranen haben auch immer einen flotten Spruch auf Lager.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.