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Die Kunst zu gewinnen - Moneyball
Die Kunst zu gewinnen - Moneyball
© 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

Kritik: Die Kunst zu gewinnen - Moneyball (2011)


Billy Beane (Brad Pitt) wurde einst als kommender Baseball-Superstar gehandelt, aber er konnte diese Erwartungen als aktiver Sportler nicht erfüllen. Deshalb arbeitet er nun als Manager bei den Oakland A’s, einem Team mit kleinem Budget, das mit den finanziellen Möglichkeiten von Mannschaften wie den New York Yankees oder Boston Red Sox nicht mithalten kann. Deshalb erlebt es immer wieder, dass es kurz vor dem großen Erfolg gestoppt wird – und die besten Spieler weggekauft werden. Bisher haben Beane und seine Scouts stets versucht, möglichst günstige neue Spieler zu finden, sie aufzubauen, mit ihnen eine gute Saison zu spielen und sie mit Gewinn wieder zu verkaufen. Aber Billy Beane träumt vom Titelgewinn und kommt daher zu dem Schluss, dass er das System verändern muss. Zufällig lernt er den Yale-Absolventen Peter Brand (Jonah Hill) kennen und holt ihn nach Oakland. Peter Brand ist überzeugt, dass die Mannschaften zu viel Geld für einzelne Spieler ausgeben, während ebenbürtige Spieler übersehen werden – weil sie zu alt sind, merkwürdige Eigenheiten haben oder schlichtweg aus dem bisherigen Raster aus Glauben, Hoffnung und Intuition fallen. Deshalb wendet er Statistiken an, um die Talente eines Spielers ausfindig zu machen. Denn er glaubt auch daran, dass Mannschaften wie die Oakland A’s Spieler finden müssen, die die richtigen Schlüsseleigenschaften für das Team besitzen, und nicht einen einzelnen Spieler, der zum Star werden kann. Gegen den Widerstand seines Trainers und seiner Scouts setzt Billy Beane in der Saison 2002 auf dieses System – und sie nimmt einen unerwarteten Verlauf.

Das Ungleichgewicht zwischen finanziell starken und schwachen Mannschaften ist kein Problem des Baseball-Sports, sondern betrifft jede Sportart. Durch den unerwarteten Erfolg der Oakland A’s hat Billy Beane erst die Statistiken im Baseball populär gemacht, später wurde diese Methode auch auf andere Mannschaftssportarten angewendet. Kurz gesagt: Billy Beane hat das System des Sports verändert. Dennoch ist "Moneyball – Die Kunst zu gewinnen" kein typischer Sportfilm. Die Handlung in diesem ruhig erzählten Film vollzieht sich vorwiegend außerhalb des Spielfeldes und über Dialoge. Die Gespräche finden in den Stadiongängen, Büros und Umkleidekabinen statt, daher stehen die Charaktere im Mittelpunkt. Brad Pitt spielt Billy Beane mit viel Kraft und Ausdruck, zugleich aber dem nötigen Maß an Zurückhaltung. Auch Jonah Hill überzeugt als im zwischenmenschlichen Umgang unsicherer, aber im Hinblick auf sein System umso überzeugteren Peter Brand. Philip Seymour Hofman ist herrlich als widerwilliger Trainer, der sich letztlich dem Manager beugen muss. Und auch die anderen Darsteller überzeugen.

Der Film von Regisseur Bennett Miller ("Capote) ist in erster Linie eine Studie über einen Mann, der eine Rolle spielen will – aber bereits einmal gescheitert ist. Nun muss er sich neu erfinden, doch der Erfolg macht aus ihm keinen anderen, glücklicheren Menschen. Vielmehr behält er die gleichen Zweifel und Ängste, die ihn sein Leben lang begleitet haben. Nur wenn er sich diesen Unsicherheiten bewusst wird, wird er tatsächlich etwas verändern. Und sein Weg dorthin ist ungemein sehenswert!

Fazit: "Moneyball – Die Kunst zu gewinnen" ist weniger ein Sportfilm als vielmehr eine überzeugend inszenierte und toll gespielte Studie über einen Mann, der das System des Sports dauerhaft veränderte.




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