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Aufbruch zum Mond
Aufbruch zum Mond
© Universal Pictures International

Kritik: Aufbruch zum Mond (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

"Aufbruch zum Mond" basiert auf der autorisierten Biografie "First Man: The Life of Neil A. Armstrong", die der Geschichtsprofessor James R. Hansen 2005 veröffentlichte. Inszeniert hat den biographischen Geschichtsfilm der amerikanisch-französische Regisseur und Drehbuchautor Damien Chazelle. Chazelle und Hauptdarsteller Gosling kannten sich bereits von der Arbeit am Oscar-prämierten Erfolgsfilm "La La Land" (2016). Zwei Jahre zuvor wurde Chazelle mit dem vielfach preisgekrönten Musikdrama "Whiplash" berühmt. Für "Aufbruch zum Mond" stand ihm ein Budget von 60 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

Der erst 33-jährige Chazelle setzt durchweg auf einen dokumentarischen, nüchternen Stil und verzichtet auf überladene Effekte-Orgien, die in vielen Filmen dieses Genres zum reinen Selbstzweck verkommen – zum Glück, denn all diese Entscheidungen sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass "Aufbruch zum Mond" auf allen Ebenen zum Volltreffer wird. Chazelle nutzt zum einen sehr oft verwackelte Bilder und unscharfe Aufnahmen, die für eben jenen Doku-Touch verantwortlich sind. Die zittrige, nervöse Handkamera erzeugt Authentizität und Dringlichkeit, zudem manövriert sie den Zuschauer mitten hinein ins Geschehen und die unterschiedlichen Schauplätze: In den sich wild um die eigene Achse drehenden Simulator, die beengte Raumkapsel oder die hochmoderne Landefähre, in der die Astronauten schließlich den Mond ansteuern.

Meist weicht die Kamera den Astronauten nicht von der Seite und ist nur wenige Zentimeter von ihren Gesichtern entfernt, zum Beispiel wenn sie wenige Monate vor der Apollo-11-Mission im Simulator alle möglichen Zwischenfälle und Szenarien durchspielen. Die beklemmende Stimmung im Inneren ist greifbar und das Gefühl der bedrohlichen Enge geht direkt auf den Betrachter über. Und wenn die Bilder dann wie wild anfangen zu flirren und zu wackeln und es im Hintergrund unentwegt scheppert und knarzt, stellt sich ein flaues Gefühl im Magen ein. Darüber hinaus vernachlässigt "Aufbruch zum Mond" aber auch die Person Armstrong (Idealbesetzung: Ryan Gosling) nicht. Behutsam nähert sich der Film einem fragilen, komplexen Charakter und arbeitet konsequent dessen Ängste, Wünsche und Traumata heraus.

Fazit: Kraftvolle und unsentimental-nüchterne Verfilmung eines Jahrhundertereignisses, die sich auch dem vielschichtigen (Seelen-) Leben der Hauptfigur widmet. Mit kontrollierter Konzentration sowie stilistisch einheitlich erzählt und einem nachdrücklich aufspielenden Ryan Gosling in der Hauptrolle.




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