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Der Hobbit: Smaugs Einöde
Der Hobbit: Smaugs Einöde
© Warner Bros.

Kritik: Der Hobbit 2: Smaugs Einöde (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Vor fast genau einem Jahr brachte Peter Jackson den ersten Teil seiner auf drei Teile angelegten Verfilmung von J.R.R. Tolkiens "Der Hobbit" in die Kinos. Hauptkritikpunkte waren damals die Länge des gesamten Vorhabens, zu ausgedehnte Szenen und die Mischung aus kindlich-freundlichen und düsteren-kampfbetonten Szenen. Dass ein (je nach Ausgabe) rund 300 Seiten langes Buch in einer Trilogie verfilmt werden muss, erschließt sich auch nach "Smaugs Einöde" nicht, dem nun startenden zweiten Teil. Darüber hinaus aber ist der Film besser als "Eine unerwartete Reise".

Der Film beginnt mit einem Rückblick: An einem regnerischen Abend trifft Thorin Eichenschild (Richard Armitage) in einer Taverne auf den Zauberer Gandalf (Ian McKellen) und wird von ihm ermuntert, die gefährliche Reise zum Einsamen Berg anzutreten und die Armee der Zwerge zu vereinen. Außerdem soll er einen Hobbit mitnehmen, da der Drache, der den wertvollen Archenstein bewacht, ihn nicht am Geruch erkennen wird. Danach springt der Film zeitlich an das Ende des ersten Teils. Unter Thorins Führung sind die Zwerge und Bilbo Beutlin (Martin Freeman) auf dem Weg zum Einsamen Berg. Bilbo hat im letzten Teil den Ring von Gollum gestohlen und erahnt seine Kräfte, zunächst aber müssen sich die Gefährten abermals mit den Orks auseinandersetzen. Außerdem begegnen einem Gestaltenwandler (Mikael Persbrandt), der ihnen kurz Schutz bietet. Dann setzen sie ihren Weg durch den Düsterwald fort und im Kampf gegen gefährliche Riesenspinnen nutzt Bilbo die Kräfte des Rings. Noch hadert er mit sich, doch im Verlauf der zahllosen folgenden Abenteuer nutzt er ihn mehrfach.

Von Anfang an wird in "Smaugs Einöde" ein höheres Tempo als im ersten Teil vorgegeben, so dass man nicht mehr unzählige Minuten den Zwergen beim Essen zusehen muss, sondern sie stattdessen im Kampf und im beständigen Gehen sieht. Deshalb lässt sich fast darüber hinwegsehen, dass bis auf eine Verletzung die Zwerge auffällig unbeschadet ihre zahlreichen Kämpfe überstehen.

Der Film ist also im Vergleich zur Romanvorlage weiterhin gedehnt, aber die hinzugefügten Hintergrundgeschichten und Abstecher fügen sich etwas besser ein. Dazu gehört insbesondere Tauriel, eine neue Elbin, die es im Buch nicht gibt. Durch sie wird deutlich, dass die Elben ihre isolationistische Haltung aufgeben sollten, außerdem entwickelt sie Gefühle für den Zwerg Kili (Aidan Turner), was für einige unterhaltsame und berührende Momente sorgt. Dennoch fügen sich die einzelnen Handlungsstränge nicht zu einem Ganzen zusammen, sondern erwecken den Eindruck, sie dienten sowohl der Präsentation von verschiedenen Produktionssets als auch der Überleitung auf den dritten Teil – Spannung entsteht dadurch aber nicht, da durch "Herr der Ringe" bereits bekannt ist, wie alles ausgehen wird. Darüber hinaus ist der Wechsel zwischen den Orten oftmals willkürlich.

Die Effekte sind zumindest in der 3D-Version mit der herkömmlichen Abspielrate mit 24 Frames pro Sekunde realistischer und fügen sich besser zusammen. Insbesondere der Auftritt des Drachens Smaug (gesprochen von Benedict Cumberbatch) ist ein Höhepunkt des Films, an dem der Regisseur auch sichtlich viel Freude hatte. Das Aufeinandertreffen des leicht geschwätzigen Drachens mit Bilbo sorgt für amüsante und gefährliche Dialoge, außerdem ist Smaug schon ein eindrucksvolles Beispiel für gelungenes CGI.

Auch die Besetzung ist abermals gut. Martin Freeman passt hervorragend in die Hauptrolle des Hobbit, der allmählich über sich herauswächst und zunehmend einer verführerischen Macht ausgesetzt ist, Richard Armitage ist als Anführer der Zwerge charismatisch und mitreißend. Für "Herr der Ringe"-Fans gibt es ein Wiedersehen mit Orlando Bloom als Legolas, Evangeline Lilly überzeugt als neue Elbin Tauriel ebenso wie Ian McKellen als Gandalf. Auch Luke Evans als Bard ist überzeugend und fügt dem Cast als eindeutig menschliche Figur eine interessante Note hinzu.

Fazit: "Der Hobbit: Smaugs Einöde" ist besser als sein Vorgänger, da sich die hinzugefügten Figuren gut einordnen und er insgesamt düsterer ist. Ein Meisterwerk ist der Film indes nicht.





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