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Last Vegas
Last Vegas
© Universal Pictures Germany

Kritik: Last Vegas (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Normalerweise assoziiert man mit Las Vegas eine Klientel, wie sie die Komödie "Hangover" porträtiert. Die in den USA auch Sin City genannte Spiel- und Partystadt ist also eine der letzten Bastionen, die noch nicht von der rasant wachsenden Bevölkerungsgruppe der Senioren eingenommen wurde. Zumindest nicht im Film, woraus die Buddy-Komödie "Last Vegas" von Regisseur Jon Turteltaub ihre reizvolle Besonderheit bezieht.

Schon der dramaturgische Aufbau spielt geschickt mit den lachhaften Aspekten des Altwerdens. Zunächst sieht man die Vier als fröhlich-freche Jugendliche, bevor nach dem Schriftzug "58 Jahre später" das traurige Ergebnis dieses langen Reifeprozesses begutachtet wird. Archie, Sam und Paddy entsprechen alle auf verschiedene Weise den Klischees leidgeprüfter alter Männer. Billy hingegen mimt den ewig jungen Erfolgstypen und sieht dabei auch ziemlich merkwürdig aus. Solchermaßen eingeführt, könnte das Quartett den Verlockungen von Las Vegas womöglich nicht gewachsen sein.

Die Situationskomik bedient sich zum einen des probaten Mittels, die alten Knacker mit starken Reizen wie Bikinischönheiten aus der Reserve zu locken. Zum anderen speist sie sich aus einer Vielzahl seniorenspezifischer Macken wie Vergesslichkeit und Weltfremdheit. Die Freunde aber machen das Beste daraus, dass sie auffallen wie bunte Hunde: Sie schmeißen in farbenfrohen, eleganten Anzügen eine schicke Party und überzeugen als Gentlemen. Die Figur der reifen Sängerin Diana schmückt das Quartett hervorragend, denn die charmanten Dialoge, die sie mit Paddy und Billy führt, sind lebendiger und weniger angestrengt als Sams Austausch mit einer jungen Frau.

Michael Douglas, Robert De Niro, Kevin Kline und Morgan Freeman fühlen sich sichtlich wohl auf ihrem Trip der wortreichen Auseinandersetzungen und des maßvollen Über-die-Stränge-Schlagens. Freeman tanzt sogar ein paar Schritte auf dem Parkett und wird dabei in seinem roten Anzug zum attraktiven Stimmungsmacher. Mit dieser Besetzung hätte der Film auch noch mehr komische Momente schaffen können. Aber die Geschichte nähert sich den Figuren nicht immer optimal. Weil der Humor oft auf den schnellen Effekt abzielt, orientiert sie sich relativ stark an oberflächlichen Reizen und Kontrasten.

Fazit: Vier betagte Freunde beweisen in dieser unbeschwerten und prominent besetzten Schmunzelkomödie, dass es für ein Spaßwochenende in Las Vegas nie zu spät sein kann.




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