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Into the Woods
Into the Woods
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Into the Woods (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die Einstiegssequenz von "Into the woods" ist zugleich einer der Höhepunkte des Films. In einer mitreißenden Parallelmontage werden die Figuren eingeführt, von denen jede einen Wunsch hat: Cinderella (Anna Kendrick) möchte auf den Ball von Prince Charming (Chris Pine) gehen, Jack (Daniel Huttlestone) bittet, dass seine weiße Kuh wieder Milch gibt, Rotkäppchen (Lilla Crawford) hofft, dass sie den Weg zur Großmutter findet, und die Bäckersfrau (Emily Blunt) und ihr Ehemann (James Corden) wünschen sich ein Kind – und schwupps! – steht die Hexe (Meryl Streep) vor der Tür. Sie gesteht dem Bäckersehepaar, dass sie ihr Haus einst mit einem Fluch belegt hat, nun aber gewillt ist, ihn rückgängig zu machen. Dafür braucht sie jedoch vier bestimmte Gegenstände. Also macht sich der Bäcker auf den Weg, alle Utensilien zu sammeln, und trifft unterwegs immer wieder auf andere Beteiligte und weitere Märchenfiguren.

Dieser Einstieg verspricht jede Menge Musik, ein aufwendiges Produktionsdesign und eine schwungvolle Inszenierung. Tatsächlich werden in der ersten Hälfte des Films lustvoll Märchenmotive durcheinander geworfen, es wird persifliert, parodiert, neue Subtexte entstehen und es gibt ein Duett ("Agony") zwischen Prince Charming und seinem Bruder (Billy Magnussen), das schlichtweg die lustigste Sequenz seit langem ist. Dann erfolgt jedoch ein Bruch – und das Happy End ist alles andere als glücklich. Nachdem der Bäcker alle Gegenstände gesammelt, die Hexe ihren Willen bekommen hat und alle anderen Wünsche erfüllt sind, treffen die Folgen Warnung ein, man solle mit seinen Wünschen vorsichtig sein. Denn nicht nur Cinderella ist mit Prince Charming nicht so glücklich wie erhofft, sondern auch die anderen Figuren haben Schwierigkeiten mit ihrem neuen Leben – und das ganze Märchenland ist in Gefahr! Hier wird aus dem prunkvollen Musical zusehends ein Fantasyfilm, allerdings fehlen diesem zweiten Akt das Tempo und vor allem einige Songs, die den Figuren mehr Tiefe verleihen. Gerade im ersten Teil war der Ansatz vielversprechend, dass alle Figuren etwas Gutes und Böses in sich haben, doch dann scheint als fehlte im zweiten Teil die Zeit für sorgfältigeres Erzählen. Konnte Cinderella erst noch überlegen, ob sie ihren Schuh tatsächlich auf dem Teer hinterlassen will, kommt es nun zu dem äußerst plötzlichen Tod einer Figur. Die Wandlung der Hexe wird kaum thematisiert – und auch von Rapunzel ist so gut wie nichts mehr zu sehen. Stattdessen kommt es zu unerwarteten Erkenntnissen der Figuren, die filmisch nicht nachvollzogen, sondern vorgegeben werden.

Insgesamt überzeugt "Into the woods" daher vor allem seinen singfreudigen Darstellern, insbesondere Meryl Streep, Emily Blunt und Anna Kendrick geben den typischen Märchenfiguren mehr Tiefe. Und so haftet "Into the woods" in den besten Momenten der Charme vergangener Filmmusicals an.

Fazit: "Into the woods" ist ein unterhaltsames Filmmusical, das im zweiten Akt an Tempo und Höhepunkten verliert.




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