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Unbroken
Unbroken
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Unbroken (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Unbroken" ist nach dem Kriegsdrama "In the Land of blood and honey" die zweite Regie-Arbeit von Schauspielerin Angelina Jolie, die sich künftig vermehrt auf das Inszenieren von Filmen konzentrieren will. Ihr Film beruht auf dem erfolgreichen, gleichnamigen Sachbuch der amerikanischen Autorin Laura Hillenbrand, die darin die wahre, beeindruckende Lebensgeschichte von Louis Zamperini erzählt. Das Drehbuch des Films verfasste niemand geringeres als die bekannten Regie-Brüder Joel und Ethan Coen ("Fargo", "No country for old men"). "Unbroken" ist ein mit viel Hingabe und Leidenschaft für das Thema inszeniertes Drama, das mit wuchtigen Bildern beeindruckt. Leider stilisiert der Film Zamperini auch zum Jesus-gleichen, unbesiegbaren Übermenschen, was dem Film viel von seiner Wirkung und möglichen Qualität nimmt, um die er sich damit selbst beraubt.

Die Lebensgeschichte des ehemaligen Sportlers und Kriegshelden Louis Zamperini, der in seiner Heimat verehrt wird wie nur wenige, ist unglaublich und eignet sich in all ihrer Vielfalt und Dramatik freilich bestens als Vorlage für packendes, aufwühlendes Hollywood-Kino. Zu weiten Teilen gelingt es Jolie auch, die Lebens- und Leidensgeschichte von Zamperini, der wenige Wochen vor Ende der Dreharbeiten im Alter von fast 100 Jahren verstarb, in dramatische, bombastische Bilder zu packen. Allein die actiongeladene Anfangsszene, die einen Luftangriff von US-Bombern zeigt, ist schweißtreibend und zeigt Jolie als Filmemacherin, die es versteht, Bildgewalt und Pathos publikumswirksam und massentauglich einzusetzen. Darüber hinaus verfügt sie mit dem Briten Jack O'Connell über einen charismatischen, grundsympathischen Hauptdarsteller.

Leider jedoch scheitert Jolie in ihrer zweiten Regiearbeit vor allem an zwei Dingen: zum einen sorgen die endlosen, ausufernden Szenen der Erniedrigungen und Demütigungen Zamperinis durch die japanischen Soldaten und Aufseher im Gefangenenlager schnell für Ermüdungserscheinungen und Langeweile. Zum anderen nervt es, dass Jolie ihren Protagonisten als unerschütterliche, unbesiegbare Jesus-Figur inszeniert, die allein die Liebe zu Gott und die Kraft des Glaubens am Leben zu erhalten scheint. Und zu allem Überfluss wären da noch die unfreiwillig komischen, nervtötend-theatralischen Dialoge und Parolen ("Halte durch dann kommst du durch", "Auf Finsternis folgt immer das Licht", "Du musst nur an dich Glauben" u.a.), die auf Dauer einfach nur stören.

Fazit: In beeindruckende Bilder von immenser Wucht gepacktes Drama mit einem ausdrucksstarken Hauptdarsteller, der gegen die nervtötenden Parolen und die ausufernden Erniedrigungs-Szenen seiner Figur nicht ankommt.





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