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Baymax - Riesiges Robowabohu
Baymax - Riesiges Robowabohu
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Baymax - Riesiges Robowabohu (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nachdem Disney Ende 2009 die Marvel Studios übernommen hatte, wurden die Mitarbeiter des Micky-Maus-Konzerns dazu ermutigt, im großen Marvel-Archiv neue Stoffe aufzuspüren. Dabei stieß der Regisseur Don Hall ("Küss den Frosch", 2011) auf die eher unbekannte Comicserie "Big Hero 6", die von einer bunt gemischten Truppe Superhelden und deren Kampf für Recht und Ordnung erzählt. Den Comicheften war zwar kein großer Erfolg beschieden, dennoch gefiel Hall der außergewöhnliche Stil sowie das Setting von "Big Hero 6": Denn obwohl die Geschichte von den US-Amerikanern Steven T. Seagle und Duncan Rouleau geschaffen wurde, spielt sie ursprünglich in Tokio und zeigt sich deutlich von japanischer Popkultur sowie Mangas inspiriert.

Diese japanischen Einflüsse sind nun auch in der Verfilmung "Baymax – Riesiges Robowabohu" sichtbar, aber schnell wird klar, dass es sich trotz einer Menge winkender Glückskatzen bei diesem Animationsabenteuer doch in erster Linie um typische Disney-Kost handelt. Die Mutanten und Monster aus der Vorlage sind beispielsweise einem eher bodenständigen Personal gewichen, dessen übermenschliche Kräfte allein auf hochentwickelter Technologie beruhen. Der Titelheld Baymax ist dabei der eindeutige Star, der vor allem in der ersten Hälfte des Films mit seiner naiven und etwas unbeholfenen Art für viele Lacher sorgt. Wie sich Hiro und der liebenswürdige Roboter vor dem Hintergrund der futuristischen Metropole mit dem etwas ungelenken Namen San Fransokyo anfreunden, ist charmant und temporeich in Szene gesetzt.

Leider entwickelt sich die Story von "Baymax – Riesiges Robowabohu" immer mehr zu einem generischen Superheldenfilm nach Hollyood-Manier, wie man ihn in den letzten Jahren schon oft auf der Leinwand sehen konnte. Die durchaus beeindruckenden Schauwerte können dabei nicht über die allzu routinierte Regie sowie den mangelnden Tiefgang und eine flache Charakterzeichnung hinwegtäuschen. Besonders im direkten Vergleich zu Brad Birds Pixar-Klassikern "Die Unglaublichen" (2004) und "Ratatouille" (2007) erscheint Don Halls Roboter-Action oftmals plakativ und einfältig, die Emotionen wirken wie behauptet.

Fazit: Beim rasanten Tempo dieses Superheldenspektakels bleiben die Charakterzeichnung und der emotionale Tiefgang leider auf der Strecke. Dafür überzeugt "Baymax – Riesiges Robowabohu" vor allem in der ersten Hälfte dank einem liebevoll animierten Titelhelden.





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