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Die Entdeckung der Unendlichkeit (2015)

The Theory of Everything

Britisches Biopic: Dies ist die Geschichte des Lebens- und Leidenwegs des berühmten Astrophysikers Stephen Hawking und seiner Frau Jane.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Cambridge im Jahre 1963: Der 21-jährige Stephen Hawking (Eddie Redmayne) ist ein brillianter Physikstudent, der von seinem Professor Dennis Sciama (David Thewlis) speziell gefördert wird. Tatsächlich glaubt Sciama, dass sein genialer Schüler den nächsten großen Sprung in der Physik schaffen könnte. Der schüchterne und ein wenig exzentrische Nerd Hawking lernt auf einer Party die Romanistikstudentin Jane Wilde (Felicity Jones) kennen. Die beiden verlieben sich ineinander und sind schon bald ein Paar. Das Leben von Hawking erscheint fast so perfekt, wie in einem Traum. Aber von einem Tag auf den anderen hat der junge Mann seltsame und beunruhigende motorische Aussetzer. Bei einer ärzlichen Untersuchung wird als Ursache dieser Störungen die Motoneuron-Krankheit festgestellt. Eine vernichtende Diagnose: Die Erkrankung führt nach und nach zum Versagen aller Muskel. Hawking wird gesagt, dass er nur noch zwei Jahre zu leben hat. Der Nachwuchsforscher ist am Boden zerstört. Aber Jane hält trotz Stephens sich rasant verschlechternen Gesundheitszustandes weiterhin zu ihm. 1965 heiraten sie und bekommen ein Kind. Trotz seiner mittlerweile gravierenden körperlichen Einschränkungen promoviert Stephen Hawking mit Bravour. Aber dem jungen Ehepaar stehen noch sehr schwere Zeiten bevor...

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Man kennt das zutiefst traurige Bild, dass der berühmte Astrophysiker Stephen Haking heute abgibt: Der geniale Wissenschaftler ist verkrüppelt, an den Rollstuhl gefesselt und kann nur noch mittels eines Sprachcomputers kommunizieren. Doch seinen britischen Humor hat Haking trotz allem nicht verloren. Trocken stellt er fest, dass seine körperliche Behinderung ihm mehr Zeit zum Denken verschafft habe. Trotzdem stellt sich gleich ein leicht ungutes Gefühl ein, wenn "Die Entdeckung der Unendlichkeit" mit einer rasanten Fahrradfahrt des jungen Haking und eines Kommilitonen beginnt. Diese Demonstration eines ungebremsten jugendlichen Bewegungsdranges wirkt trotz aller äußerlichen Unbeschwertheit auf den wissenden Zuschauer fast wie eine dunkle Drohung.

Diese Szene steht exemplarisch für die Vorgehensweise von James Marshs ("Shadow dancer") gesamten Film. Die Verfilmung von Jane Hawkings autobiografischen Buch "Travelling to Infinity: My Life with Stephen Hawking" ist ein so traditionelles, wie effektives Biopic. Ohne große Schnörkel und mit großer Deutlichkeit werden wir Zeugen der wichtigsten Stationen in Stephen Hawkings Leben von seinen Anfängen in Cambridge bis fast in die gegenwärtige Zeit. Anstatt sich in modischen, aber oft unnötigen Zeitsprüngen zu verkünsteln, erzählt Marsh diese Story ganz straight in chronologischer Reihenfolge. Dies funktioniert erstaunlich gut, da die Geschichte von Stephen Hawkings Leben und von seiner Beziehung zu Jane an sich bereits reichlich spektakulär ist.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen entsprechend der ursprünglichen weiblichen Perspektive von Jane nicht so sehr die genialen Forschungen des berühmten Astrophysikers, sondern die menschliche Dimension seines Kampfes mit der Krankheit und den Schwierigkeiten, welche diese für die ihm nahestehenden Menschen mit sich bringt. Diese stark dramatische Orientierung geht vollkommen auf, da die beiden Hauptdarsteller perfekt in ihren Rollen sind. Eddie Redmayne ("Les Misérables") gelingt eine derart vollkommene Verwandlung in den Physiker, dass eine Oscarnominierung sicher erscheint. Der britische Mime sieht nicht nur wie Stephen Hawking aus, sondern schafft es auch sämtliche kleinen Ticks und körperlichen Einschränkungen durch seine Behinderung absolut glaubhaft zu vermitteln.

Ähnliches lässt sich zu dem Spiel von Felicity Jones ("The Amazing Spiderman 2: Rise of Electro") sagen. Auch sie wird ihrer sehr anspruchsvollen Rolle absolut gerecht. Das Zusammenspiel der beiden Verliebten und späteren Ehepartner wirkt ganz echt. Neben ihrer reinen Liebesbeziehung wird anhand dieser beiden Personen zusätzlich das Thema des Widerstreits zwischen Wissenschaft und Religion verhandelt. Stephen Hawking ist zunächst ein knallharter Rationalist und Materialist, der beim Flirten Physik leicht scherzhaft als eine "Religion für Atheisten" beschreibt. Die Geisteswissenschaftlerin und regelmäßige Kirchgängerin Jane erscheint da als ein fast archetypischer Gegenpol. Auch in dieser Hinsicht ist es sehr interessant zu verfolgen, wie sich ihre Beziehung im Verlaufe der Jahre noch entwickeln wird.

Fazit: "Die Entdeckung der Unendlichkeit" ist ein klassisches Biopic, das eine außergewöhnliche Geschichte auf extrem berührende Weise erzählt.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollDem Film liegt die Autobiografie gleichen Titels von Jane Wildeüber ihre Jahre mit Stephen Hawking zugrunde. Er beginnt mit der Schilderung von Hawkings Leben als Student und der ersten Begegnung zwischen ihm und Jane. Nicht nur die großartige und [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2015
Genre: Drama, Biopic
Kinostart: 25.12.2014
Regie: James Marsh
Darsteller: Felicity Jones als Jane Hawking, Eddie Redmayne als Stephen Hawking, Charlie Cox als Jonathan Hellyer Jones
Verleih: Universal Pictures International

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Zusatzinformation

Das Drehbuch basiert auf Jane Hawkings Memoiren "Die Liebe hat elf Dimensionen: Mein Leben mit Stephen Hawking", die das gemeinsame Leben des ehemaligen Ehepaars schildern.

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