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Der Fall Richard Jewell (2020)

The Ballad of Richard Jewell

Clint Eastwood auf der Suche nach (un)möglichen Helden: Intensives Drama um einen Sicherheitsmann, der nach einer gelungenen Rettungsaktion selbst ins Kreuzfeuer gerät.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Richard Jewell (Paul Walter Hauser) ist ein ziemlich durchschnittlicher Typ: Er hat so einige Kilos zu viel auf den Rippen, wohnt noch bei seiner Mutter (Kathy Bates) und wünscht sich nichts anderes als etwas mehr Respekt für seine penible Erfüllung seiner Arbeit als Sicherheitsmann und seiner "Pflichten als Bürger". Dass er es manchmal etwas zu genau mit der Exekution der Regeln nimmt, hat ihm schon das eine oder andere Mal Ärger mit seinen Vorgesetzten eingebracht. Als er im Juli 1996 an einem Austragungsort der olympischen Spiele in Atlanta einen herrenlosen Rucksack entdeckt, schlägt seine große Stunde: Das Bombenkommando wird gerufen, und tatsächlich – der Rucksack ist vollgepackt mit Sprengstoff. Nur Jewells Instinkt und sein schnelles Handeln konnten Schlimmeres verhindern, und er wird über Nacht zum Lokalhelden. Doch die Freude dauert nicht lange: Nach einem Hinweis eines ehemaligen Arbeitgebers an einer High School, mit dem sich Jewell dereinst überworfen hatte, dass der Typ doch ein "ziemlich komischer Kauz" sei, beginnt die Polizei mit Ermittlungen: Aus dem eben noch gefeierten Retter in der Not wird ein Verdächtiger, der von den Behörden befragt und schikaniert wird, dem die Medien-Meute auf Schritt und Tritt folgt, dessen Leben ein einziger Alptraum wird. Unter Mithilfe des idealistischen Anwalts Watson Bryant (Rockwell) versucht Jewell, seinen Namen reinzuwaschen und seine verlorene Würde wieder zurückzuerlangen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Der Fall Richard Jewell" basiert auf einem realen Vorbild, und wie so oft geht es dem großen amerikanischen Geschichtenerzähler Clint Eastwood darum, Helden (des Alltags) ein filmisches Denkmal zu setzen. Wie schon in "Sully" ist sein Protagonist niemand, der sich für besonders außergewöhnlich hält oder nach Ruhm strebt, sondern ein "einfacher Bürger", dessen "Heldentum" darin besteht, einfach seine Pflicht getan zu haben. Eastwoods Anklage gilt hier wie dort einer zynischen (Um-)Welt, die ihren Glauben an Helden(tum) verloren hat, und sich in lüsterner Sensationsgier ergeht, deren Freude am Skandal und am Fall größer ist als der Glaube an das "Gute" im Menschen. Dass all das in keinem Moment kitschig ist, liegt einerseits am gewohnt ruhigen, umsichtigen, ja: fast stoischen Erzählstil Eastwoods, andererseits an einer Riege von herausragenden Darstellern, die den teils durchaus ambivalenten Figuren Leben einhauchen. Hervorzuheben ist Sam Rockwell als Anwalt, der durch den Anruf eines alten Bekannten seinen verlorenen Idealismus wiederentdeckt, und vor allem Paul Walter Hauser, der als ungewöhnlicher Antiheld eine ganz ausgezeichnete Figur abgibt. Seine Darstellung ist kraftvoll, realistisch, aber auch sensibel, und man kann nicht anders, als mit diesem etwas seltsamen, rundlichen Typen mitzufühlen, der doch nichts mehr möchte, als einfach respektiert und anerkannt zu werden. Im Gesamt-Oeuvre Eastwoods kommt "Der Fall Richard Jewell" im soliden Mittelfeld zu liegen. Er ist qualitativ etwas über seine letzten beiden Werke "15:17 to Paris" und "The Mule" zu stellen, da er mehr Substanz hat, erreicht aber nicht die Großtaten wie "Unforgiven", "Mystic River" oder "Gran Torino", da er stellenweise ungewöhnlich spröde und trocken wirkt, was man sonst kaum von der Regie-Ikone gewohnt ist. Trotzdem: Gut gemachtes und sehenswertes Kino der "alten Schule", das sich durch seinen geradlinigen Erzählstil, ein interessantes Sujet und tolle Schauspielleistungen hervortut.

Fazit: Clint Eastwood kann es mit 90 immer noch: Mit "Der Fall Richard Jewell" legt er ein solide inszeniertes, gewohnt ruhig erzähltes Drama vor, dass sich mit der Frage beschäftigt, welchen Platz Heldentum in einer postmodernen, abgeklärten Welt hat. Herausragend ist Paul Walter Hauser als titelgebender Antiheld, dessen Kampf um Würde zum Kampf gegen Windmühlen wird.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollClint Eastwood ist inzwischen 89 Jahre alt, doch sein neuer Film DER FALL RICHARD JEWELL ist alles andere als ein Alterswerk. Auch hier erzählt er wieder die Geschichte vom ?American Hero?, die er sowohl in seinen Rollen wie auch bei seinen [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2020
Genre: Drama
Länge: 129 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 25.06.2020
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Paul Walter Hauser als Richard Jewell, Kathy Bates als Bobi Jewell, Sam Rockwell als Watson Bryant
Verleih: Warner Bros.

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