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Clint Eastwood (87)

Wissenswertes

Geboren: ✹ 31. Mai 1930 in San Francisco, California, USA
Name: Clinton Eastwood Jr
Größe: 188 cm

Hat sieben Kinder von fünf verschiedenen Frauen:
Kimber Eastwood (*17.06.1964, Mutter: Roxanne Tunis)
Kyle Eastwood (*19.05.1968, Mutter: Maggie Johnson)
Alison Eastwood (*22.05.1972, Mutter: Maggie Johnson)
Scott Eastwood (*21.03.1986, Mutter: Jacelyn Reeves)
Kathryn Eastwood (*02.02.1988, Mutter: Jacelyn Reeves)
Francesca Fisher-Eastwood (*07.08.1993, Mutter: Frances Fisher)
Morgan Eastwood (*12.12.1992, Mutter: Dina Eastwood)

Oscar 2007
Letters From Iwo Jima
2006


Bildergalerie

Clint EastwoodPale Rider mit Clint Eastwood und Sidney PennyEin Fremder ohne Namen mit Clint EastwoodBetrogen - Clint Eastwood, Geraldine PageBetrogen - Clint Eastwood, Elizabeth HartmanIn the Line of Fire mit Rene Russo und Clint Eastwood

Biographie

Wenn man Clint Eastwood hört, denkt man an Western, Cowboys und Dirty Harry - inzwischen über 60 Jahre Schauspielkunst! Geboren in San Francisco, Kalifornien, zog Clint schon früh mit seinem Vater Clinton Eastwood Sr. (1906–1970) durch die Lande und arbeitete als Holzfäller, Tankwart, Badewärter und Heizer im Stahlwerk. 1950 wurde er für den Koreakrieg in die Armee eingezogen. Nach der Militärzeit zog er nach Hollywood. Dort verliebte er sich bei einem Blind Date in die Studentin Maggie Johnson, die 1953 heiratete. Zwei Jahre später bekam er nach Testaufnahmen in Hollywood einen Vertrag mit Universal, der ihm aber nur kleinere Nebenrollen einbrachte. Deswegen wechselte Clint 1958 zum Fernsehen und erhielt schließlich eine Hauptrolle in der Westernserie "Rawhide" (= Tausend Meilen Staub), die ihn und sein Gesicht bekannt machte. Während seiner Zeit bei der Serie begann er eine Affäre mit der Statistin Roxanne Tunis. Daraus ging eine Tochter namens Kimber (*1964) hervor, die Eastwood erstmals in den 1980ern öffentlich anerkannte.

Nach 217 abgedrehten Folgen ging er 1964, mit 34 Jahren, nach Europa, um in Sergio Leones Italowestern "Für eine Hand voll Dollar" seine erste Spielfilm-Hauptrolle anzunehmen - ein Unterfangen, das er als bezahlten Urlaub ansah. Doch ein neuer Western-Antheld war geboren, der so gar nichts mehr mit den typischen John Wayne-Figuren zu tun hatte... Zwei weitere Filme folgten in der "Dollar-Trilogie", der Sergio mit "Zwei glorreiche Halunken" (1966) ihren epischen Abschluss gab. Die gesamte Trilogie wurde in den USA erst 1967 gezeigt, so dass Eastwood in seiner Heimat erst verzögert, mit 37 Jahren, zum Star wurde. Ein Jahr später versuchte sich der Regisseur Ted Post an einem amerikanischen Western mit Italocharakteren - das Ergebnis ist "Hängt ihn höher", mit Clint in der Hauptrolle. Er übernahm außerdem die Produktion, mit seiner neu gegründeten Produktionsfirma Malpaso. Der Film entpuppte sich als Kassenhit des Jahres.
1969 versuchte Eastwood dann schon mal den ersten vorsichtigen Schritt in ein neues Genre, mit einer Hauptrolle im Western-Musical "Westwärts zieht der Wind". 1970 trat er dann in einem Drama über den Zweiten Weltkrieg auf, das auf der gleichen Vorlage wie "Eine Handvoll Dollar" beruht, Akira Kurosawas "Yojimbo". "Stoßtrupp Gold", mit Donald Sutherland und Telly Savalas, gilt als letzter Antikriegsklassiker des Jahrzehnts.
Das neue Jahrzehnt begann Eastwood mit einer gewagteren Rolle, im Drama "Betrogen" von Don Siegel. Der Film wurde in Frankreich enthusiastisch gefeiert und gilt dort bis heute als einer seiner besten Filme. In den USA floppte er jedoch. 1971 gab Clint mit dem Psychothriller "Play Misty for Me" (=Sadistico) sein Debüt als Regisseur, das von der Kritik wohlwollend aufgenommen wurde. Im selben Jahr stand er auch wieder für Don Siegel vor der Kamera, in der Titelrolle von "Dirty Harry". Die Figur des hartgesottenen Cops Harry Callahan etablierte Eastwood zum Actionhelden der 70er. 1973 folgte das Sequel "Magnum Force". Privat ging zu Beginn des Jahrzehnts allerdings seine Ehe mit Johnson in die Brüche. Von 1974 bis 1995 war er mit der 14 Jahre jüngeren Schauspielerin Sondra Locke zusammen. Seine Ehe mit Johnson wurde 1978 geschieden. Obwohl Eastwood zunächst keine Kinder wollte, hatte er schließlich zwei mit Johnson: Kyle Eastwood (*1968) und Alison Eastwood (*1972).

Seine Karriere baute Eastwood 1974 mit einer ersten größeren Komödienrolle aus, neben Jeff Bridges in Michael Ciminos Regiedebüt "Die letzten beißen die Hunde". Dem Film war jedoch, ebenso wie der von ihm inszenierte Actionthriller "Im Auftrag des Drachen" (1975), kein großer Erfolg beschieden, was Eastwood Universal zur Last legte - seiner Meinung hatte das Studio unter anderem beim Marketing versagt. Danach arbeitete er überwiegend für Warner Bros. 1976 inszenierte er wiederum sich selbst, im erfolgreichen Westerndrama "Der Texaner". In Nebenrollen sind sein Sohn Kyle und seine damals neue Freundin Sandra Locke zu sehen. Im selben Jahr stand er außerdem für den Kassenhit "The Enforcer" vor der Kamera, dem dritten Teil der "Dirty Harry"-Reihe. Sein letzter großer Hit des Jahrzehnts war Don Siegels "Flucht von Alcatraz", ein Actionthriller nach einer wahren Begebenheit.

Die 80er startete Eastwood mit der Komödie "Bronco Billy", über eine reisende Wild West Show. Neben der Inszenierung übernahm er wieder eine Hauptrolle und brachte auch Locke und seine Kinder Kyle und Alison in kleineren Parts unter. Locke brachte ihre Rolle eine Razzie-Nominierung für die schlechteste Schauspielerin ein. 1982 folgte "Honkytonk Man", ein sentimentales Musikerdrama, in dem Eastwood sich neben Kyle in einer Hauptrolle inszenierte. Seinen ersten Kassenhit der 80er landete Eastwood dann mit "Dirty Harry kommt zurück" (1983). Ein Jahr später trat er im Krimidrama "Der Wolf hetzt die Meute" auf, als Polizist mit Hang zu Bondagespielen, der einen Frauenmörder jagt. 1985 brachte er seinen ersten Western seit den 70ern auf die Leinwand, "Pale Rider – Der namenlose Reiter", welcher eine leichte Öko-Message transportiert. 1988 folgte dann mit "Das Todesspiel" der bisher letzte Teil (und schwächste) der "Dirty Harry"-Reihe, in dem auch Liam Neeson und Patricia Clarkson zu sehen sind. Im selben Jahr inszenierte er auch das Biopic "Bird", über den Jazzmusiker Charlie "Bird" Parker, mit Forest Whitaker in der Titelrolle - ein Film der weder bei der Kritik, noch beim Publikum besonders gut ankam. Ein Jahr später folgte einer von Eastwoods bisher größten Flops, die Actionkomödie "Pink Cadillac".

Als Eastwood er noch mit Locke zusammenlebte, begann er eine Affäre mit der Stewardess Jacklyn Reeves, aus der zwei Kinder hervorgingen: Scott (*1986) und Kathryn (*1988). Locke ließ während ihrer Beziehung, die 1989 mit einem Gerichtsprozess endete, zwei Abtreibungen durchführen. Schon 1988 zog Eastwood dann mit der 22 Jahre jüngeren Schauspielerin Frances Fisher zusammen. Die Beziehung hielt bis 1995 und brachte eine gemeinsame Tochter, Francesca Fisher-Eastwood (*1993) hervor.
Neben seiner Karriere als Schauspieler, Regisseur und Produzent sorgte der Westernheld in den 80ern auch anderenorts für Ordnung und Umweltschutz und zwar als (parteiloser) Bürgermeister in seinem Wohnort Carmel in Kalifornien (1986-1988). Viele sahen in ihm schon den Nachfolger von Ronald Regan - den er ebenso wie sämtliche Republikaner vor und nach ihm unterstützte - doch Clint beschloss bei seiner ersten Leidenschaft der Filmemacherei zu bleiben.

Gut so, denn 1992 eroberte sein zehnter Western, "Erbarmungslos", die Kinoleinwände, der wiederum dem Genre neues Leben einhauchte und unter anderem als Inspiration für die gefeierte Serie "Deadwood" diente. Dafür erntete Clint gleich neun Oscarnominierungen. "Erbarmungslos" wurde als bester Film ausgezeichnet und Eastwood konnte den Oscar für die beste Regie mit nach Hause nehmen.
Im folgenden Jahr spielte Clint in Filmen wie "In the Line of Fire" oder neben Kevin Kostner in "Perfect World" mit - beide enorme Kassenhits. 1995 wechselte der Schauspieler das Genre und überzeugte mit 65 Jahren erstmals als romantischer Held, neben Meryl Streep im Liebesdrama "Die Brücken am Fluß". Im gleichen Jahr erhielt er von der American Motion Picture Academy den Irving Thalberg Award für sein Lebenswerk. Dabei ging es mit den "echten" Oscar gerade erst los...
1997 inszenierte er den Actionthriller "Absolute Power", wiederum mit sich selbst in der Hauptrolle. Dem Film war allerdings kein großer Erfolg beschieden. Ähnlich ging es dem ambitionierten Politdrama "Mitternacht im Garten von Gut und Böse" aus demselben Jahr, der sich für Kevin Spacey allerdings als entscheidender Karrieremeilenstein entpuppte. Zwei Jahre verfilmte Eastwood Andrew Klavans Roman "Ein wahres Verbrechen"- sein größter Flop der 90er.
Privat fand er in dem Jahrzehnt mit der 35 Jahre jüngeren TV-Journalistin Dina Ruiz sein Glück, die er 1996 mit einer überraschenden Hochzeitsfeier in Las Vegas beglückte. Im Dezember desselben Jahres kam die gemeinsame Tochter Morgan Eastwood zur Welt.

Das neue Jahrtausend begann Eastwood mit der Tragikomödie "Space Cowboys" (Regie, Produktion, Hauptrolle), für die er Tommy Lee Jones, Donald Sutherland und James Garner rekrutierte. Ein Kassenhit wurde es zwar nicht, gehört aber immerhin zu den Kritikerlieblingen des Jahres 2000. 2002 präsentierte er mit dem Thriller "Blood Work" seinen 20. Film als Regisseur und Hauptdarsteller - und einen Flop. Ein Jahr später konnte er jedoch mit "Mystic River" auftrumpfen: Die ambitionierte Verfilmung des gleichnamigen Romans von Dennis Lehane brachte Eastwood seine zweite Oscar-Nominierung für die beste Regie und seinen Stars Sean Penn und Tim Robbins die begehrten Trophäen für den besten Haupt- und Nebendarsteller ein. Außerdem arbeitete Clint nach 37 Jahren wieder mit seinem "Glorreiche Halunken"-Co-Star Eli Wallach zusammen, den er für eine Nebenrolle vor die Kamera holte.
Den Triumpf konnte Eastwood ein Jahr später - mit inzwischen 74 Jahren - sogar noch toppen: Sein Boxerdrama "Million Dollar Baby" erntete den Oscar für den besten Film, die beste Regie, die beste Hauptdarstellerin (Hilary Swank) und den besten Nebendarsteller (Morgan Freeman). Eastwood war außerdem als bester Hauptdarsteller nominiert.
2006 wagte er sich an ein ehrgeiziges Doppelprojekt: Er stellte die Ereignisse der Schlacht um Iwojima (1945) in zwei Filmen aus zwei Perspektiven dar: Zunächst in "Flags of our Fathers" aus der Sicht der Amerikaner, dann in "Letters from Iwo Jima" von der japanischen Warte aus. Letzterer erntete Oscar-Nominierungen für den besten Film und die beste Regie. 2006 war jedoch vom Tod seiner Mutter Ruth Eastwood überschattet, die im Februar mit 96 Jahren verstarb.
"Der fremde Sohn" (2008), ein Historienkrimi mit Angelina Jolie in der Hauptrolle, entwickelte sich eher außerhalb der USA zum Kassenhit. Im selben Jahr stand Eastwood erstmals seit vier Jahren auch selbst wieder vor der Kamera, für sein Krimidrama "Gran Torino", welches den fremden Sohn bei Kritik und Kinogängern weit überstrahlte.
2009 überzeugte er mit "Invictus", einem Historien- und Sportdrama über Südafrika nach dem Fall des Apartheidsregimes. Und auch mit fast 80 Jahren zeigt sich Eastwood noch rege: Von Oktober 2009 bis Februar 2010 inszenierte er das Episoden-Mysterydrama "Hereafter", an Schauplätzen in London, Paris, San Francisco und auf Hawaii.



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